TSV Hannover-Burgdorf ist zu einem Pflichtsieg verdammt

Starke Nerven, wie hier Hannes Jon Jonsson beim 7m-Wurf, braucht die TSV Hannover-Burgdorf am Sonnabend bei Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm. (Foto: Holger Staab)

Handball-Bundesligist ist beim Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm zu Gast

BURGDORF (hs). Jetzt folgen zwei ganz wichtige Spiele für die TSV Hannover-Burgdorf. Nach dem harten Anfangsprogramm in der TOYOTA Handball-Bundesliga, das sich bis in den November hineinzog und der TSV mittlerweile nur fünf Pluspunkte bescherte, ist jetzt die Zeit, um wichtige Zähler gegen den Abstieg zu sammeln. In den nächsten beiden Begegnungen bei der HSG Ahlen-Hamm und im Heimspiel gegen HSG Wetzlar entscheidet sich, ob die Mannschaft um Trainer Aron Kristjánsson in Richtung Mittelfeld schauen kann oder weiter um den Klassenerhalt zittern muss.
Am Sonnabend, 20. November, ab 19 Uhr steht das Gastspiel bei HSG Ahlen-Hamm auf dem Programm. Eine richtungsweisende Partie, denn die TSV ist dazu verdammt, einen Pflichtsieg zu schaffen. Der Aufsteiger steht im Tabellenkeller, hat bisher nur einen Punkt eingespielt und bereits im Oktober seinen Trainer Jens Pfänder freigestellt. Bisher ist noch kein Nachfolger gefunden, aber ein Trainertrio mit Aufstiegscoach Kay Rothenpieler, Rob de Pijper und Torsten Friedrich führt die Mannschaft.
Gerade zu diesem Zeitpunkt wird es für Hannover-Burgdorf schwer sein, zwei Punkte aus der Maxipark-Arena in Hamm zu entführen. Der Gastgeber steht mit dem Rücken zur Wand und die Spieler werden kämpfen bis zum Umfallen, damit der erste Sieg gelingt. Im September verpflichteten die HSGer Torwart Srdjan Djordjevic nach, damit die Defensive durch einen Rückhalt unterstützt wird.
Die HSG ist mit einem jungen Team in die erste Bundesligasaison gestartet. Nach der Fusion der beiden Vereine Ahlen und Hamm soll in der Region Westfalen ein Topteam aufgebaut werden. Das gestaltet sich aber schwerer als erwartet. Lediglich die mannschaftliche Geschlossenheit und individuelle Stärken einzelner Akteure zeichnen die HSG-Mannschaft aus. Mit Spielmacher Chen Pomeranz ist der beste Torschütze von Hamm schnell ausgemacht. Er ist nicht nur für die 7m-Würfe verantwortlich, sondern überzeugt in der mittleren Rückraumposition und als Anspieler für die Kreisläufer Mario Clößner, Rico Göde und Björn Wiegers. Mit den beiden Außenspielern Andreas Simon auf der linken Angriffsseite und Mark Schmetz auf Rechtsaußen stehen zwei schnelle und damit gefährliche Akteure im Kader. Aus dem Rückraum ist neben Malte Schröder besonders Marcus Hock auf Halblinks in der Verantwortung, für wichtige HSG-Treffer zu sorgen. Der bisherige Toptorjäger der Gastgeber scheint in der Bundesliga aber bisher noch nicht richtig Fuß fassen zu können. Die TSV-Defensive, die durch die Ausfälle von Gustav Rydergard (Knieverletzung) und Jacek Bedzikowski (Sperre) geschwächt ist, sollte ihn aber jederzeit im Auge behalten.
Hamm muss unbedingt punkten, um nicht noch weiter abgeschlagen am Tabellenende zu überwintern. Für Vignir Svavarsson und seine Mitspieler ist die Begegnung äußerst wichtig, denn zuletzt gegen Frisch Auf Göppingen konnte die TSV nicht überzeugen. Die Kristjánsson-Schützlinge müssen einen Erfolg verbuchen. Auch für die nächste Heimpartie gegen HSG Wetzlar wäre ein doppelter Punktgewinn gut, denn so könnte der Druck ein wenig vom Team genommen werden.
Die Mannschaft ist spielerisch gut drauf, hat im Training wieder Ehrgeiz gezeigt und mit den individuellen Stärken von jedem einzelnen Spieler sollte der Aufsteiger bezwungen werden können. Aber die Deckungsarbeit mit der 6:0-Formation muss äußerst konzentriert agieren, damit die HSG-Angreifer nicht zum Wurf kommen können.
Die bittere Niederlage gegen Frisch Auf Göppingen mussten auch Lena Tomm (Otze), Martina Hanke (Hänigsen), Blaudia Teuber, Claudia Reihl, Elisabeth Beker, Gisela Dyball (alle Burgdorf), Hans-Norbert Gödicke, Claus-Peter Brandes, Andreas Klingenberger und Jürgen Boehning (alle Lehrte) miterleben, die bei der vergangenen MARKTSPIEGEL-Verlosaktion je zwei Eintrittskarten gewonnen hatten.