210 Liter Mühlenbier reichten knapp zwei Stunden

Buntes Treiben an der Wettmarer Bockwindmühle: Das historische Bauwerk lockte zum Mühlentag am Pfingstsonntag hunderte von Besuchern. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Green Lemon, eine Band, die sich in Wettmar gegründet hatte, begeisterte die Besucher der Mühle. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Großer Andrang bei der Bockwindmühle zum Mühlentag

WETTMAR (hhs). Traditionell ist der Pfingstmontag „Deutscher Mühlentag“. Das ist für den Heimatverein Engensen, Thönse, Wettmar immer ein ganz besonderer Anlass, seine prächtig restaurierte Bockwindmühle herauszuputzen und mit einem umfangreichen Programm drumherum auszustatten.
Für den Vorsitzendes des Heimatvereins Achim Ristenpart ist dieser Mühlentag Verpflichtung. In den vergangenen Jahren hatte der Heimatverein immer noch eine Abendveranstaltung zuvor organisiert, um die Menschen zur Mühle zu locken. Mal war es eine Tanzveranstaltung, dann eine Lasershow, die noch beide lange Zeit später von sich Reden machten.
In diesem Jahr habe man auf eine Abendveranstaltung verzichtet, so Ristenpart im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Der Heimatverein feiere im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen, und da wolle man ein bisschen das Geld zusammenhalten, und was noch wichtiger sei, die meistens doch schon etwas älteren aktiven Mitglieder des Vereins nicht im Vorfeld zu sehr belasten.
In Wettmar sei es Usus, dass man sich in den Vereinen untereinander helfe, wo man könne, aber der Heimatverein verfüge von allen Vereinen über den höchsten Altersdurchschnitt. „Ein 50-Jähriger ist für uns ein junges Mitglied“, brachte es Achim Ristenpart auf den Punkt. Zum Jubiläum aber werde es wieder „volles Programm“ geben.
Ausreichend Besucher waren am Pfingstmontag gekommen, weit mehr als erwartet bei der Hitze. Am frühen Nachmittag standen gut 200 Fahrräder am Wegesrand unten vor der Mühle und die Zahl der Kraftfahrzeuge lag noch höher. Sogar auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße war der Wirtschaftsweg zugeparkt. Die Führungen durch die Bockwindmühle stießen auf große Resonanz, Schlangen von Neugierigen bildeten sich vor der Treppe.
Und auch das Bier, dass in Wienhausen in der Brauerei Kollmann, der kleinsten mobilen Brauerei der Welt gebraut worden ist, sei ein voller Erfolg gewesen, freute sich Achim Ristenpart. Diese Kooperation wolle man weiter ausbauen. Die zwei Sorten Bier seien sehr gut gewesen, aber 210 Liter waren wohl einfach zu wenig für einen Mühlentag in Wettmar.
Braumeister Kollmann sei völlig verblüfft gewesen, dass sein Bier nicht ausgereicht habe. Das werde ihm nur einmal passieren, flachste Ristenpart schmunzelnd. Nach knapp zwei Stunden waren die Fässer leer und man musste wieder auf handelsübliche Sorten ausweichen. Das machte nichts, das heiße Wetter sorgte für eine überaus gute Nachfrage nach kaltem Gerstensaft und anderen leckeren Getränken.
Um die Bockwindmühle herum gab es noch eine Menge anderer Dinge zu erkunden: Der NABU Burgwedel-Isernhagen war mit einem Infostand vor Ort, es gab Kaffee und Kuchen unter dem Pavillon vor der Sonne geschützt. Bratwurst und Steaks gingen weg wie warme Semmeln, das Kinderkarussell aus Thönse drehte unentwegt seine Runden und bereitete so den ganz kleinen Gästen besondere Freude.
Schließlich erklommen einige Musikerinnen und Musiker den unten am Weg stehenden LKW: Sie bildeten die Band „Green Lemon“, ein absolut zukunftsträchtiges Ensemble aus Wettmar. Die vier Herren samt junger Dame schafften es problemlos, die Besucher der Bockwindmühle in ihren Bann zu ziehen. Sie begannen mit einem Ohrwurm von Marius Müller-Westernhagen und damit hatten sie alle Besucher von Beginn an voll und ganz auf ihrer Seite ...