Überall im Altkreis Burgdorf lodern wieder die Osterfeuer

Am Ostersamstag und am Ostersonntag werden wieder überall in den Ortschaften die Osterfeuer brennen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Über den Aufwand, ein zünftiges Osterfeuer zu organisieren

ALTKREIS BURGDORF (hhs). In beinahe allen Ortschaften des Altkreises Burgdorf werden am Ostersamstag oder am Ostersonntag wieder die Osterfeuer angezündet werden und ebenfalls überall werden die Einwohnerinnen und Einwohner in großer Zahl kurz vor Einbruch der Dämmerung dorthin gehen. Meistens werden diese typischen Frühjahrsevents von den Ortsfeuerwehren organisiert und auch durchgeführt. Das ist ein ziemlicher Arbeitsaufwand für die Kameradinnen und Kameraden: Sie müssen die Anfuhr der Brennmaterials vorbereiten, den Mitbürgern erläutern, was diese dorthin transportieren dürfen und was nicht, schließlich müssen sie am Ostersamstag alles Brennmaterial zu einem großen Brennhaufen aufschichten, was in den meisten Fällen nicht funktioniert ohne den freiwilligen Einsatz einiger Landwirte mit ihren Schleppern mit Frontlader.
Doch damit nicht genug, auch die notwendige Infrastruktur muss her: Grillstände, Bratwurstbude, Getränkestand mit einem gewissen abwechslungsreichen Angebot für große und kleine Besucher. Man weiß in Feuerwehrkreisen natürlich auch, dass ein Osterfeuer erst richtig die Bevölkerung begeistert, wenn auch die entsprechende Musik vor Ort vorhanden ist. Nun haben die Blauröcke meistens Glück, denn in dieser Beziehung können sie auf die Mitwirkung ihrer Kameraden von den Feuerwehrmusikzügen zurückgreifen. Diese legen dann einige zusätzliche Übungsabende ein, um ihr Repertoire an Frühlingsliedern aufzupolieren. Zum Schutz der ebenso kostbaren wie empfindlichen Instrumente vor Witterungsunbilden muss dann aber noch ein Zelt organisiert werden oder ein Anhänger mit Plane von einer Spedition.
Häufig sorgen die Ortswehren obendrein für einen Windschutz auch für die Osterfeuerbesucher, und auf diese Konstruktionen sollte man am Ostersamstag ein Auge werfen. Man erkennt, zu wie viel Phantasie die Damen und Herren in den blauen Uniformen fähig sind. Zum Schluss werden rund um den Haufen mit Brennmaterial noch ein paar Pfähle eingeschlagen, um den Gefahrenbereich abzusichern. Das empfiehlt sich, denn mit zunehmender Abendkälte und Alkohol wächst erfahrungsgemäß der Drang der Gäste nach Wärme. Dann folgt noch das Aufstellen von sogenannten Biertischgarnituren, Abfallsäcke werden bereitgestellt und vielerorts auch das Feuerwehr eigene Gebläse für den Fall, dass der Brennhaufen nicht richtig in Gang kommen will.
Wenn das alles soweit ist, dann haben die meisten freiwilligen Helfer schon einen Zwölfstundentag hinter sich. Ein Generator wird abschließend noch etwas weiter weg vom Ort des Geschehens platziert, damit man nicht nur im Schein des Feuers schauen und die Stimmung genießen kann, denn Licht muss sei, allein schon, allein damit die Musiker ihre Noten erkennen können.
Nun kann, mit Einbruch der Dämmerung das Osterfeuer entzündet werden, was meistens vom Feuerwehrnachwuchs, den Jugendwehren übernommen wird.
Doch damit hat die Arbeit noch kein Ende. Zum einen müssen die Kameraden dafür sorgen, dass keine Unfälle geschehen. Wenn dann die letzten Gäste und Besucher den Brennplatz verlassen, müssen sie noch als Brandwache eine Weile vor Ort bleiben. Am nächsten Morgen wird diese Infrastruktur wieder abgebaut, der Abfall eingesammelt und alles weggefahren. Ein paar Tage später meistens, wenn die Glut vollkommen erkaltet ist, muss auch diese vom Brennplatz verschwinden. Man denke beim Osterfeuerbesuch daran, was das alles für Arbeit und Einsatz erfordert, nicht nur bei den Ortswehren, sondern auch bei allen anderen Veranstaltern,und danke dann einmal den Kameraden. Die freuen sich immer über eine Spende für ihren Nachwuchs, und damit stellt man irgendwie auch das Überleben des schönen Osterfeuerbrauches sicher....