Warum der Osterhase jedes Jahr die Ostereier versteckt

Zum Fest haben die Hasen das Monopol als Eierverteiler. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Zum Fest haben die Hasen das Monopol als Eierverteiler

ALTKREIS BURGDORF (hhs). „Kein Osterfest ohne den Osterhasen“, ist eine Pressemitteilung der Jägerschaft Burgdorf neulich überschrieben worden. Die Burgdorfer Jäger sind in dieser Sache für das Original zuständig, den europäischen Feldhasen, der allen süßen und anderen Osterhasen gewissermaßen Modell gestanden hat. „Meister Lampe, das Original, ist in unserer Gegend immer noch heimisch“, freute sich der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft Hans-Otto Thiele aus Röddensen. Thiele ist seit vielen Jahren Jäger und Naturfreund, er weiß, dass es früher mehr Hasen gab und ganz früher noch viel mehr, so viele, dass Hasen die am häufigsten vorkommende Wildart waren. Sie wurden zum Frühlingssymbol, ebenso wie die Eier, die die Vögel draußen in freier Natur nun legen und bebrüten. Dass die Hasen als Osterhasen nun die Ostereier bemalen und verstecken, damit man sie am Ostermorgen suchen muss, hat sich auch erst spät entwickelt, in einer langen Geschichte.
In vorchristlicher Zeit soll es in vielen Gegenden Europas üblich gewesen sein, zu Frühlingsbeginn die Familie, Nachbarn und Freunde mit Eiern zu beschenken. Mit der Christianisierung kam dieser Brauch aber in Verruf: Die Kirche sah in ihm ein heidnisches Ritual und verbot ihn zunächst bei hoher Strafe. Das nützte aber nicht viel, denn die Menschen damals fanden aus dieser Misere einen Ausweg. Die „Ostereier“ wurden nachts, wenn es niemand sehen konnte, draußen auf Wiesen und Feldern versteckt und die zu Beschenkenden mussten sie dann am nächsten Morgen suchen. Damit ist auch die Tradition des Ostereiersuchens erklärt, aber immer noch nicht die Verbindung zum Osterhasen.
Irgendwann wird sicherlich einmal ein Kind gefragt haben, wer denn die Eier draußen versteckt habe. Eine Frage, bei der die ehrliche Antwort der Eltern wegen der kindlichen Neigung, sich zu verplappern, empfindliche Strafen befürchten ließ. Hier kamen nun Hahn, Fuchs, Storch, Kuckuck und letztlich auch der Hase als Eierbringer ins Spiel. Der Osterhase als einziger Eierverteiler gewissermaßen mit Monopol hat sich erst später durchgesetzt. Seit dem 16. Jahrhundert werden Ostereier gefärbt, am Ende des 17. Jahrhunderts finden sich schriftliche Hinweise darauf, dass Ostereier für die Kinder versteckt werden.
Man vergesse dabei nicht, dass diese Ostereier damals Grundnahrungsmittel waren und nicht der Dekoration dienten. Diese Funktion erhielten sie viel später und gemeinsam mit anderen Frühlings- und Glückssymbolen wie Osterküken oder Kleeblatt. Ende des 19. Jahrhunderts veränderten sich im Zuge von Industrialisierung und dem Handel aller europäischen Staaten mit ihren überseeischen Kolonien insbesondere Kakao, Zucker und Kokosfett vom Luxusgut zur erschwinglichen Massenware. In diesen Jahren wurden die Wurzeln gesetzt für viele Produkte, „ohne die es heute nicht mehr geht“: Schokolade, Zuckergebäck, Marzipan, um nur einige zu nennen. Klar, dass man auch die Möglichkeiten der Vermarktung christlicher Feste wie Weihnachten und Ostern in dieser Beziehung entdeckte. Schoko-Weihnachtsmänner und -osterhasen wurden Massenprodukt. Hannover und Umgebung erlangten hier mit ihren großen Keks- und Schokoladenfabriken eine Vorreiterrolle. Die ersten Industrie-Osterhasen aus Schokolade kamen nackt auf den Markt, dann ging man dazu über, sie in Stanniol, einer dünnen Folie aus einer Zinn-Kupferlegierung einzuschlagen. Damit war die Idee, sie dekorativ zu bemalen, nicht mehr weit. Heute wird Stanniol durch Aluminium ersetzt und erst die „Bemalung“ der süßen Figur gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen Weihnachtsmann oder aber einen Osterhasen handelt.