20. FDP-Hoffest bei Gremmel

Kaum noch Zeit für Fragen: Patrick Döring (2.v.l.) und die Burgwedeler Parteivorsitzende Dr. Isa Huelsz (links) wurden trotzdem von Besuchern umringt. (Foto: Renate Tiffe)

Bundestagsabgeordneter Patrick Döring zu Gast

GROSSBURGWEDEL (ti). Zu ihrem 20. Hoffest in Großburgwedel hatte die FDP den hannoverschen Bundestagsabgeordneten Patrick Döring eingeladen. Aber wie das so ist bei prominenten Gästen: die Planungen müssen weit vorausgehen – und hinterher kommt vieles anders. Döring, der in die Gesundheitsberatungen seiner Fraktion eingebunden ist, konnte sich nur kurz Zeit nehmen für den Aufenthalt in Burgwedel.
Auch sonst stand das Hoffest diesmal nicht gerade unter einem guten Stern. Es war zu viel los in der Stadt, als dass sich die Gäste so zahlreich und selbstverständlich eingefunden hätten wie in den vergangenen Jahren üblich.
Lag es auch an der misslichen Situation, in der sich die Partei nach ihrem Regierungsantritt auf Bundesebene befindet, deren Stimmungswerte sich zur Zeit sozusagen im freien Fall befinden? Döring gab sich alle Mühe, das Vorgehen der Liberalen Partei in Berlin zu erklären und zu rechtfertigen. Klar muss gespart werden, wenn der Bund wesentlich mehr ausgibt, als er einnimmt, klar müssen bei den Sozialleistungen Fragen gestellt werden dürfen, wenn der Sozialetat mehr als die Hälfte des Bundeshaushalts verschlingt. Das Elterngeld als Lohnersatzleistung sollen diejenigen nicht mehr bekommen, die keinen Lohn erwirtschaften. Steuererhöhungen mache die FDP nicht mit, versicherte Döring,  stattdessen wolle sie eine Strukturreform bei den Steuern - wie auch  im Gesundheitswesen, im Bildungssystem, in der Verwaltung. Unterdessen soll Wulff als Bundespräsident gewählt werden. Viel hält sich die FDP darauf zugute, dass die Kanzlerin Anfang Juli die Fraktion besucht.
Leichter hatte es Dörings Landtagskollege Dr. Gero Hocker. Die FDP-Vorsitzende Dr. Isa Huelsz konnte den jungen Wirtschaftswissenschaftler als Nachrücker für den Bundesgesundheitsminister in Großburgwedel begrüßen. Hocker verwies auf eine siebenjährige gute Zusammenarbeit von FDP und CDU in Niedersachsen. Selbstverständlich trat auch er für die Wahl von Christian Wulff ein nach dem Desaster mit dem „Seiteneinsteiger Köhler“. Ansonsten ist der  Abgeordnete aus Achim dabei, sich als umweltpolitischer Sprecher seiner Partei einen Namen zu erwerben.
„FDP stark vor Ort“ stand auf dem blau-gelben Plakat vor dem Scheuneneingang auf Gremmels Hof zu lesen. Etwas weiter im Hintergrund war die großflächige schwarz-rot-gelbe Fahne mit dem Bundesadler und dem FDP-Emblem aus den ersten Nachkriegsjahren nicht zu übersehen, welche die Burgwedeler Liberalen wie einen Schatz hüten. Eine beschwörende Wirkung ging von beiden kaum aus. Der kalte Wind, der der FDP derzeit um die Nase weht, war an diesem Abend nicht nur sprichwörtlich zu spüren. Er machte sich mit zunehmender Dunkelheit auch draußen breit, sodass die Besucher mit dem Platz in der Scheune vorlieb nehmen mussten. Es waren nicht mehr allzu viele.