TSV Hannover-Burgdorf reist mit Selbstvertrauen zum VfL Gummersbach

Die TSV Hannover-Burgdorf hofft wieder auf die Unterstützung seiner Fans um Dennis Hanschke im Auswärtsspiel beim VfL Gummersbach. (Foto: Holger Staab)

TSVer gelten in der Eugen-Haas-Sporthalle als krasser Außenseiter

BURGDORF (hs). Ist es ein leichtes Spiel für die TSV Hannover-Burgdorf? Auf diese Frage darf mit Hinblick auf die gute Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt durchaus eine positive Antwort fallen. Die Auswärtsbegegnung des 27. Spieltages beim VfL Gummersbach ist ein Spiel David gegen Goliath. Die Reise können TSV-Trainer Frank Carstens und seine Spieler mit Selbstvertrauen und ohne Druck antreten. Alles andere als eine Niederlage gegen den Topfavoriten wäre eine große Überraschung.
Aber die TSVer sind in der Eugen-Haas-Halle in Gummersbach nicht chancenlos und wollen ähnlich selbstbewusst auftreten, wie bei der knappen 26:27-Niederlage bei den Rhein-Neckar-Löwen. Das könnte das richtige Rezept für eine faustdicke Überraschung sein. Nach dem 25:24-Erfolg gegen HSG Wetzlar und mittlerweile 19 Pluspunkten auf dem Konto hat sich die Chance auf den Klassenerhalt noch ein wenig verbessert. Der Abstand auf den Relegationsplatz 16 ist auf sieben Punkte angewachsen. Bei noch sieben ausstehenden Partien ein gutes Polster, aber noch kein Ruhekissen. Zunächst müssen die Konkurrenten noch beobachtet und die eigenen Hausaufgaben gemacht werden.
Nach dem Spiel gegen den VfL hat die TSV beim Heimspiel gegen TuS-N-Lübbecke und auswärts bei GWD Minden noch weitere Möglichkeiten, das Punktekonto entscheidend zu verbessern. Und nach den zuletzt gezeigten Leistungen hat der Aufsteiger seine Bundesligatauglichkeit mehr als bewiesen und will sich auch in den letzten Spielen der Premierensaison mit einigen Ausrufezeichen der Handballwelt präsentieren.
Deshalb will Coach Carstens, der das Team am Ende der Saison in Richtung SC Magdeburg verlassen wird, seine Spieler noch mal so richtig motivieren. Der erste Schritt ist eine kämpferisch starke Leistung in Gummersbach. Die haben die TSVer auch schon im Heimspiel gegen den VfL gezeigt, als sie recht knapp mit 24:28-Toren verloren. Der Gastgeber kämpft zusammen mit TBV Lemgo und TV Großwallstadt noch um die Qualifikation zum Europapokal und darf keinen Punkt abgeben. Damit liegt der Druck klar auf den Schultern von Gummersbachs Trainer Sead Hasanefendic und seinen Akteuren. Eine Niederlage gegen den Underdog im Heimspiel wäre gleichbedeutend mit einem Rückschritt in diesem wichtigen Kampf um die Europapokalplätze.
Der VfL hat seine Mannschaft vor der Saison kräftig umgekrempelt und acht neue Spieler verpflichtet. Zudem mussten sie mit Momir Ilic den Kopf des Teams ersetzen. Dennoch hat die recht junge Mannschaft sich schnell zusammengefunden und ist zu einer Mannschaft gereift, die in der Verfolgergruppe hinter den Spitzenteams in der TOYOTA-Handball-Bundesliga ein gewichtiges Wörtchen mitsprechen kann. Obwohl Coach Hasanefendic vor der Saison nichts versprechen wollte, lastet, auch gerade nach dem gewonnenen EHF-Pokal 2009, ein enormer Druck auf dem Gastgeber. In Gummersbach sind die Handballfans erfolgsverwöhnt.
Für die TSV Hannover-Burgdorf kein Grund, in Ehrfurcht zu erstarren. Wieder einmal wird die Defensive der TSV eine entscheidende Rolle spielen. Die Gummersbacher müssen früh in ihren Wirkungskreisen eingeschränkt werden. Besonders Rechtsaußen Vedran Zrnic darf nicht zum Zug kommen. Der Kroate ist der beste Torschütze seiner Mannschaft und wirft im Schnitt mehr als fünf Treffer pro Spiel. Daneben stehen mit den Rückraumspielern Viktor Szilagyi und Drago Vukovic zwei weitere torgefährliche Akteure der TSV-Deckung gegenüber. Auch auf den deutschen Nationalspieler Adrian Wagner auf der Linksaußenposition und den isländischen Kreisläufer Robert Gunnarsson müssen Torge Johannsen und Robertas Pauzuolis als direkte Gegenspieler achten.
Aber nicht nur in der Defensive ist für Andrius Stelmokas und seine Mitspieler Schwerstarbeit gefordert. Auch im Angriff müssen die TSVer ihre Chancen erarbeiten und dann auch noch Torwart Goran Stojanovic überwinden. Der Nationalspieler aus Montenegro verfügt über tolle Reaktionen und hat sich in dieser Spielzeit zu einem Toptorwart entwickelt. Er ist einer der besten Keeper der Liga und hat bereits jetzt über 350 Paraden in dieser Saison gezeigt.
Aber keine Angst vor großen Namen. In der AWD-Hall in Hannover haben die TSV-Spieler bewiesen, dass sie mit dem VfL durchaus mithalten können und so sollten sie auch in Gummersbach auftreten.