20 Jahre Trinkwasser-Erlebnispfad

Das „blaue Band“ symbolisiert den darunter liegenden Wasserspeicher.
 
Förster Olaf Zander lauscht den Geräuschen des Waldes.

Wald und Wasser im Fuhrberger Feld mit allen Sinnen erleben

Fuhrberg (bs). Der Trinkwasserlehrpfad rund um das Wasserwerk Fuhrberg besteht seit nunmehr 20 Jahren und ist mit seiner Thematik aktueller denn je. Die Trockenheit des vergangenen Jahres mit den teils dramatischen Auswirkungen auf die hiesigen Wälder schärft zwangsläufig den Blick auf den direkten Zusammenhang von Wasser- und Naturschutz.
Unterhaltsam, lehrreich und leicht verständlich bietet der acht Kilometer lange Rundweg zahlreiche Informationen zum Trinkwasser. Schließlich verbirgt sich unter dem sogenannten „Fuhrberger Feld“ der Wasserspeicher, der rund 700.000 Menschen in und um Hannover mit frischem Trinkwasser versorgt.
Der Enercity-Wasser-Erlebnispfad führt durch Wald und Felder, vorbei an insgesamt 14 Info-Stationen, die jede Menge Wissenswertes zu Wasser- und Naturschutz vermitteln. Den Hinweisschilder mit dem Wellensymbol kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad folgen, vorbei an zahlreichen farbenprächtigen „Wassergeistern“, die von Kindern gestaltet sind und jährlich ergänzt werden.
An den einzelnen Stationen steht das „Erleben“ mit allen Sinnen im Vordergrund. Lautes Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und vielleicht sogar das Hämmern eines Spechtes lässt sich durch einen Schalltrichter an der Station „Augen zu und Ohren auf - Hör mal in den Wald“ ganz deutlich hören.
Verantwortlich für den rund 2000 Hektar großen Wasserschutzwald ist Förster Olaf Zander. „Um die Grundwasserneubildung zu fördern, wandeln wir Nadelwald in Mischwald um“, erklärt Zander. Rund 13 Millionen junge Bäume wurden seit 1996 gepflanzt. „Damit haben wir hier eine sehr naturverträgliche Waldwirtschaft“, so der Förster.
Welche Vorteile dies mit sich bringt, ist an der Station „In der Tiefe – das Grundwasser“ deutlich zu erkennen. Auf etwa 700 Baumstämmen hat ein Künstler den Wasserpegel symbolisch als „Blaues Band“ sichtbar gemacht. Ein Teil der hier stehenden Fichten sei wie überall im Land vom Borkenkäfer befallen, erläutert Olaf Zander. „Doch unter den hohen Bäumen wächst bereits eine neue Generation unterschiedlicher Laubbäume heran. Entnehmen wir kranke Fichten oder fällen „erntereife“ Bäume aus dem Bestand, dann haben wir keine kahle Fläche sondern einen jungen Mischwald mit Buchen, Stieleichen, Roteichen, Ebereschen, Flatterulme, Birke und vielem anderen mehr.
Ein besonderes Erlebnis auf dem Trinkwasser-Erlebnispfad ist das Baum-Labyrinth. Rund 700 Schülerinnen und Schüler haben 2011 in dem Areal über 2000 junge Eichen und Hainbuchen gepflanzt. Insgesamt 720 Meter ist die Hecke lang, die das Labyrinth bildet. Für eine erfrischende Stärkung sorgt dann die Trinkwasser-Probierstation am Wasserwerk Fuhrberg, bevor es weitergeht zum „Baumtelefon“. Ein waagerecht liegender Fichtenstamm, an dem sich ausprobieren lässt, wie gut Holz Töne leiten kann.
Der Trinkwasser-Erlebnispfad beginnt auf dem Parkplatz links der L 310 etwa einen Kilometer hinter dem Ortsausgang Fuhrberg Richtung Celle. Er ist rund acht Kilometer lang und führt über das Wasserwerk Fuhrberg wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ein Faltblatt mit wissenswerten Informationen liegt an der Schautafel am „Hirschgehege-Parkplatz“ aus.