15 Jahre engagiertes Wirken: Gleichstellungsbeauftragte Monika Franke geht in Altersteilzeit

Jede Menge Blumen gab es für Monika Franke (Mitte) bei der offiziellen Verabschiedung im Rahmen der Ratssitzung. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schwerer Abschied: „Was einem am Herzen liegt, kann man nicht einfach Abstellen“

BURGWEDEL (bs). Sie hat nie viel Aufhebens um ihre Person gemacht, mit ihrem Engagement im Stillen aber unglaublich viel erreicht. Am morgigen Donnerstag, 28. April, ist ihr letzter Arbeitstag in der Stadt Burgwedel: Die Gleichstellungsbeauftragte Monika Franke geht nach 15 Jahren in die Altersteilzeit.
Im Jahr 1996 begann Monika Franke, derzeit noch als Frauenbeauftragte ihre Arbeit in der Kommune Burgwedel. Der Aufgabenstellung entsprechend standen frauenspezifische Themen im Vordergrund. Mit der Gründung des Frauennetzwerkes Burgwedel und der damit einhergehenden Bildung von Arbeitsgruppen wurden gleich in den ersten Jahren wesentliche Verbesserungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgesetzt. Vom Notelterndienst, über Tagesmütterausbildung, Frauennachttaxi, Frauengesundheitswoche, Mentoring-Programm „Mehr Frauen in die Politik“ und nicht zu vergessen die Einrichtung einer Schuldnerberatung vor Ort, die aus der AG „Frau und Armut“ entstand.
Dem offiziellen Wandel von der Frauen- zur Gleichstellungsbeauftragten im Jahr 2005 kam Monika Franke schon Jahre zuvor. „Das ergab sich unter anderem aus dem 1999 gegründeten kommunalen Präventionsrat“, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte. Auch der Runde Tisch Burgwedel (seit 2002) zur Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes (Häusliche Gewalt) betraf nicht nur Frauen sondern natürlich auch Kinder beiderlei Geschlechts. Es folgten das PRINT- (Präventions- und Integrationsprojekt) und das nachfolgende NiKo-Projekt an den Schulen. Ferner die an allen 4. Grundschulklassen durchgeführte Aktion „Mein Körper gehört mir“ zum Schutz vor sexuellem Missbrauch.
Darüber hinaus initiierte die Frauenbeauftragte Seminarreihen zum beruflichen Wiedereinstieg für Frauen, Workshops für Mütter, Anti-Aggressionskurse für Jungen, Computerkurse und Selbstbehauptungskurse für Mädchen und sie brachte 2002 den landesweiten Internet-Stadtführer nicht nur für behinderte Menschen in Burgwedel mit auf den Weg. „Da haben wir einen großen Aufwand betrieben“, erinnert sich Monika Franke. Da wurden die Türbreiten in Schulen, Gaststätten, Apotheken, Hotels und Ärzten gemessen, ebenso wie die Höhe der Knöpfe in den Fahrstühlen und vieles mehr. Dies alles floss ein in den Internet-Stadtführer. Diese hilfreiche Datenbank wurde allerdings im August 2010 wegen zu geringer Beteiligung niedersächsischer Kommunen, also mangels finanzieller Mittel wieder geschlossen.
Eine landesweit beachtete Vorreiterrolle entwickelte sich aus der von Monika Franke 2005 ins Leben gerufenen Ferienbetreuung für die Kinder Berufstätiger, dem so genannten „Sommercamp“, das inzwischen auch in den Oster- und Herbstferien angeboten wird. „Wie viele andere Projekte konnte ich auch dieses nur umsetzen, weil mir Rat und Verwaltung viel Freiraum gelassen haben“, resümiert die Gleichstellungsbeauftragte bescheiden.
Das gelte in besonderem Maße auch für die Umsetzung des Angebotes „Familienhebamme“ und für Monika Frankes letztes großes Projekt „Angekommen in Burgwedel“, bei dem die Gleichstellung von Menschen mit Migrationshintergrund im Vordergrund stand. Auch wenn sie sich auf mehr Freizeit, vor allem auf mehr Zeit zum Lesen, freue, der Abschied fiele ihr schwer, so Monika Franke. „Was einem so am Herzen liegt, kann man nicht so einfach abstellen...“
So flossen auch einige Abschiedstränen bei ihrer offiziellen Verabschiedung auf der Ratssitzung am 11. April. Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt bedankte sich im Namen von Rat und Verwaltung für ihre engagierte Arbeit: „Sie haben immer mit unglaublicher Fachkompetenz ihre Aufgaben verrichtet, Sie waren ein guter Zuhörer und die Gespräche mit Ihnen fanden immer in einem geschützten Raum statt“, so Hoppenstedt. „Monika Franke hat ihren Standpunkt immer mit Nachdruck vorgetragen“. Die Zusammenarbeit mit ihr habe immer sehr viel Freude bereitet.
Für eine Nachfolgerin, die im Mai ihr Amt antreten soll, hat sich der Verwaltungsausschuss schon entschieden. Das war sicherlich keine einfache Aufgabe für den VA, denn die Maßstäbe, die Monika Franke gesetzt hat und damit auch die Erwartungen sind sehr hoch.