200 Narzissen für das Kriegerdenkmal in der Ortschaft Wettmar

Rund 200 Narzissenzwiebeln wurden bei der Aktion in die Erde gebracht. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Niederländer bemerkte bei einem Besuch den desolaten Zustand

WETTMAR (hhs). Vom 20. bis 24. Februar besuchte Ben Janssen-Förster aus dem Niederländischen Eys seine Verwandten in der Ortschaft Wettmar. Was er dort vorfand, nicht bei seinen Verwandten, sondern etwas entfernt rund um das Kriegerdenkmal ließ ihm die Haare zu Berge stehen: „Groß war die Enttäuschung, als ich das Kriegerdenkmal gesehen habe. Ich habe mich erschrocken über den Zustand des Denkmals. Meine Onkel August Leipertz und Nicolaus Förster sind auch mit ihren Namen darauf vermerkt, so kann und darf ein Kriegerdenkmal nicht aussehen. Bei uns in den Niederlanden werden die Denkmäler für die Gefallenen im Krieg besser gepflegt...“.
Weiterhin schlug Ben Janssen-Förster vor, zunächst einmal „die Hundescheiße“ zu beseitigen und dann die vier großen Bäume am Denkmal zu beseitigen. Er wolle für die Verschönerung 100 Narzissenzwiebeln beisteuern, wenn er zum 90. Geburtstag seines Onkels Hubert Förster erneut nach Wettmar komme. Beim Ortsrat in Wettmar und bei Ortsbürgermeister Rainer Fredermann lief Ben Janssen-Förster gewissermaßen offene Türen ein. Der Ortsrat hatte schon im Jahr zuvor beschlossen, das Denkmal in Wettmar in einen ordentlichen Zustand zu versetzen, teilten sie dem Gast aus den Niederlanden mit. In diesem Jahr sollen die beschlossenen Maßnahmen dann umgesetzt werden. Ein Teil ist getan, die Säuberung des Denkmal zum Beispiel, die Bäume stehen noch, sollen dort aber in den kommenden Monaten weichen und einer neuen Bepflanzung Platz machen. Auch die beiden großen Scheinzypressen an den beiden vorderen Ecken des Denkmals werden der Säge zum Opfer fallen. Die Gewächse galten, obwohl sie keine echten Zypressen sind, in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg als Symbol für alles rund um Tod und Trauer und gehörten mit zur Sinngebung der gesamten Anlage. Sie waren Stil prägend.
Der 90. Geburtstag hat inzwischen im Hause Förster stattgefunden und Ben Janssen-Förster hat daran teilgenommen. Dabei machte er sein Versprechen wahr und brachte Narzissenzwiebeln mit, echte holländische und weitaus mehr als die doppelte Menge. Am vergangenen Samstag haben Ortsbürgermeister Rainer Fredermann und Ortsratskollegen diese Blumenzwiebeln in die Erde unter den Efeu gepflanzt, bei schwüler Sommerhitze. Es waren so viele Zwiebeln, dass auch außen um das Denkmal herum welche gesetzt werden konnten. Nun hoffen alle, dass die klassischen Frühjahrskünder im kommenden Jahr hier ihre Akzente setzen werden.