TSV Hannover-Burgdorf hat beim THW Kiel leichtes Spiel

Teamkapitän Hannes Jon Jonsson freut sich mit seinem Team auf den Auftritt in der Sparkassenarena in Kiel und die Weltklassespieler des THW. (Foto: Holger Staab)

Spaß am Spiel soll beim Champions-League-Sieger überwiegen

BURGDORF (hs). Die TSV Hannover-Burgdorf reist am kommenden Wochenende zum vielleicht leichtesten Auswärtsspiel der Saison in der TOYOTA Handball-Bundesliga. Die Fahrt geht zum THW Kiel. In der Sparkassenarena erwartet niemand einen Punktgewinn der Kristjánsson-Schützlinge. Aber die TSV-Spieler wollen kein Kanonenfutter sein. Sie hoffen, lange mithalten zu können und dem geballten Auftreten der Weltklassespieler in Reihen des THW Paroli bieten zu können.
Es kann jedem Bundesligaspieler schon etwas mulmig werden, wenn an die voll besetzte Halle in Kiel gedacht wird. 10250 Zuschauer unterstützen Kiel lautstark in jeder Partie und gegen jeden Gegner, egal ob Spitzenteam oder Abstiegskandidat. So wird es auch gegen Hannover-Burgdorf sein. Respektvoll schauen Torge Johannsen und seine Mitstreiter auf die Begegnung am Sonnabend, 11. Dezember, ab 20.15 Uhr. Nach der wieder enttäuschenden 21:28-Niederlage beim SC Magdeburg will die Mannschaft gut vorbereitet sein und auch die kleinste Chance auf einen Punktgewinn soll genutzt werden - wenn sie sich bietet.
Was für die TSV besonders wichtig ist: Die Mannschaft sollte wieder Spaß am Handball haben. In einer ausverkauften Sparkassenarena zu spielen, ist ein Erlebnis und der Wunsch eines jeden Handballspielers. Gegen die Topakteure aus Kiel, die als Champions-League-Sieger in dieser Saison bereits sechs Minuspunkte auf dem Konto haben, gehört die Motivation einfach dazu. Angst vor großen Namen ist aber nicht angebracht, obwohl Torwart Thierry Omeyer, Philip Jicha oder Gérome Fernandez schon mehr als Handballstars sind.
Der THW Kiel ist auf allen Positionen doppelt stark besetzt, Auswechselungen wirken sich kaum negativ auf das Spiel aus und die Mannschaft kann jederzeit das Tempo erhöhen oder verschleppen. Mit ihren überfallartigen Tempogegenstößen sind sie immer brandgefährlich und können ein Spiel innerhalb von Minuten drehen. Gegen Spieler wie Jicha oder Christian Zeitz ist kaum ein Abwehrverhalten möglich, da sie viele verschiedene Varianten haben und nicht auszurechnen sind.
THW-Trainer Alfred Gislason hat, trotz vieler verletzter Spieler, ein Luxusproblem und die TSV wird schon mehr als eine Klasseleistung abliefern müssen, um den Gastgeber in eigener Halle in Gefahr bringen zu können. Neben den genannten Akteuren wird die TSV-Defensive Rückraumspieler Momir Ilic, Linksaußen Dominik Klein oder Rechtsaußen Christian Sprenger neutralisieren müssen. Alles hochkarätige Handballer.
Die Frage wird also sein: Mit welchen Mitteln ist der THW Kiel überhaupt zu stoppen? Zunächst werden die Burgdorfer den Ball möglichst lange in den eigenen Reihen halten müssen und die wenigen Chancen, die sich bieten, sollten konsequent genutzt werden. Dann sind Topleistungen der Torwarte Nenad Puljecivic und Jendrik Meyer nötig. Aber auch wenn das gelingt, hat der THW viele Alternativen im Spielaufbau und wird sich als Gastgeber kaum überrumpeln lassen.
„Wir wollen das Spiel genießen, lange mithalten und dann sehen wir, was passiert“, meinte TSV-Trainer Aron Kristjánsson, der sein Team sicherlich auch auf den Deutschen Meister der vergangenen Saison wieder akribisch vorbereiten wird. Die TSV hat aber auch am Sonnabend wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Die Langzeitverletzten Marc Hohenberg, Nikolas Katsigiannis und Gustav Rydergard werden fehlen. Auch das wird die Chancen der TSVer nicht gerade erhöhen. Alles andere als ein Sieg des THW Kiel wäre deshalb eine riesige Überraschung.