TSV ist krasser Außenseiter in Göppingen

Aivis Jurdsz hofft nach seiner langen Verletzungspause wieder so energisch ins Spiel der TSV in Göppingen eingreifen zu können. (Foto: Holger Staab)

Handball-Bundesligist fährt mit Mut und Selbstvertrauen in den Süden

BURGDORF (hs). Am Sonnabend, 9. April, fährt die TSV Hannover-Burgdorf mit gemischten Gefühlen zum Auswärtsspiel zu Frisch-Auf Göppingen. Die weite Anreise in den Süden des Landes geht nach Baden-Württemberg und es ist nach der Auswärtspartie bei HBW Balingen/Weilstetten die weiteste Fahrt für das TSV-Team in der TOYOTA Handball-Bundesliga. Zudem treten die Spieler um Trainer Christopher Nordmeyer nur als krasser Außenseiter in Göppingen an. Aber die letzten Spiele haben gezeigt, das Hannover noch nicht reif für den Abstieg ist und bis zum letzten Spieltag um die Chance auf den Klassenerhalt kämpfen wird. Deshalb fährt auch ein wenig Mut und Selbstvertrauen mit zu den Grün-Weißen.
Zuletzt konnten Coach Nordmeyer und sein Team endlich wieder Erfolge aufweisen und die Konkurrenzfähigkeit im Abstiegskampf erhalten. Nach dem dramatischen 26:25-Sieg gegen HBW Balingen ist mit dem 15. Tabellenplatz endlich wieder ein Nichtabstiegsplatz erreicht. Das in Göppingen keine Punkte eingeplant sind, ist aufgrund des Tabellensituation beider Teams zu erkennen, aber eine Außenseiterchance besteht immer.
Aber Göppingen braucht jeden Punkt im Kampf um die Europapokalplätze, auch wenn es dafür sehr gut aussieht. Mit 39:15-Zählern ist die Mannschaft um Trainer Velimir Petkovic auf einem guten 5. Platz mit Reichweite zu den Füchsen Berlin, die auf dem 4. Platz nur zwei Punkte vor Frisch-Auf platziert sind.
Die Göppinger haben ein Team, das schwer auszurechnen ist. Auf allen Positionen sind sie gut, aber nicht herausragend besetzt. Petkovic kann, seit dem der lange verletzte Lars Kaufmann wieder im Team ist, auf vielen Positionen sehr gute Alternativen bieten und damit seinen Akteuren auch Ruhephasen gönnen. Die wiederum erhöhen dann die Leistungsfähigkeit und machen die Mannschaft jederzeit stark. Die Göppinger sind in der Breite ein überdurchschnittlich aufgestelltes Team, haben aber keinen Toptorschützen, der auf den ersten 20 Plätzen der Scorerliste der Liga zu finden ist. Rückraumspieler Pavel Horak und Linksaußen Dragos Oprea sind, was die Torschützen betrifft, in der Führungsrolle. Aber auch der ehemalige Rückraumrechte und Linkshänder Michael Thiede steht den beiden kaum zurück. In Spielen gegen seinen ehemaligen Verein TSV Burgdorf dreht Thiede immer besonders auf und erzielte zuletzt im Hinspiel vier Treffer.
Bei der 22:25-Niederlage im November des vergangenen Jahres in der AWD-Hall in Hannover hatte die TSV den Gegner am Rande einer Niederlage und konnte bis zum 21:22-Rückstand in der Schlussphase der Begegnung mithalten. Individuelle Fehler und kompromisslose Göppinger führten dann aber zu einer unglücklichen Niederlage, die nicht nötig war. Die Torschützen dieser Partie lassen aber die Ausgeglichenheit der Göppinger erkennen. Thiede, Christian Schöne, Drasko Mrvaljevic und Michael Haas warfen je vier Tore, Horak erzielte drei und Maximilian Schubert, Manuel Späth und Oprea jeweils zwei Tore. Das deutet an, dass die Petkovic-Schützlinge von jeder Position gefährlich sind und es der TSV-Defensive schwer machen, sich auf eine Abwehrseite zu konzentrieren.
Dadurch und auch durch den Shooter Lars Kaufmann darf sich die TSV aber nicht beirren lassen. Wenn ein Punktgewinn gelingen soll, dann müssen Torge Johannsen und seine Mitspieler von der ersten Minute an eine Topleistung bringen, ihre Chancen verwerten und sich auch durch den starken Torwart Enid Tahirovic nicht beeindrucken lassen. Vielleicht unterschätzen die Schwaben die TSV, denn sie wissen, dass die Niedersachsen um den Abstieg kämpfen.