Alaaf - Lindener Narren stürmen den Isernhagenhof

Zurück in die „Golden Twenties“: die Charleston-Truppe von Blau-weiß in pinkfarben.
2Bilder
  • Zurück in die „Golden Twenties“: die Charleston-Truppe von Blau-weiß in pinkfarben.
  • Foto: Renate Tiffe
  • hochgeladen von Birgit Schröder

ISERNHAGEN (ti) „Isernhagen Alaaf“ – das klang am Anfang noch ein wenig sperrig, was sich aber im Laufe des Abends gab. Die Isernhagener probten den Karneval und hatten sich zum Einüben die erste hannoversche Adresse ausgesucht. Die Lindener Narren, wieder aus Berlin zurück und sozusagen von allerhöchster Stelle geadelt, stürmten den Isernhagenhof. Etwa 120 Isernhagener waren dabei – teils kostümiert, teils amüsiert.
Es war ein dreistündiges Nonstop-Programm, was Narren-Präsident Martin Argendorf höchstselbst und seine blau-weiße Gefolgschaft präsentierten. Beginnend mit dem Marschtanz der Junioren ging eine Show-Einlage nach der anderen über die Bühne: Männerchor und Männerbalett, Büttenreden, die Prinzengarde, ein Charleston- Rückgriff in die Golden Twenties, eine Jonglage mit Lichteffekten von den Show-Majoretten, ein Medley der Tanzmariechen mit höchster Akrobatik und gekonnter Choreografie. Etwas ungewohnt das Dreigestirn: Prinz, Jungfrau und Bauer, alle drei gestandene Karnevalisten, allen voran die (männliche) „Jungfrau“, Küsschen für den Moderator und auch für die Isernhagener Granden, die auf die Bühne geleitet wurden, Emil Brockstedt und die Ortsbürgermeister, Friedrich Redeke von FB und Friedrich Dusche aus KB. Inzwischen hatten die Isernhagener gelernt, was eine Rakete ist: Tempo 1 Klopfen, Tempo 2 Trampeln, Tempo 3 Pfeifen. Ein anerkennendes „Na, geht doch“, des Präsidenten beflügelte zum reichlichem Gebrauch dieser Beifallsbekundungen und das Auf und Nieder auf den Plätzen hielt zusätzlich in Schwung.
Der Abend und die Stimmung neigten dem Höhepunkt zu als einer der ihren die Bütt betrat. Rudolf Scharf, sozusagen Hausherr des Isernhagenhofes und als Ehrensenator von Blau-weiß nicht karnevals-unerfahren zog alle Register des politischen und sonstigen Witzes, zuweilen mit erhobenem Finger und oft genug von Lachern und von Beifall unterbrochen. In Reimform zog er zuerst „die da oben“ ab: „Berlin, denk ich, ist ganz von Sinnen...“. Munter knöpfte er sich die Ministerriege vor, verteilte schon mal ein Lob und ließ auch die Kanzlerin nicht aus: habt Ihr mal drüber nachgedacht, was unsre Angie alles macht? Na, ne ganze Menge, was vielen nicht passt.
Besser weg kamen besagte Ortsgrößen, wobei Redeker mit auf den Weg gegeben wurde, ja für einen guten Nachfolger zu sorgen: „nen Weichen können wir nicht brauchen, in FB müssen Köpfe rauchen“. Wie ein Löwe soll der andere Friedrich für sein Dorf kämpfen. Kritisches dagegen zur Verglasung des Standesamtspavillons und zu den „verdrehten“ Parkplätzen am NP in NB. Auch Altwarmbüchen bekam etwas ab wegen der 10-Kilometer-Zone. Zuletzt landete Scharf da, wo sein Herz schlägt, am Isernhagenhof: „lasst für den Hof uns alles geben, seid oft hier Gast, sponsert uns eben“. Im nächsten Jahr wird der Saal voll sein, ist er überzeugt. Die ersten Karten-Vorbestellungen soll es schon geben.

Zurück in die „Golden Twenties“: die Charleston-Truppe von Blau-weiß in pinkfarben.
Stieg höchstpersönlich in die Bütt: Der Vorsitzende des Isernhagenhof-Kuturvereins, Rudolf Scharf.
Autor:

Birgit Schröder aus Burgwedel

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.