TSV Hannover-Burgdorf hat in drei Tagen zwei schwere Spiele in Lemgo und gegen Hamburg

Morten Olsen versucht beim Überraschungssieg gegen die Rhein-Neckar Löwen seinem Bewacher Uwe Gensheimer zu entkommen. (Foto: Holger Staab)

TSV hofft auf einen Erfolg beim TBV und hat Respekt vor dem HSV

BURGDORF (hs). Die TSV Hannover-Burgdorf ist in dieser Saison unberechenbar, das haben die ersten Spiele in der Serie 2011/2012 bereits eindrucksvoll bewiesen. Starke Spiele in eigener Halle gegen Spitzen- oder Traditionsmannschaften wechseln sich mit schwachen Spielen, wie beim Aufsteiger Bergischer HC (28:29) und bei HBW Balingen-Weilstetten (29:32) ab. Dennoch hat die Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer bisher gezeigt, dass sie in der TOYOTA Handball-Bundesliga das Abstiegsgespenst sehr schnell verscheuchen kann und will. Ob das allerdings auch in den nächsten beiden Partien gelingt, bleibt abzuwarten. Die TSV-Spieler müssen wieder ein hammerhartes Programm absolvieren und am morgigen Sonntag, 16. Oktober, beim TBV Lemgo antreten und zwei Tage später, am Dienstag, 18. Oktober, ab 20.15 Uhr erwarten sie den HSV Hamburg in der AWD-Hall in Hannover.
Die Regenerationsphase ist somit sehr kurz und Jan-Fiete Buschmann und Co werden in Lemgo alles geben müssen, um vielleicht einen Punktgewinn möglich zu machen. Dann könnte allerdings die Kraft gegen Hamburg fehlen. Aber die Mannschaft spielt auf höchstem Niveau in der TOYOTA Handball-Bundesliga und im Profibereich sind solche Belastungen nicht ungewöhnlich. Also Augen zu und durch, dafür trainiert die Mannschaft auch täglich. In eigener Halle gegen den HSV Hamburg spielen und vielleicht dem Spitzenteam Paroli bieten zu können, ist ein lohnendes Ziel für die TSVer.
Ein weiterer Sieg am morgigen Sonntag ab 17.30 Uhr beim TBV Lemgo würde die Position von Hannover-Burgdorf erheblich verbessern und eine perfekte Ausgangsposition für das nächste Spiel gegen den „Deutschen Meister“ HSV Hamburg schaffen. Perfekt deshalb, weil das die beste Werbung wäre und endlich wieder eine ausverkaufte AWD-Hall erwartet wird. Allerdings reisen die Spieler um Aivis Jurdsz in der Lipperlandhalle in Lemgo als Außenseiter an und müssen versuchen, den starken TBV mit der kompakten Defensive zu Fehlern zu zwingen, um dann selbst, mit schnellen Kontern zu leichten Treffern zu kommen.
Der TBV hat zu Beginn dieser Spielzeit losgelegt wie die Feuerwehr und ist mit 6:2-Punkten in die Serie gestartet. Dann folgte eine unglückliche 25:26-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen. Noch steht die Mannschaft um den neuen Trainer Dirk Beuchler in der Tabelle aber gut da. Das täuscht aber nicht über einige Probleme hinweg, denn die Mannschaft steht nach den Abgängen von Torwart Martin Galia, Holger Glandorf, Ferenc Ilyes und Dergo Datukaschwili im Umbruch. Zudem ist Rückraumspieler Rolf Hermann verletzt.
Die Neuzugänge Mait Patrail, Gunnar Dietrich und Patrick Johansson müssen sich erst einspielen und Juniorennationaltorwart Nils Desrüsse Erfahrung sammeln. Dennoch stehen mit Martin Strobel, Torwart Carsten Lichtlein, Jens Bechtloff und Christoph Theuerkauf einige starke Spieler im Kader des TBV, die von der hoffentlich aggressiven TSV-Abwehr erst einmal gestoppt werden müssen. Nur eine konzentrierte Spielweise kann für wenig Gegentreffer sorgen. Im Angriff ist eine gute Chancenauswertung gefragt, um letztlich einen Treffer mehr zu haben als Lemgo.
Mit viel Mut, einer taktischen Finesse, die Trainer Nordmeyer sicherlich auspacken wird, und einer tadellosen Leistung ist in dieser Saison alles möglich. Das sollte das Motto für das Spiel am Dienstag, 18. Oktober, ab 20.15 Uhr in der AWD-Hall sein. Bisher ist der Zuschauerzuspruch gut. Die TSV hofft gegen den Deutschen Meister auf eine gut gefüllte Halle. Karten sind noch an den bekannten Vorverkaufsstellen und in der Geschäftsstelle des MARKTSPIEGEL erhältlich. Die TSV will beim Spiel David gegen Goliath auch gewinnen.
Die Hamburger haben in der laufenden Saison nicht immer überzeugen können und wissen um die Heimstärke der Hannoveraner. Trainer Per Carlén wird seine Akteure warnen, die Begegnung nicht zu leicht zu nehmen oder die TSV zu unterschätzen. Der HSV hat einen Kader mit exzellentem Spielermaterial. Allen Handballern sind Namen wie Torwart Johannes Bitter, Pascal Hens, Michael Kraus, Torsten Jansen, Igor Vori, Bertrand Gille oder Hans Lindberg bekannt. Der HSV hat neben einer starken ersten Sieben auch im Hintergrund Topspieler. Auf jeder Position sind die Hamburger doppelt besetzt und ein Tausch heißt nicht gleichzeitig ein Leistungsabfall.
Ein absoluter Leistungsträger ist Domagoj Duvnjak. Der Kroate ist flexibel einsetzbar, torgefährlich, spielt seine Mitspieler mit präzisen Pässen frei und ist extrem wichtig für die Hamburger im zentralen Rückraum, wie auch in der Defensive. So einen Akteur auszuschalten ist fast unmöglich.
Trotz der einzigartigen Besetzung im Team liegt Hamburg bereits mit einem Punkterückstand auf den THW Kiel nur im Verfolgerfeld. Ob die TSV Hannover-Burgdorf gegen die Schützlinge um Coach Carlén aber punkten können, ist mehr als fraglich. Zumindest wollen sie alles geben und lange Zeit gut mithalten. Das ist in dieser Saison bereits einigen Teams gelungen, warum nicht auch Asgeir Örn Hallgrimsson und seinen Mitspielern. Mit dem Publikum im Rücken ist vieles realisierbar, das hat sich bereits beim Sieg gegen die Spitzenmannschaft der Rhein-Neckar Löwen gezeigt.