Wohin führt der Weg des TSV Friesen Hänigsen?

Auf den Weg nach oben oder unten? Der dezimierte Kader des TSV Friesen Hänigsen für die kommende Saison mit dem neuen Trainer Jürgen Jung. (Foto: Klaus Depenau)

„Friesen“ wollen bessere Platzierung als in der abgelaufenen Saison erreichen

HÄNIGSEN (mj). Bereits der Fototermin belegt, welche Probleme in dieser Saison auf den TSV Friesen Hänigsen zukommen könnten. Nur zwölf Spieler waren vor einer Woche am Sonnabendmorgen zum Training erschienen. Zwar fehlten urlaubs- bzw. arbeitsbedingt Spieler wie der A-Junior Louis Mau, Nachwuchsspieler Philipp Tietze, Malte Bork, Alexander Walter, Benjamin Otte und Stefan Hering, doch lassen sich angesichts eines nur 20-köpfigen Aufgebots keine großen Sprünge machen. Erst recht nicht nach dem Weggang ihres mit 17 Treffern erfolgreichsten Stürmers Jannis Iwan, der nun beim Landesligisten Heesseler SV für Tore sorgen soll. Zu allem Überfluss stehen sowohl Malte Bork als auch sein Bruder Nils durch ihre studienbedingten Aufenthalte im Ausland häufig nicht zur Verfügung. So greift Malte Bork erst Mitte September in das Punktspielgeschehen ein, da er sich zu Zeit in Barcelona aufhält.
Es besteht also kein Grund, euphorisch in die Zukunft zu blicken. Erst recht nicht, weil bereits die abgelaufene Serie nahezu bis zum Abpfiff zu einer Zittersaison wurde. Am Ende reichte es zwar noch zum 13. Rang und damit zum Klassenerhalt, doch war die abgelaufene Saison nicht dazu angetan, Lobeshymnen über den amtierenden Vizemeister anzustimmen, der noch vor einem Jahr erst im zweiten Relegationsspiel den Aufstieg in die Bezirksliga durch eine Niederlage gegen den SC Rinteln verpasste. Von Beginn an lief bei den „Friesen“ wenig zusammen. Zahlreiche Leistungsträger fehlten häufig verletzungs- und berufsbedingt sowie zum Bedauern von Trainer Christian Lieke auch aus privaten Gründen.
Fünf Spieltage vor Saisonschluss kam nach einer 0:11-Klatsche beim Aufsteiger TSV Engensen das vorzeitige Aus für Christian Lieke, für den der Nachfolger mit Jürgen Jung bereits feststand. Doch blieb der Wechsel ohne Wirkung. Der einzige Sieg in Uetze wurde ohne den neuen Coach erzielt, für den ab sofort nur noch Ergebnisse zählen. Neben Jannis Iwan sind auch Renè Haak (TSV Germania Arpke) und Jan Schultz (TuS Bröckel) nicht mehr dabei. Die Neuzugänge halten sich mit Heimkehrer Peter Galeczka (MTV Immensen II), Louis Mau (SV Nienhagen A-Jun.), Philipp Tietze (II. Herren) und Hamid Hassen (1. FC Burgdorf) in überschaubarem Rahmen, wie auch das derzeitige Spieleraufgebot mit nur 20 Akteuren. Da klingt der Wunsch des 47-jährigen „Friesen“-Coaches fast wie ein Hilferuf, wenn er den Wunsch äußert, eine bessere Platzierung als in der abgelaufenen Saison zu erreichen.
Falls es den „Friesen“ gelingen sollte, noch die eine oder andere Verpflichtung von neuen Spielern zu tätigen, was angesichts der Zustimmung des abgebenden Vereins schwierig sein dürfte, könnte dies ein Hoffnungsschimmer sein. So muss es für die Hänigser wie ein willkommenes Geschenk vorgekommen sein, dass ihnen quasi mit Torschluss noch ein Stürmer ins Haus flog, der bei seinem bisherigen Verein bewiesen hat, dass er hin und wieder für ein Tor gut ist. Hamid Hassen, 26-jähriger Stürmer des Klassengefährten 1. FC Burgdorf, will nun bei den „Friesen“ für die nötigen Tore sorgen. Ob er allerdings in der Lage ist, einen so schnellen und torgefährlichen Angreifer wie Jannis Iwan zu ersetzen, bleibt abzuwarten.