„Wölfe“ entscheiden über Schicksal von Trainer Michael Frontzeck

Hannover 96 ist beim VfL Wolfsburg zum Siegen verdammt

HANNOVER (kd). Nun ist das eingetreten, was der MARKTSPIEGEL bereits in seiner Mittwoch-Ausgabe in dieser Woche prophezeit hatte, als er in Richtung der 96-Verantwortlichen um den 96-Präsidenten Martin Kind eine Warnung aussprach: „Der grenzenlose Optimismus bei dem trotz der Negativserie immer noch sehr selbstbewussten hannoverschen Cheftrainer Michael Frontzeck könnte aber schon am heutigen Mittwoch ins Gegenteil umschlagen, wenn Hannover 96 sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nicht gewinnen sollte. Das Malheur würde sich noch verschlimmern, wenn zeitgleich das noch punktlose Schlusslicht Borussia Mönchengladbach zu Hause gegen den FC Augsburg die Kurve kriegen und siegen sollte. Dann könnte tatsächlich der Supergau eintreten, dass Hannover 96 in der englischen Woche vor dem schweren Auswärtsspiel am Sonnabend um 15.30 Uhr beim heimstarken VfL Wolfsburg als Träger der „Roten Laterne“ in die VW-Stadt anreisen muss.“
Genau dieser Fall ist nun nach der wieder einmal enttäuschenden Leistung von Hannover 96 durch die 1:3 (1:2)-Niederlage gegen die bisher punktlose Mannschaft vom VfB Stuttgart vor 36.800 Zuschauern in der HDI-Arena eingetreten. Da auch die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach nach der plötzlichen Demission ihres Cheftrainers Lucien Favre ihr Heimspiel gegen den FC Augsburg mit 4:2 (4:0) gewann, sind die 96er nach fünf Niederlagen in Folge jetzt mit nur einem Punkt alleiniger Tabellenletzter. Mit der gebotenen Ironie könnte man sagen, dass dies ideale Voraussetzungen für das Auswärtsspiel am heutigen Sonnabend um 15.30 Uhr beim Tabellenvierten VfL Wolfsburg sind, der zu Hause immer noch ohne Punktverlust ist und bisher erst ein Gegentor zuließ.
Da Hannover 96 nach dem Last-Minute-Klassenerhalt in der vergangenen Bundesligasaison offenbar nicht die nötigen Lehren und Konsequenzen gezogen hat und bis auf Torhüter Ron-Robert Zieler, Hiroshi Kiyotake und Sanè eine Mannschaft zusammengestellt hat, die leider über kein Bundesliganiveau verfügt, ist trotz des 1:0-Führungstreffers durch den 96er Kenan Karaman und den danach folgenden Toren der Stuttgarter durch Christian Gentner (16.), Timo Werner (18.) und Alexandru Maxim (90. +1) bei der 1:3-Heimpleite gegen den VFB Stuttgart die Aufregung in der niedersächsischen Landeshauptstadt schon wieder groß. Zumal Martin Kind die kritische Lage offenbar richtig einschätzt, wenn er öffentlich erklärt: „Das entspricht der derzeitigen Leistungssituation."
Zur aktuellen Situation hofft der mächtige 96-Präsident beim heutigen Auftritt in Wolfsburg wohl auf eine Verunsicherung beim deutschen Pokalsieger nach der 1:5 (1:0)-Niederlage beim FC Bayern München. So darf sich Michael Frontzeck zumindestens am heutigen Sonnabend der Unterstützung seines Chefs sicher sein, der wissen ließ: „Ich kann nicht gestern sagen, dass Michael Frontzeck bleibt, und das heute wieder zurücknehmen. Er sitzt am Sonnabend in der VW-Arena auf der Bank", sagte Martin Kind nach der Pleite am Mittwoch. Damit könnte es heute ein Endspiel für den 96-Coach sein. Offiziell bestätigt wurde zumindest jetzt, dass mit Martin Bader vom 1. FC Nürnberg ab dem 1. Otkober 2015 ein neuer Geschäftsführer Sport verpflichtet wurde.