TSVHannover-Burgdorf will Weihnachten eine Bescherung

Mit aufgeblasenen Wangen will Asgeir Örn Hallgrimsson mit der TSV am 2. Weihnachtstag versuchen, beim Favorit Füchse Berlin zu überraschen. (Foto: Holger Staab)

Im Auswärtsspiel beim Topfavorit Füchse Berlin ist die TSV krasser Außenseiter

BURGDORF (hs). Auch an den Weihnachtsfeiertagen bekommen die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf keine Ruhe. Nach den wirklich nicht angenehmen Wochen im November und Dezember mit dem Absturz in der Tabelle und reichlich Abstiegsgefahr droht am 2. Weihnachtfeiertag eine Niederlage bei den Füchsen Berlin. Feiern wird die TSV in der TOYOTA Handball-Bundesliga nur bedingt, aber mit einer guten Leistung wollen sie in Berlin zumindest Zuversicht für die nächsten Partien schöpfen.
Am Sonntag, 26. Dezember, ab 17.30 Uhr ist Hannover-Burgdorf bei der Überraschungsmannschaft der Hinrunde, den Füchsen Berlin, zu Gast. Das erste Rückrundenspiel für Trainer Aron Kristjánsson und seine Schützlinge. Und es wird gleich eine sehr emotionale Partie, denn in der Rückrunde muss die TSV Boden gutmachen und alles geben, damit der Klassenerhalt noch geschafft werden kann. Bereits drei Tage später, am 29. Dezember, ab 20.15 Uhr steht das nächste wichtige Spiel auf dem Spielplan, dann geht es im Heimspiel in der AWD-Hall gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, MT Melsungen.
Jeder Punkt, den die Mannschaft um Torwart Nenad Puljezevic überraschend gewinnen kann, ist Gold wert.
Die letzten Partien ließen viele Rückschlüsse zu, die Konkurrenten sammelten fleißig Punkte, die TSV zeigte wieder Siegeswillen, aber auch Unsicherheiten. In Berlin wird es aber am Weihnachtstag besonders schwer, denn das Team um Trainer Dagur Sigurdsson hat eine bemerkenswerte erste Halbserie hingelegt. Zwar behauptet Manager Bob Hanning: „Die Mannschaft ist noch nicht reif für den Titel oder die Spitzengruppe“, von der Tabellensituation und den tollen Ergebnissen sieht das aber ganz anders aus. Auch gegen die Topteams der Liga wurden Erfolge realisiert. Zuletzt gewannen sie am vergangenen Dienstag glücklich mit 27:26-Toren gegen den SC Magdeburg. Das Ziel der Füchse bleibt ein Platz, der für die Qualifikation für den Europapokal ausreicht.
Das ist mehr als möglich, denn die Berliner haben eine eingespielte Mannschaft zusammen. Auch im ersten Spiel bei der TSV, nach anfänglichen Schwierigkeiten, haben sie souverän gewonnen. Der 26:18-Erfolg brachte die Füchse auf die Erfolgswelle, obwohl Jacek Bedzikowski und seine Mitspieler bis zum 9:9-Pausenstand mithalten konnten. Erst ab der 45. Minute setzte sich Berlin ab.
Mit Silvio Heinevetter haben sie einen exzellenten Torwart zwischen den Pfosten, der mit seinen unkonventionellen Bewegungen die Werfer zum Verzweifeln bringen kann. Aber auch im Angriff ist der Gastgeber gut bestückt. Von der rechten Rückraumseite gelangen Alexander Pettersson gegen Burgdorf acht Treffer. Nationalspieler Sven-Sören Christophersen ist von der rechten Rückraumseite gefährlich und als Kreisspieler steht Torsten Laen bereit. Auch die Außenspieler Ivan Nincevic oder Markus Richwien sind treffsicher und sollten von der TSV-Defensive beachtet werden.
Die TSV um Kristjánsson muss am Sonntag schon über sich hinaus wachsen, wenn ein Punktgewinn gelingen soll. Die Mannschaft spielt auch gegen das, mittlerweile durch die Erfolge angespornte, Berliner Publikum und darf sich davon nicht verunsichern lassen. Berlin ist zu einer Spitzenmannschaft geformt, nur mit eisernem Willen, Disziplin, guter Chancenverwertung und wenigen technischen Fehlern könnten sich Piotr Przybecki und seine Mitspieler im Spiel halten und die Begegnung spannend machen. Ob es für einen Punktgewinn reicht, ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.