TSV Hannover-Burgdorf tritt gegen den alten Trainer an

Will gegen seinen alten Coach Frank Carstens einen Erfolg verbuchen: Jacek Bedzikowski. (Foto: Holger Staab)

Beim SC Magdeburg gibt es ein Wiedersehen mit Frank Carstens

BURGDORF (hs). Wenn die TSV Hannover-Burgdorf sich am Sonnabend, 4. Dezember, auf den Weg nach Magdeburg macht, befinden sich die meisten Spieler schon in einer besonderen Situation. Ab 19 Uhr werden sie beim SC Magdeburg auf ihren alten Trainer Frank Carstens treffen. Der kennt die Akteure der TSV genau und wird seinen Magdeburger Spielern sicherlich einige Tipps mit auf den Weg geben
Frank Carstens führte die TSV nicht nur in die Bundesliga, er sorgte in der Saison 2009/2010 auch dafür, dass die Mannschaft die Premierensaison in der TOYOTA Handball-Bundesliga schadlos überstand und jetzt in der zweiten Serie in der stärksten Handballliga der Welt mit dabei ist. Aber auch Carstens hat der TSV einiges zu verdanken, denn die Burgdorfer Teamführung schenkte dem jungen Trainer das Vertrauen und ließ ihn später zum Traditionsverein Magdeburg ziehen, obwohl Carstens noch einen Vertrag bis 2011 hatte.
Diese Faktoren werden am Sonnabend ab 19 Uhr auf dem Spielfeld sicher nicht ins Gewicht fallen, aber es werden schon einige Emotionen mitspielen. Ob sich das auf das Spiel auswirkt, wird sich auf dem Hallenboden zeigen. Die Spieler der TSV um Trainer Aron Kristjánsson fahren nicht als Kanonenfutter nach Magdeburg, sondern wollen etwas Zählbares mit nach Hannover nehmen. Das wäre nach der enttäuschenden 23:24-Niederlage gegen die HSG Wetzlar auch dringend notwendig.
Dazu muss sich das TSV-Team nicht nur auf starke Gegenwehr des SCM einstellen, sondern auch auf starke Gegenspieler. Der SC konnte zu Saisonbeginn so manchen Handballexperten überraschen und erzielte erstaunliche Ergebnisse. Bei SG Flensburg-Handewitt gelang eine 33:29-Überraschung, der TV Großwallstadt wurde gleich mit 34:25-Toren nach Hause geschickt, beim TBV Lemgo gelang ein 27:25-Erfolg und gegen die Rhein-Neckar-Löwen wurde ein 33:29-Sieg gefeiert.
Die Carstens-Schützlinge liegen mit 14:12-Punkten auf einem ausgezeichneten 8. Tabellenplatz und haben noch Tuchfühlung zu den Europapokalplätzen. Ein Erfolg durch den neuen Trainer Frank Carstens. Er kann die Spieler extrem gut motivieren und scheint vor einem Spiel die richtigen Worte zu finden. Haupttorschützen beim SCM sind Robert Weber, der mit seinen Treffern auch in der Topliste der Bundesliga ganz weit oben rangiert und Jure Natak, der für die leichten Treffer zuständig ist. Während Natak aus dem rechten Rückraum für Treffer sorgt, ist Weber von der Rechtsaußenposition oder mit schnellen Gegenstößen erfolgreich. Er wirft zudem die 7-Meter-Strafwürfe, obwohl der Österreicher mit 1,78 Metern Größe eher zu den unscheinbaren Handballspielern gehört.
Neben den beiden Toptorjägern sind Fabian van Olphen von der linken Rückraumposition, Kreisläufer Bartosz Jurecki und Linksaußen Yves Grafenhorst beachtenswert. Die TSV-Defensive, die noch immer ohne den Langzeitverletzten Gustav Rydergard auskommen muss, wird somit alle Hände voll zu tun bekommen, um die Angriffe des Gastgebers zu entschärfen.
Vignir Svavarsson und Jacek Bedzikowski werden wieder im Mittelblock stehen und versuchen, die Bälle aus dem Rückraum abzublocken und Anspiele an den starken Jurecki am Kreis zu unterbinden.
Die TSV wird aber nur zu einem Punktgewinn kommen können, wenn auch der Angriff seine Hausaufgaben macht. Technische Fehler müssen vermieden werden und vor dem, vom Magdeburger Gerrit Eijlers zumeist gut gehüteten Tor, sollte die Chancenverwertung nahezu optimal sein. Die Fehler der vergangenen Wochen im Spielaufbau und im Abschluss müssen minimiert werden. Nur dann besitzen Aivis Jurdsz, Lars Lehnhoff und Co eine Erfolgschance. Können die Kristjánsson-Schützlinge am Limit ihrer Leistungsfähigkeit spielen, dann ist auch auswärts beim heimstarken SC Magdeburg eine Überraschung möglich.