CDU-Politiker auf Sommertour

Naturschutzförsterin Kerstin Geier (Mitte) erläutert den Politikern Dr. Hendrik Hoppenstedt (l.) und Rainer Fredermann (r.) das "mäandrierende Fließgewässer" im Sprillgehege (hinten l. Forstamtsleiter Hans-Martin Roese).
 
Dr. Hendrik Hoppenstedt (l.) und Rainer Fredermann (r.) mit Kerstin Geier und Hans-Martin Roese auf Sommertour im Sprillgehege.

Hendrik Hoppenstedt besucht das Forstamt Fuhrberg, wo Naturschutz und Forstbetrieb unter einen Hut gebracht werden müssen

FUHRBERG (bgp). Auf seiner Sommertour bereiste der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt verschiedene Stationen in Burgwedel, Isernhagen und Burgdorf.
Am Dienstag standen neben der Burgwedeler Diakoniestation und dem Unternehmen Relog auch die Heimatdiele Wettmar und das Fuhrberger Forstamt auf dem Programm. Begleitet wurde er dabei von dem CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann.
Schon bei der Begrüßung stellte Forstamtsleiter Hans-Martin Roese humorvoll klar: „Wir zeigen keine Käfer und keine Dürre.“ Vielmehr wolle er verdeutlichen, wie im Forstamt Fuhrberg das Thema „Naturschutz“ anhand von Fließgewässern umgesetzt werde. „Erholung, Naturschutz und der Forstbetrieb sollten möglichst konfliktfrei laufen, ist aber nicht ganz einfach“, ließ der erfahrende Forstmann wissen. Er führte seine Gäste gemeinsam mit Naturschutzförsterin Kerstin Geier in das südlich von Fuhrberg gelegene Sprillgehege.
Hoppenstedt genoss den Termin „an der frischen Luft“ in dem Waldgebiet, das zum örtlichen Forstamt gehört. Dort erläuterte Kerstin Geier das „mäandrierende Fließgewässer“, das sich durch das Sprillgehege zieht. Während Gewässer in der modernen Agrarwirtschaft durch Begradigung und homogene Fließgeschwindigkeit den menschlichen Bedürfnissen angepasst worden seien, folgten Gewässer im Wald meist ihrem ursprünglichen Verlauf oder wiesen nur eine schwache Begradigung auf, so Geier.
Hans-Martin Roese wies auf die Bemühungen der Niedersächsischen Landesforsten hin, möglichst natürlichen Bewuchs zur Befestigung im Uferbereich und ins Wasser fallendes Totholz im Flusslauf zu belassen. „In sandreiche Flüsse wird außerdem Kies eingebracht und das ehemalige Flussbett wieder reaktiviert“, so Roese.
Im Wald zeigte Kerstin Geier den Politikern einen umgestürzten Baum, der quer über dem Bach liegt. Am gegenüberliegenden Ufer war ein „Prall- und Leithang“ durch Unterspülung zu sehen. „Hier fließt das Wasser langsamer und bietet einer Vielzahl von Arten einen Lebensraum“, so die Naturschutzförsterin. Sie ist Ansprechpartnerin für die Revierförster, wenn es um Naturschutzvorgaben geht und hält den Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde und den Naturschutzverbänden. Auch Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung von besonderen Projekten gehören zu ihren Aufgaben.
Ganz ohne die „Borkenkäfer-Debatte“ kamen die Beteiligten dennoch nicht aus. Hans-Martin Roese berichtete den Politikern von 50 Prozent Wertverlust für Fichtenholz, dessen Preis durch die Borkenkäferplage rasant gefallen ist. Die Bäume hätten massenhaft gefällt werden müssen, private Forstbetriebe seien davon besonders betroffen und bräuchten Unterstützung.
„Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe für den Agrarstruktur- und Küstenschutz“, warf Hoppenstedt ein und verwies auf 10 Millionen Euro, die „im Topf“ seien. „Das wird der Katastrophe nicht gerecht“, waren sich die Beteiligten jedoch einig. Roese untermauerte das mit einem Bericht von „kahlen Hängen“ und großen Flächen im Nationalpark Harz, die massenhaft mit Totholz übersät seien, das kaum mehr abgefahren werden könne.
Der Forstamtsleiter verdeutlichte auch, dass er Naturschutz befürworte, jedoch große Probleme darin sehe, die Vorgaben der EU in dieser Hinsicht umzusetzen. Allein die vorgeschriebenen Ausweisungen der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) seien in Niedersachsen noch nicht einmal abgeschlossen.
Wenn schließlich alle Naturschutzverordnungen umgesetzt worden seien, gelte in diesen Gebieten das „Wegegebot“, betonte Roese. Das bedeute, man dürfe ausschließlich die vorgegebenen Wege nutzen und diese nicht verlassen. Zusätzlich müssten alle Veranstaltungen in den geschützten Gebieten angemeldet werden. „Jede Laufgruppe, die sich wöchentlich trifft, ist dann eine organisierte Veranstaltung, die bei der Unteren Naturschutzbehörde angemeldet werden muss“, kritisierte der Forstamtsleiter.