TSV Hannover-Burgdorf ist in Flensburg krasser Außenseiter

Jan Fiete Buschmann kommt in Schwung und könnte im Angriff für wichtige Tore sorgen. (Foto: Holger Staab)

Gute Leistung soll für die weiteren Spiele Selbstvertrauen geben

BURGDORF (hs). Es geht wieder los! Für die TSV Hannover-Burgdorf geht die Saison in der TOYOTA Handball-Bundesliga langsam in eine entscheidende Phase. Nach der Weltmeisterschaft in Schweden und der damit verbundenen WM-Pause im Januar wird am Mittwoch, 9. Februar, die erste Partie des Jahres 2011 bei der SG Flensburg-Handewitt angepfiffen. Ein schwerer Auftakt für die Spieler um Trainer Aron Kristjánsson, denn in Flensburg sind sie krasser Außenseiter und werden nur mit einer überdurchschnittlichen Leistung zu einem Punktgewinn kommen können.
Nach der langen Pause, dem letzten Spieltag am 29. Dezember des vergangenen Jahres und der 30:35-Niederlage gegen MT Melsungen, will die TSV jetzt überzeugen und den Klassenerhalt im zweiten Jahr in der Bundesliga schaffen. Mit Gustav Rydergard ist ein Spieler aus der langen Verletztenliste voraussichtlich wieder dabei und kann dem Team in der Defensive Stabilität verleihen. Die beiden WM-Akteure Vignir Svavarsson und Asgeir Örn Hallgrimsson sind aus Schweden zurück und wollen jetzt im Angriff für Furore sorgen.
Aber auch alle anderen Spieler von Hannover-Burgdorf sind hoch motiviert. Das wurde in den letzten Trainingseinheiten deutlich. Die Mannschaft will nicht noch weiter in der Tabelle abrutschen und die Teams des DHC Rheinland, SG Ahlen-Hamm und TSG Friesenheim hinter sich lassen. Gelingt es den 15. Tabellenplatz zu halten, wäre der Klassenerhalt perfekt. Aber in den ersten fünf Spielen stehen Begegnungen gegen Teams der Top Ten auf dem Spielplan. Somit wird die Aufgabe nicht leichter.
In Flensburg erwarten Hannes Jon Jonsson und Co ein Hexenkessel. Die SG ist auf dem 6. Platz des Zwischenklassements und will am Ende einen der begehrten Europapokalplätze erreichen. Dazu ist ein Sieg gegen die TSV Voraussetzung. Bereits in der Hinrunde der Serie gewannen die Flensburger in Hannover mit 30:24-Toren. Dabei waren die Burgdorfer bis zur 17. Spielminute beim Stand von 9:9 gleichwertig und fielen erst dann zurück. Die SG hatte mit Rechtsaußen Lasse Svan Hansen (7 Treffer) und Rückraumspieler Oscar Carlén (6) ihre besten Torschützen. Auf beide Angreifer muss die TSV-Deckung auch am Mittwoch achten und am besten die Bewegungsfreiheit einschränken.
Aber nicht nur die beiden genannten Spieler sind bärenstark, auch Linksaußen Anders Eggert gehört zu den gefährlichen SG-Spielern. Er ist bisher mit 106 Treffern, davon aber 58 Siebenmeter-Würfe, bester Torschütze der Gastgeber. Spielmacher Thomas Thordal Mogensen gehört ebenfalls zu den beachtenswerten Offensivkräften und auch Kreisläufer Jacob Heinl darf nicht ohne Bewachung bleiben. Insgesamt eine Mannschaft, die zu Recht auf den vorderen Tabellenplätzen steht und sich berechtigte Hoffnungen auf einen Europapokalplatz macht.
Die TSV wird aber nicht chancenlos in Flensburg sein. Vielleicht wird die abstiegsbedrohte Mannschaft unterschätzt und die WM-Pause hat der TSV gut getan. Die individuellen Stärken haben die Kristjánsson-Schützlinge. Wenn eine gute Anfangsphase gelingt, SG-Torwart Dan Beutler überwunden werden kann und das Selbstvertrauen in die eigene Leistung gestärkt wird, dann können Piotr Przybecki und seine Mitspieler auch bis in die Schlussphase den Anschluss halten. Im Handball kann dann viel passieren, das haben die Burgdorfer bereits mehrfach bewiesen und auch in Auswärtsspielen eine Spitzenmannschaft in Bedrängnis bringen können. Ein Punktgewinn in Flensburg wäre eine kleine Sensation und gleichzeitig ein wichtiger Schritt zum Saisonziel Klassenerhalt.