Ole Lehmanns erfolgreicher Angriff auf das Zwerchfell

1.) Ole Lehmann reizte die Lachmuskeln mit Anekdoten aus seinem Leben bis hin zu dem besonderen „alles ist meins“-Verhalten deutscher Touristen auf Clubfahrtschiffen.
  • 1.) Ole Lehmann reizte die Lachmuskeln mit Anekdoten aus seinem Leben bis hin zu dem besonderen „alles ist meins“-Verhalten deutscher Touristen auf Clubfahrtschiffen.
  • Foto: Anna Kentrath
  • hochgeladen von Birgit Schröder

ISERNHAGENHOF (ak). Gerade bei diesem teils tristen Winterwetter tut es gut mal wieder herzlich und aus vollem Halse zu lachen. Ausreichend Gelegenheit bot sich hierzu vergangenen Freitagabend im Isernhagenhof in Isernhagen FB bei der Show des Stand-up-Comedians Ole Lehmann, bekannt aus dem „Quatsch Comedy Club“.
Gemütlich ging es zu im Foyer des Isernhagenhofes. In kleiner Runde, von etwa 50 Besuchern, entwickelte sich schnell so etwas wie Wohnzimmer-Atmosphäre, was dem Comedy-Format sehr zuträglich war. Ole Lehmann suchte das Gespräch mit dem Publikum und reagierte schlagfertig, voll Witz und Charme.
Eines stellte Lehmann bereits zu Beginn des Abends fest: „Ich sage es gleich am Anfang: Ja, ich bin homosexuell und suche auf diesem Wege auch gern noch einen Tagesabschlussgefährten.“ Die Reaktion auf diese Stellungnahme sei immer die Gleiche, so der Comedian schmunzelnd weiter, die Frauen würden entspannt lachen und die Männer sich fragen, wo hier der nächste Ausgang sei. Hier wurde bereits deutlich, was Ole Lehmanns Programm auszeichnet, er erzählt authentisch, berichtet von Erlebnissen aus seinem Leben.
Aus Hamburg vor einigen Jahren nach Berlin übergesiedelt, stellte er die gekonnt die kulturellen Unterschiede heraus und reizte so bereits zu dem ein oder anderen Lacher. Im lockeren Wechsel vom Hamburger in den Berliner Dialekt, kristallisierte Lehmann die unterschiedlichen Temperamente der Menschen beider Großstädte heraus. Ein Erlebnis in dem sich einige aus dem Publikum wiederfinden konnten, war die Schilddrüsen-OP des Comedians und das für Ungeübte schockierende Drumherum eines solchen Eingriffs, angefangen beim Start eines solchen Eingriffs zu nachtschlafender Zeit bis hin zum OP-Höschen, einem Netzgeflecht, das nicht im Entferntesten hält, was es verspricht.
Das Publikum wusste kaum, wie ihm geschah. Vom Thema Krankenhaus schaffte Lehmann mühelos den Spagat zu seiner Zeit als Entertainer auf den AIDA-Clubschiffen. Anfangs sei sein Entsetzen groß gewesen, als ihm diese Aufgabe zugetragen wurde, denn schließlich kannte er aus der Erfahrung des Gastes, wie unglaublich penetrant Animateure sein können, wenn es darum geht zum Mitmachen zu motivieren. Schließlich musste er aber feststellen, dass das Publikum auf diesen Kreuzfahrtschiffen richtig mitging bei seiner Show. „Ich mache das nun seit 5 Jahren“, schloss Lehmann die Anekdoten mit einem frechen Grinsen ab, „aber wissen sie, was mir immer noch auf den Sack geht, die 2.500 Touristen an Bord“, allein könnte es so schön sein.
In schnellem Tempo ging es für das Publikum von einem Thema zu anderen, zeigte der Comedian Situationen auf, in der der ein oder andere sich wiederzufinden vermochte. Ole Lehmann nahm sich und seine Show keineswegs zu ernst, schaffte es bissig charmant das Publikum zu unterhalten und die Tristesse des kalten Winters für einige Stunden zu vertreiben.

Autor:

Birgit Schröder aus Burgwedel

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