„25 Jahre stark für Menschen mit Behinderungen“

Zu Beginn des Festakts zum 25-jährigen Bestehen der Behindertenhilfe der Pestalozzi-Stiftung begeisterte die Tanzgruppe die geladenen Gäste. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Behindertenhilfe der Pestalozzi-Stiftung feierte Jubiläum

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Behindertenhilfe der Pestalozzi-Stiftung in Großburgwedel feierte heute (Freitag, 2. September) ihr 25-jähriges Jubiläum. Der Vorstand der Stiftung, Pastor Claus Fitschen, konnte zum Festakt am Vormittag eine große Anzahl von Gästen in dem eigens aufgestellten Festzelt im Park hinter dem Wichernhaus begrüßen, darunter Regionspräsident Hauke Jagau, Gerd Masurek, Niedersächsisches Sozialministerium, Dr. Hendrik Hoppenstedt, Bürgermeister der Stadt Burgwedel, Dr. Christoph Künkel, Direktor des Diakonischen Werkes Niedersachsen, und Detlef Springmann, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Zur Begrüßung trat die Tanzgruppe der Pestalozzi-Werkstatt auf und erhielt großen Applaus für ihren eindrucksvollen Beitrag.
Pastor Fitschen führte aus, dass die Pestalozzi-Stiftung bis 1986, dem Gründungsjahr der Behindertenhilfe, eine reine Einrichtung der Jugendhilfe im Behindertenbereich gewesen sei. Die Gründung der Behindertenhilfe sei damals eine Ausweitung auf den Erwachsenenbereich gewesen. Mit 40 behinderten Menschen habe es begonnen, die von 19 Mitarbeitern betreut wurden. In den 25 Jahren habe sich vieles geändert. Immer aber habe man unter dem Motto gearbeitet „Chancen geben und leben lernen ermöglichen“. Es gelte, man solle sich erfreuen an dem, was gelungen ist, man müsse aber auch aus der erfahrenen Geschichte neue Ideen entwickeln. Die Behindertenhilfe wolle den behinderten Menschen helfen, selbstbewusst und selbst bestimmt zu leben.
In naher Zukunft werden auf alle Einrichtungen der Behindertenhilfe in Deutschland neue Anforderungen zu kommen infolge des Beitritts Deutschlands zum UN-Übereinkommen zur Umsetzung der Rechte behinderter Menschen. Darin sind die universellen Menschenrechte einschließlich Gleichheitsgebot, Teilhabe und Selbstbestimmung definiert. Eine große Aufgabe der Zukunft liege darin, die Arbeit mit Behinderten noch stärker „nach draußen zu verlagern“, die Menschen weniger zu beschützen: „Wir müssen die Mauern einreißen“, erklärte es Fitschen mit einem Bild. „Die behinderten Menschen müssen wieder nach draußen, um dort selbst bestimmt leben zu können. Wir müssen offener werden. Die Versorgung können wir dann als Anbieter ambulanter Leistungen erbringen“.
Gerd Masurek vom Sozialministerium erklärte in diesem Zusammenhang, gegenwärtig erarbeite eine Kommission aus Bund und Ländern Vorschläge für die Umsetzung des Übereinkommens. dabei gehe es auch um den Punkt ambulanter Leistungen. „Sie haben hier mit ihren Einrichtungen der Behindertenhilfe ein facettenreiches überaus erfolgreiches Zentrum geschaffen“, sagte er. Auch der Regionspräsident lobte die erfolgreiche Arbeit: „Die Frage bei Gründung der Behindertenhilfe lautete: Wie kann man die Lebensbedingungen behinderter Menschen verbessern. Die Antwort ist in einer wunderbaren Formulierung gefunden worden: Assistenz bei der Entwicklung eines persönlichen Lebensstils. Damit erhält jeder Mensch seine Chance, glücklich zu leben“.