Großübung zur Waldbrandgefahr

Im Übungsszenario: Vermeintlich verletzte Personen mussten gefunden und gerettet werden.
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  • Foto: Feuerwehr Burgwedel
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Großburgwedel (bgp). Am Mittwochabend wurden sämtliche Feuerwehren im Stadtgebiet durch Sirenen und Pieper alarmiert, um einen großflächigen Waldbrand zwischen Wettmar und Fuhrberg zu löschen. Schon kurz nach Eintreffen der Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass es sich um eine Großübung handelte, an der auch Sanitäter der Bundeswehr beteiligt waren. Sie sind derzeit auf dem Schützenplatz Kleinburgwedel stationiert und wurden in das Übungsszenario mit eingebunden.
108 Kameraden der Burgwedeler Feuerwehren und 19 der Bundeswehr-Sanitätseinheit beteiligten sich an der Übung. Aufgrund der Dimension des simulierten Waldbrands rückten mehr als 20 Fahrzeuge an. Der Standort am Feuerwehrhaus Wettmar wurde als sogenannte ELO, Einsatzleitung vor Ort, genutzt. Im dort stationierten Einsatzleitfahrzeug liefen alle Informationen zusammen: Die Lage in den verschiedenen Brandabschnitten wurde ständig aktualisiert, daraus abgeleitete Brandbekämpfungsmaßnahmen oder Personenrettung koordiniert.
„Wir haben in diesem Fall simuliert, dass die üblichen Rettungskräfte vor Ort nicht verfügbar waren und die Bundeswehr die Personenrettung übernehmen wird“, erklärte Stadtfeuerwehrsprecher Nils Wöhler. Eine Übung in der Größenordnung ist nicht alltäglich für die Ortsfeuerwehren, deren Einsätze normalerweise allein oder mit ein bis zwei dazu alarmierten Feuerwehren aus den Nachbarorten abgewickelt werden können. Die Übung wurde geheim ausgearbeitet, damit die Alarmierung und der Einsatz unter möglichst realistischen Bedingungen durchgeführt werden konnte.
Drei Personen waren mutmaßlich in den Flammen eingeschlossen und mussten im Wald gefunden werden. Das gelang den Einsatzkräften recht schnell. Die Verletzten mit vermeintlicher Rauchgasvergiftung wurden von den Sanitätskräften der Bundeswehr zügig in ihren gepanzerten Sanitätsfahrzeugen versorgt. „Im Ernstfall wären die verletzten Personen zum Standort Bergen transportiert worden“, so Nils Wöhler.
Da sich der Einsatzort weitab von einer Wasserversorgung befand, wurde ein Tausend Liter Faltbehälter im Pendelverkehr befüllt. Die Einsatzkräfte pumpten die Wassertanks ihrer Fahrzeuge an der nächsten Wasserstelle voll, um es anschließend zum Faltbehälter zu bringen. „Der Wassereinlass geht schneller als die Wasserentnahme aus dem Faltbehälter, somit können auch weit abgelegene Stellen rasch mit Löschwasser versorgt werden“, lässt der Feuerwehrsprecher wissen.
Für die Bewältigung des Großeinsatzes sind außerdem sechs Stabsstellen zuständig: Die erste Stabsstelle kümmert sich um das Personal und behält die Übersicht über die Einsatzkräfte. Die taktische Stabsstelle zwei ist für die Lagedarstellung, Karten und Dokumentation zuständig. Einsatzbesprechungen und Lagebeurteilung sind in Stelle drei angesiedelt, während die Versorgung mit Sprit, Pumpen, Rettungsmaterial sowie Essen und Trinken über die Stabsstelle vier laufen. Die Presse- und Medienarbeit findet über die Stabsstelle fünf statt. Information und Kommunikation mit externen Stellen, wie beispielsweise Abbruchunternehmen, die hinzugezogen werden müssen, laufen über die Stabsstelle sechs. Sie setzt sich auch mit dem Ordnungsamt in Verbindung, um sich kostenpflichtige Aufträge an externe Unternehmen genehmigen zu lassen.
Der Verlauf der Übung wird von Nils Wöhler als grundsätzlich „ganz gut“ eingeschätzt, er wolle jedoch nicht der detaillierten Analyse durch den Stadtbrandmeister vorgreifen. Eine Nachbesprechung der Großübung wird erst in den nächsten Tagen erfolgen. „Da wissen wir dann ganz genau, was gut gelaufen ist oder wo noch nachgebessert werden muss“, erklärt er.

Im Übungsszenario: Vermeintlich verletzte Personen mussten gefunden und gerettet werden.
Bundeswehr und Feuerwehr arbeiteten Hand in Hand bei der Großübung im Wald zwischen Wettmar und Fuhrberg.
Autor:

Gabriele Gosewisch aus Lehrte

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