Die Zukunft der Kommunen: Weniger – bunter - älter

Rege diskutiert wurde bei der Neujahrsbegegnung der SPD.
  • Rege diskutiert wurde bei der Neujahrsbegegnung der SPD.
  • Foto: Renate Tiffe
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GROSSBURGWEDEL (ti). Es ist schon eine Zeit lang her, da wurden beim Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Antiquitäten-Café aktuelle Burgwedeler Themen aufgearbeitet, bzw. vorangebracht. In der Art dieser Treffen lud jetzt die SPD zu einem Empfang ein, bei dem die Bundestagsabgeordnete Caren Marks zum demographischen Wandel sprach.
Der Stadt Burgwedel bescheinigte die SPD-Politikerin aus der Wedemark, dass sie beste Voraussetzungen biete, dass aber auch hier Veränderungen in der Altersstruktur erkennbar seien, mehr als in manchen anderen Kommunen. Die positive Ausgangsposition bringe eine große Verantwortung mit sich und sei zugleich eine Herausforderung für die Zukunft. Alter sei heute nicht gleich Alter. Es gelte zu differenzieren zwischen den Älteren, die mobil und fit seien und sich bei der gesellschaftlichen Gestaltung mit einbringen könnten, und den Hochbetagten, die auf Altenhilfe und Altenpflege angewiesen seien. Letztere sollten alle mit im Blick haben. Es gehe darum, dass die Kommune sich in ihrer Infrastruktur vernünftig aufstelle, dass sie für Mobilität und nahe Einkaufsgelegenheiten sorge und dass beim Wohnungsbau mehr auf altengerechte Wohnmöglichkeiten geachtet werde. Frau Marks warnte davor, einfach davon auszugehen, dass im Blick auf den demographischen Wandel weniger Schulen und Kindergärten gebraucht werden. An deren Stelle müssten mehr Stätten für die Begegnung zwischen den Generationen geschaffen werden. Die angestrebte Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse auch die Pflege alter Menschen mit beinhalten. Als Bundestagsabgeordnete forderte sie, dass die Kommunen allgemein finanziell besser ausgestattet werden müssten, um diesen Aufgaben gewachsen zu sein.
Den Blick speziell auf Burgwedel gerichtet, meinte die Sozialpolitikerin, dass die ältere Generation mehr in die politische Gestaltung mit einbezogen werden müsste. Frauen und Männer, denen bei ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten viel zugetraut werde, müssten auch die Chance haben, ihre Potentiale im Rat und in den Ausschüssen nutzen zu können. Sie monierte, dass die Bildung eines Seniorenbeirates von Verwaltung und Politik bis jetzt blockiert worden sei. Es sollte nicht locker gelassen werden, die aktive Teilhabe der Senioren anzustreben, wenn es um das Miteinander der Menschen in der Stadt und ihren Ortsteilen gehe. Wer sich jetzt nicht darum kümmere, müsse möglicherweise in 10 oder 20 Jahren erleben, dass nicht mehr alles so in Ordnung sei, warnte sie. Die Veränderungen in der Demographie seien für sie undenkbar ohne demokratische Teilhabe.
Im Anschluss an den Vortrag wurde an den Tischen weiterdiskutiert. Anwesend bei der Veranstaltung waren neben einigen Ratsmitgliedern die Regions- und Landtagsabgeordneten Andreas Strauch und Marco Brunotte. Die Parteivorsitzende Karin Beckmann wies darauf hin, dass die Kommunen nicht alles aus eigener Tasche bezahlen könnten und dass Burgwedel für manche Einrichtungen – beispielsweise die angestrebten Pflegestützpunkte – allein zu klein sei. Die politische Teilhabe der Senioren sei schwer zu realisieren, wenn sie von Verwaltung und Politik kritisch gesehen werde.

Autor:

Birgit Schröder aus Burgwedel

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