TSV Hannover-Burgdorf will gegen HSV Hamburg munter mitspielen

Jan-Fiete Buschmann kann seine Gegenspieler stehen lassen und durch eine Lücke zum erfolgreichen Torwurf kommen. (Foto: Holger Staab)

Heute gegen SG Flensburg-Handewitt und Dienstag gegen HSV Hamburg

BURGDORF (hs). Am heutigen Sonnabend hat die TSV Hannover-Burgdorf ab 19 Uhr gegen die SG Flensburg-Handewitt einen ganz schweren Stand (wir berichteten in der Mittwoch-Ausgabe des MARKTSPIEGELS). Drei Tage später, am Dienstag, 14. September, kommt der erste Titelträger der noch jungen Saison nach Hannover. Ab 20.15 Uhr wird der Super-Cup-Gewinner (27:26 gegen THW Kiel) seine Visitenkarte abgeben und als klarer Favorit in der AWD-Hall auflaufen. Die TSV will aber ihre Außenseiterchance wahren und möglichst lange mithalten.
Die Belastung für die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf ist zu Saisonbeginn hoch, denn die Gegner sind ausnahmslos gleich Weltklasseteams. Da wird es schwer, Punkte gegen den Abstieg zu erobern. Aber auch Topteams sind Leistungsschwankungen unterworfen und haben immer mal ein schwächeres Spiel. Die Hamburger sind Vizemeister und haben kurz vor der Saison mit dem Sieg gegen THW Kiel ihre Favoritenrolle unterstrichen. Sie wollen den Serienmeister Kiel ablösen und im Kampf um die Deutsche Meisterschaft ein Wörtchen mitreden.
Dazu haben sie den wohl hochwertigsten Kader der Liga. Trainer Martin Schwalb kann auf eine personelle Besetzung zurückgreifen, die ihresgleichen sucht. Bis auf Nicklas Grundsten, der nach Spanien zu BM Granollers wechselte, hatte der HSV keinen Abgang zu verzeichnen. Mit Michael Kraus ist sogar noch ein Topspieler dazu gekommen.
Jetzt hat der Trainer, besonders auf den Rückraumpositionen, die Qual der Wahl. Als Spielmacher können sich Kraus und Domagoj Duvnjak, der immer stärker wird, abwechseln. Auf der linken Rückraumposition stehen mit Pascal Hens und Blazenko Lackovic ebenfalls Weltklasseakteure zur Stelle. Auch im rechten Rückraum hat Hamburg mit Marcin und Krzysztof Lijewski Ausnahmespieler, während mit Hans Lindberg auf Rechtsaußen der Toptorschütze der vergangenen Saison (258 Treffer) spielt. Auch Nationallinksaußen Torsten Jansen und die Kreisläufer Igor Vori und Bertrand Gille können einem Gegner Respekt einflößen. Dazu kommen mit Johannes Bitter und Per Sandström zwei exzellente Keeper im Tor dazu. Insgesamt hat der HSV Hamburg ein auf jeder Position mit dem Prädikat „Weltklasse“ besetztes Team. An dieser Mannschaft muss der Deutsche Meister der laufenden Saison erst einmal vorbeikommen.
Die Favoritenrolle ist mehr als klar, aber die TSV Hannover-Burgdorf will ihrem Publikum kein Angsthasenhandball anbieten, sondern munter mitspielen. Die AWD-Hall wird vermutlich ausverkauft sein, denn die Handballfans in und um Hannover wollen so ein Topteam, wie den HSV, einmal unter die Lupe nehmen. TSV-Trainer Aron Kristjánsson möchte mit seinen Spielern den Kampf aufnehmen und zeigen, dass sie zumindest mithalten können. Nach dem schweren Auftakt wollen sich Jan-Fiete Buschmann und seine Mitspieler weiter zusammenraufen und für die entscheidenden Begegnungen einspielen. Das ist, wie beim 27:24-Erfolg bei MT Melsungen, nur mit einer engagierten Leistung machbar. Nur dann kann die Mannschaft dazulernen und sich für die wichtigen Aufgaben vorbereiten.
Ob das gegen die großen Hamburger aber zu einem Punktgewinn reichen wird? Immerhin werden auch die Zuschauer eine kämpferische Einstellung honorieren und die TSV kann für die Spiele, in denen es um den Klassenerhalt geht, Werbung in eigener Sache betreiben. Am Dienstag wird die TSV wohl in kompletter Besetzung auflaufen können. Bis auf die Langzeitverletzten Nikolas Katsigiannis, Piotr Przybecki und Marc Hohenberg stehen alle Spieler zur Verfügung und brennen auf einen Einsatz gegen den übermächtig erscheinenden Gegner. Es wird für alle Spaß machen, gegen ein Topteam, wie den HSV Hamburg, auflaufen zu dürfen.