TSV kämpft in Stuttgart mit der Müdigkeit

Youngster Joshua Thiele hatte in den letzten Spielen viele Einsatzzeiten und besonders in der Defensive alles im Griff.  (Foto: Holger Staab)

Recken absolvieren ihr drittes Spiel innerhalb von fünf Tagen

BURGDORF (st). Morgen tritt die TSV Hannover-Burgdorf in der DKB Handball-Bundesliga zu ihrem dritten Pflichtspiel innerhalb von fünf Tagen an. Die Partie am Donnerstag, 18. Oktober, ab 19 Uhr bei TVB 1898 Stuttgart wird deshalb eine Aufgabe des Willens sein, denn die Recken werden gegen ihre Müdigkeit ankämpfen müssen und gleichzeitig den Gegner versuchen in Schach zu halten und mit einem Sieg nach Hause zu fahren. Sie wollen wieder in das obere Tabellendrittel vorrücken und ein doppelter Punktgewinn in der Porsche-Arena in Stuttgart ist dafür die Voraussetzung.
Nach dem 26:24-Heimsieg gegen HC Erlangen und dem gestrigen DHB-Pokalspiel im Achtelfinale gegen TBV Lemgo-Lippe (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest) wird morgen eine richtungsweisende Auswärtsbegegnung für Fabian Böhm und seine Mitspieler angepfiffen. Die Stuttgarter wollen in eigener Halle wichtige Punkte holen und auch gegen vermeintlich stärkere Gegner punkten. Ob die TSV in der augenblicklichen Verfassung als leistungsstärker eingeschätzt werden kann, ist fraglich. Die Verletztenliste ist immer noch lang und nach den schweren Spielen gegen Erlangen und Lemgo wird die Mannschaft nicht gerade frisch sein.
„Spiele sind immer besser als Training“, sagt Torwart Martin Ziemer zu der Flut von Pflichtspielen innerhalb von fünf Tagen, aber es wird sich zeigen, wie Trainer Carlos Ortega es schafft, seine Akteure nicht nur physisch, sondern auch mental auf die nächste Begegnung einzustellen. Ein Erfolg wäre nach bisher vier Niederlagen auswärts und davon drei Partien mit nur einem Tor Differenz, jedenfalls ganz wichtig für die weiteren Spiele in der Liga.
Die Stuttgarter Erwartungen in die Saison 2018/2019 sind ungewohnt hoch. Der TVB ist in sein viertes Bundesligajahr gestartet und konnte sich mit Sascha Pfattheicher von der SG Leutershausen, David Schmitt von den Eulen Ludwigshafen und Lukas von Deschwanden von Wacker Thun aus der Schweiz punktuell verstärken. Leistungsträger im Team sind aber die beiden Oldies Michael Kraus und Johannes Bitter. Spielmacher Kraus hat bisher 450 Bundesligapartien gespielt. Torwart Johannes Bitter kommt sogar auf 475 Begegnungen.
TVB-Trainer Jürgen Schweikardt setzt auf seine erfahrenen Akteure, weiß aber auch um das Risiko, von größeren Verletzungen gerade der wichtigen Spieler verschont zu bleiben. Für die Handballexperten ist der Klassenerhalt für die Stuttgarter doch recht sicher, aber ob es zu einer besseren Platzierung reichen wird, als in der vergangenen Spielzeit, wird vielleicht auch vom Heimspiel gegen die Burgdorfer abhängen. Nach 4:4-Punkten zum Saisonstart mussten die Stuttgarter doch einige Dämpfer hinnehmen, so die bittere 30:31-Heimpleite gegen den Bergischen HC.
Die kompakte 6:0-Defensive der Stuttgarter kann durch Christian Ugalde und Co nur mit variantenreichem Spiel geknackt werden, aber hierüber verfügen die Recken seit Ortega die Mannschaft übernommen hat. Kommt dann noch eine stabile Abwehr gegen die TVB-Angreifer um Michael Kraus, Robert Markotic und Michael Schweikardt hinzu, brauchen die TSVer keine Angst zu haben.
Nach der Begegnung in Stuttgart kann die TSV Hannover-Burgdorf sich gut zwei Wochen schonen, denn erst am 4.November wird das nächste Saisonspiel in der TUI-Arena gegen MT Melsungen angepfiffen. Bis dahin könnte sich auch die Verletztenliste um Kai Häfner, Mait Patrail, Torge Johannsen und Pavel Atman wieder etwas gelichtet haben.