11 Frauen und eine Harfe boten ein Chorkonzert der besonderen Art

Elf Frauen und eine Harfe und ein begnadeter Chorleiter sorgten für ein Konzert der Extraklasse in St. Petri. (Foto: Hans Hermann Schröder)

CantAria und Isabel Moretón konzertierten in der St. Petri-Kirche

GROSSBURGWEDEL (hhs). Anders als angekündigt waren es nicht 13 sondern „nur“ elf Sängerinnen, die zum Konzert unter der Bezeichnung „Vielsaitig“ am Samstag in St. Petri auftraten. Das heißt nicht, dass diese elf und Isabel Moretón an der Harfe auch nur ein ganz klein wenig enttäuscht hätten! Nein, ganz im Gegenteil, sie waren einfach so gut, wie man es sich nicht besser vorstellen konnte.
Man fragt sich einfach nur, wie es denn bei Vollständigkeit des Ensembles gewesen wäre. Vielleicht sollten die Verantwortlichen die Künstlerinnen noch einmal zum Konzert in Großburgwedel bitten, dann aber alle, St. Petri wäre dann bis auf den letzten Platz gefüllt!
Das Ensemble besteht genau genommen aus drei Komponenten: Da ist zum einen „CantAria“, die eigentlich 13 Sängerinnen, aber dabei viel mehr als nur ein Chor. Die Damen singen mit Engagement und Leidenschaft, sie entstammen beinahe allen Altersgruppen und üben verschiedene Berufe aus. Sie singen seit 2005 zusammen, das Repertoire ist breit gefächert mit geistlichen und weltlichen Werken aus sechs Jahrhunderten. „CantAria“ errang beim Niedersächsischen Chorfestival 2009 einen zweiten Platz, glänzte bei den A-capella Wochen in Hannover, die intensive Probenarbeit zahlt sich aus in absoluter Präzision und gewaltigem Stimmumfang aller Sängerinnen.
Zweite Komponente ist Bernardo Martinez, Absolvent des Königlichen Konservatoriums in Madrid und Stipendiat der Deutschen Studienstiftung an der Musikhochschule Hannover mit Klavierlehrer- und Pianisten-Diplom und seit 2004 auch mit „CantAria“ als Chorleiter tätig. Bernardo Martinez sorgte nicht nur für viele sechs stimmige Arrangements des Chors, er führte auch auf sehr charmante durch das Programm.
Und schließlich Isabel Moretón, nicht nur eine weltbekannte, sondern auch eine der weltbesten Harfenistinnen auf Erden, erfolgreich bei internationalen Wettbewerben, berühmt durch viele internationale Konzertauftritte und jetzt auch Lehrtätigkeit in einer großen Harfenklasse an der Musikhochschule Hannover.
Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Elf Frauen, die sechs-stimmig singen in einer Zeit, in der andere Chöre die althergebrachten vier stimmigen Sätze zu dreistimmigen Sätzen umschreiben müssen wegen Personalmangel. Und das, was am Samstag sechs-stimmig aus sechs Jahrhunderten zu hören war, geriet wirklich zur Spitzenklasse und ist allemal eine Neuauflage wert.