250 Jahre Kirche im Dorf

Die Ludwig-Harms-Kirche in Fuhrberg ist ein Treffpunkt für die Menschen aus dem Dorf und darüber hinaus.

Von der eigenen Kapelle bis hin zur Kirche

FUHRBERG (r/bs). Die Ludwig-Harms-Kirche in Fuhrberg ist seit 250 Jahren ein Treffpunkt für die Menschen aus dem Dorf und darüber hinaus.
Am 1. Advent 1769 wurde die Kirche eingeweiht, nach vielem Ringen und harter Arbeit. Fuhrberg hatte zwar schon eher eine Kapelle und auch 1769 blieb man immer noch an Burgwedel angebunden, aber die Fuhrberger wollten immer eine eigene Kirche im Dorf haben. Dafür wurde der Platz ausgesucht, den der damalige Bauer des Meineschen Hofes als „Berg“ bezeichnete. Es war der höchste Punkt seines Anwesens und immer trocken. Eine eigene Kirche war den Fuhrbergern nicht gestattet, also bauten sie eine Kapelle, allerdings deutlich größer, als derzeit üblich, heißt es in der Festschrift zum Kirchenjubiläum.
Es war der Grundriss der heutigen Kirche ohne den Turm und ohne den Altarraum. Die Eingangstür befand sich an der Stelle, wo heute das mittlere Fenster auf der Straßenseite ist. Die Kanzel war direkt neben der Eingangstür an der Seitenwand angebracht und dahinter das Altarbild aus der alten Kapelle ebenfalls an der Wand. Und oben aufs Dach kam ein Dachreiter, ein kleines Türmchen mit einer Glocke. Alles zusammen genommen heißt das: die Fuhrberger hatten sich ein Haus gebaut, das für größere Gruppen bestimmt war und nicht mehr nur für Einzelbeter. Wie war das am Anfang mit dem Wunsch nach Selbständigkeit? Das kluge Dorf baut vor …
Das Holz für den Bau hat die Königliche Kammer freigegeben und die 42 Höfe trugen finanziell je nach Umfang der Ländereien bei. Der Rest kam aus dem Dorf. Die Materialien, die von der alten Kapelle noch nutzbar waren, wurden verwendet und die Fuhrberger packten mit an, um die Kosten zu senken. Auch das bleibt als Roter Faden in der Geschichte der Kirchengemeinde.
414 Taler und 18 Mariengroschen hat der Bau laut einer Urkunde insgesamt gekostet. Für das Dorf große Summe war. Respekt! Eingeweiht wurde die neue Kapelle am 1. Advent 1769. Also: vor 250 Jahren.
Sie hat sich im Laufe der Zeit außen und innen immer wieder verändert. Und seit 111 Jahren ist sie auch wirklich die Kirche einer eigenständigen Kirchengemeinde. Das kam nicht von selbst, sondern ist von den Fuhrbergern hart erkämpft worden. „Das zeigt, wie sehr sie Kirche im Dorf war und ist“, so Pastor Rainer Henne.