TSV hat zwei Spiele innerhalb von drei Tagen

Robertas Pauzuolis versuchte im Hinspiel beim THW Kiel vergeblich eine Lücke zwischen Dominik Klein und Aron Palmarsson zu finden. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will bei GWD Minden siegen und THW Kiel ein wenig ärgern

BURGDORF (hs). Das ist eine Woche, die ganz und gar nach dem Geschmack vieler Handballfans ist, für die TSV Hannover-Burgdorf aber auch an die Kraftreserven geht. Nach der bitteren 23:34-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen TuS-Nettelstedt Lübbecke reisen die Spieler um Coach Frank Carstens heute zu GWD Minden. Am Freitag, 14. Mai, steht dann ab 19.45 Uhr bereits das nächste Heimspiel gegen den Meisterschaftskandidaten THW Kiel auf dem Programm. Seit Wochen ist diese Begegnung in der AWD-Hall in Hannover ausverkauft. Bei einem Sieg heute könnte es für die TSV ein Schaulaufen sein.
Zunächst hat die TSV Hannover-Burgdorf am heutigen Mittwoch bei GWD Minden ab 20.30 Uhr aber noch die Chance auf zwei Pluspunkte und könnte damit auch die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt verscheuchen. Gegen den Tabellenletzten (9:49-Punkte) und ersten Abstiegskandidaten sind die Chancen gut, denn zuletzt zeigten Kapitän Andrius Stelmokas und seine Mitspieler auswärts gute Leistungen und holten auch einige Punkte. Bereits im Hinspiel in Hannover sicherten sich die TSVer zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf, gewannen aber nur knapp mit 25:24-Toren.
Für Minden wird heute Abend wohl die letzte Chance bestehen, den Relegationsplatz noch zu erreichen. Dementsprechend werden die Spieler um Interims-Trainer Ulf Schefvert auftreten. Gerade in der Kampa-Halle wollen sie ihrem Publikum noch einmal zeigen, dass sie bundesligatauglich sind. Für GWD-Keeper Nikolaos Katsigiannis wird es ein besonderes Spiel, denn er wird gegen seine neuen Kameraden antreten. Katsigiannis wechselt zum Ende der Spielzeit zur TSV und wird sich schon Respekt verschaffen wollen. Neben dem schwer zu überwindenden Torwart wird die TSV auf den besten Torschützen Aljoscha Schmidt achten müssen. Er ist von der Linksaußenposition gefährlich und wird zu den 7 Meter-Würfen antreten. Neben Schmidt gilt Kreisläufer Stephan Just als torgefährlich, denn hat er am Kreis erst einmal den Ball, wird er schwer zu halten sein, oder nur durch ein Foul gebremst werden können. Weitere starke Gegner erwartet die Burgdorfer Defensive mit Barna Putics und Rechtaußen Gylfi Gylfason, die beide zuletzt viele Treffer in den Spielen erzielen konnten. Insgesamt hat die TSV aber die bessere Alternativen in Angriff und Abwehr.
Gut wäre ein Erfolg auch im Hinblick auf die nächste Partie in der TOYOTA-Handballbundesliga. Am Freitag, 14. Mai, Anpfiff um 19.45 Uhr, kommt der große THW Kiel nach Hannover. In diesem Jahr fahren die Spitzenmannschaften der Bundesliga nicht an der niedersächsischen Hauptstadt vorbei, sondern müssen zumindest einmal Station in einem Pflichtspiel machen. Ob die TSV ab 19.45 Uhr den Kieler Sturm auf die Tabellenspitze aufhalten kann, darf aber bezweifelt werden. Der Turnverein Hasse Winterbek (THW) hat ein Team aus Weltklassespielern und schon im Hinspiel deklassierten Filip Jicha, Momir Ilic, Marcu Ahlm, Igor Anic und Börge Lund die TSVer in Kiel mit 41:22-Toren.
Immerhin wollen die Carstens-Schützlinge im Heimspiel eine gute Vorstellung abliefern und das Ergebnis erträglich gestalten. Die Voraussetzungen sind gut, denn die TSV kann mit breiter Brust auftreten. In Heimspielen konnten sie oftmals gute Leistungen zeigen.
Bei einer Kieler Niederlage würde der HSV Hamburg die besseren Karten im Meisterschaftskampf haben - das wollen Christian Zeitz und seine Mitspieler natürlich unbedingt verhindern. Sie sind auf jeder Position mit starken Akteuren doppelt besetzt und haben mit Thierry Omeyer einen Weltklassetorwart zwischen den Pfosten. Schon allein er könnte den TSV-Angriff zum Erlahmen bringen. Da werden auch die hannoverschen Zuschauer nicht viel ausrichten können, die sich in den vergangenen Monaten als ein tolles Publikum präsentiert und die TSV frenetisch angefeuert haben.
Ein kleines Fünkchen Hoffnung auf einen Punktgewinn bleibt der TSV aber, denn in dieser Saison schaffte die HBW Balingen-Weilstetten dieses Kunststück gegen den THW Kiel mit einem hauchdünnen 39:37-Erfolg.