TSV Hannover-Burgdorf steht im Heimspiel unter Erfolgsdruck

Gegen HSG Wetzlar will Rechtsaußen Torge Johannsen sein Gefährlichkeit und seinen Tordrang wieder zeigen und so einen Erfolg der TSV Hannover-Burgdorf ansteuern. (Foto: Holger Staab)

Sieg im Heimspiel gegen HSG Wetzlar ist ganz wichtig

BURGDORF (hs). Jetzt ist ein Heimsieg eine Pflichtaufgabe. Bisher konnte die TSV Hannover-Burgdorf in den vergangenen Partien in der AWD-Hall in Hannover zwar mit tollen Spielen begeistern, gegen die starke Konkurrenz aus den oberen Tabellenregionen gab es allerdings meist nur lobende und anerkennende Worte. Etwas Zählbares und damit Punktgewinne konnten aber nur gegen die Rhein-Neckar Löwen (33:32) und gegen TV Großwallstadt (34:27) eingespielt werden. Am Sonnabend, 12. November, kommt jetzt mit der HSG Wetzlar ein Team nach Hannover, das durchaus bezwungen werden kann, ja sogar bezwungen werden muss.
Die Ausbeute mit bisher 6:12-Punkten ist gut, aber noch nicht so, wie es sich Trainer Christopher Nordmeyer wünscht. In den Heimspielen gegen HSV Hamburg und die Füchse Berlin wurden unglückliche Niederlagen kassiert, auswärts schaffte die TSV bisher nur mit einer tollen Leistung beim MT Melsungen einen 36:31-Erfolg. Der TSV Hannover-Burgdorf wird eine starke Entwicklung vorausgesagt. Der Bundesligist bekommt den Abstiegskampf in den Griff und wird früh die nötigen Punkte gegen den Abstieg sammeln, so die Aussagen vieler Trainer der Bundesliga.
Für die Mannschaft und den Trainer kann das aber keine Ruhekissen sein, denn noch sind die Punkte gegen den Abstieg nicht eingespielt und „gegen jede Mannschaft der Bundesliga müssen wir eine Topleistung zeigen, um zu gewinnen“, meint Nordmeyer. Diese Leistung müssen Aivis Jurdsz und seine Mitspieler also am Sonnabend abliefern. Das wird schwer genug. Gegen die HSG Wetzlar konnte die TSV in der vergangenen Serie bei den Niederlagen in Hannover (23:24) und in Wetzlar (26:32) nicht überzeugen und so steht auch jetzt keine leichte Aufgabe bevor.
Die HSG hat bisher einige ihrer Stärken gezeigt und steht mit 7:11-Punkten auf dem 11. Platz der Tabelle. Nach dem 11. Platz in der vergangenen Saison und dem sicheren Klassenerhalt mit 27:41-Punkten möchten Trainer Gennadij Chalepo und der Verein in dieser Serie vielleicht noch den einen oder anderen Platz besser dastehen. Der Klassenerhalt steht aber im Vordergrund. Dazu setzt Wetzlar auf Kontinuität. Ähnlich wie die TSV hat es vor der Saison kaum personelle Veränderungen gegeben. Nur Torwart Nikola Marinovic wechselte von der HBW Balingen-Weilstetten zur HSG, ansonsten blieb die Stammformation zusammen. Auch der ehemalige Burgdorfer Lars Friedrich wird im Trikot des Gastes in der AWD-Hall auflaufen.
Auf ihn wird die TSV-Defensive besonders achten müssen. Der im rechten Rückraum spielende Linkshänder erzielte in der Spielzeit 2010/2011 136 Treffer für seine Mannschaft und ist stets torgefährlich. Weitere Gefahr für das TSV-Gehäuse droht von Kreisläufer und Abwehrbollwerk Giorgios Chalkidis, aus dem linken Rückraum von Philipp Müller und von den Spielmachern Timo Salzer und Adnan Harmandic. In der Abwehr steht mit Torwart Nikolai Weber der Star der Mannschaft, der oft als großer Rückhalt die HSG mit seinen Paraden im Spiel hält.
Bisher hat die HSG ihre Punkte ausnahmslos in eigener Halle geholt, hatte dabei aber auch keine Teams aus der Spitzengruppe als Gegner. Bei den Füchsen Berlin konnten sie bei der 23:25-Niederlage allerdings auch überzeugen. Es wird schwer, aber die Nordmeyer-Schützlinge sind in der AWD-Hall eine Macht und können mit den Fans im Rücken auch Spitzenmannschaften gefährlich werden. Das haben sie eindrucksvoll gegen die Rhein-Neckar Löwen, gegen die Füchse Berlin und gegen HSV Hamburg unter Beweis gestellt. Jetzt kommt ein Gegner, der mit seiner Leistungsstärke auf Augenhöhe liegen dürfte und so könnte der Heimvorteil entscheidend sein.
Nordmeyer warnt aber vor zu frühen Spekulationen über das Ergebnis, in der Bundesliga muss seine Mannschaft in jedem Spiel und gegen jeden Gegner eine 100-prozentige Leistung bringen, um einen Punktgewinn zu schaffen. Es gibt in der TOYOTA Handball-Bundesliga keine leichten Gegner. Beherzigt das sein Team und ist von Beginn an konzentriert bei der Sache, dann könnte sich die TSV beim Schlusspfiff der Schiedsrichter wieder über zwei Pluspunkte freuen und den Weg in das Mittelfeld der Tabelle antreten, auch wenn in einer Woche beim SC Magdeburg wieder eine schweres Auswärtsspiel folgt.