TSV-Handball-Recken wollen Heimspiel gegen Lemgo gewinnen

Kraftvoller Armzug – trotz gute Haltung des Abwehrspielers kann der Recke Aivis Jurdsz den Sprungwurf abschließen und einen Treffer erzielen. (Foto: Holger Staab)

Ein Beitrag von Holger Staab - Mit dem TBV kommt eines der erfolgreichsten Teams der letzten Wochen in die AWD-Hall

BURGDORF (hs). Kann der Monat März der TSV Hannover-Burgdorf den Weg in den Europapokal ebnen? In der DKB Handball-Bundesliga wird am Ostersonnabend, 30. März, ab 19.00 Uhr das dritte und letzte Heimspiel der Recken im März angepfiffen und der Gegner ist mit TBV Lemgo eine etablierte Mannschaft in der 1. Liga, die nach schwachem Saisonstart immer besser ins Spiel kommt. TSV-Trainer Christopher Nordmeyer erwartet deshalb ein schweres Spiel und eine harte Auseinandersetzung beider Teams in der AWD-Hall in Hannover.
Die Anerkennung der Leistungen von Hannover-Burgdorf in dieser Saison ist vielfach spürbar. Die Teams der Liga staunen über die Entwicklung der Recken, die sie vielleicht sogar in den Europapokalwettbewerb führt. Aber noch ist nicht sicher, welcher Platz dazu ausreicht. Der 5.Platz ist wohl die Qualifikation und den können Támas Mocsai und seine Mitspieler durchaus erreichen. Voraussetzung dafür ist aber ein Heimsieg gegen Lemgo und damit auch die Unterstützung der hannoverschen Zuschauer am Sonnabend. Bisher sind bereits über 3.000 Tickets abgesetzt, aber die TSV hofft auf eine fast gefüllte AWD-Hall und eine Halle, die zum Kochen gebracht werden könnte.
Durch die hohen Belastungen der TSV-Akteure, am vergangenen Sonntag spielten sie gegen die HSG Wetzlar, heute ist die Partie bei den Rhein-Neckar Löwen angesetzt und am Sonnabend wiederum ein Pflichtspiel, ist aber auch eine Portion Kraft nötig, um im Heimspiel bestehen zu können. Die Lemgoer um ihren 42-jährigen Coach Dirk Beuchler haben sich auch für Sonnabend einiges vorgenommen und wollen sich für die 30:32-Niederlage gegen die TSV aus dem Hinspiel revanchieren.
Nach dem starken 7. Platz aus der Saison 2011/2012 wollten die TBV-Verantwortlichen vernünftig wirtschaften, begeisternden Handball zeigen und mit vielen jungen deutschen Spielern punkten.
Mit dem Niederländer Arjan Haenen und dem Schweden Patrik Johansson stehen nur zwei Ausländer im Kader um Trainer Beuchler. Der Umbruch zu Saisonstart mit vielen Zu- und Abgängen machte sich aber bemerkbar und der als Regisseur mit Zug zum Tor hervorgehobenen deutsche Nationalspieler Martin Strobel konnte mit seiner Mannschaft nicht überzeugen.
Anfang Dezember 2012 stand der TBV mit 6:20-Punkten auf einem Abstiegsplatz und ging schweren Zeiten entgegen. Vielleicht waren die Spieler auch verunsichert und die Probleme im finanziellen Bereich und um Manager Volker Zerbe setzten der Mannschaft zu.
Seit Anfang Dezember greift aber scheinbar das Konzept von Trainer Beuchler, das Team ist wie verwandelt und liefert eindrucksvolle Leistungsbeweise ab. Nach einer eindrucksvollen Serie von 18:2-Punkten aus den nächsten 10 Begegnungen kletterte Lemgo bis Anfang März auf den siebten Tabellenplatz. Nur im Heimspiel gegen den HSV Hamburg mussten die Beuchler-Schützlinge in dieser Erfolgszeit bei der 29:35-Niederlage zwei Punkte abgeben.
Die TSV ist also gewarnt und darf den Auswärtssieg gegen Lemgo nicht als Maßstab ansehen. Das Spiel am Sonnabend wird ein neues Spiel sein und die Lipperländer werden sich in Hannover nicht so einfach geschlagen geben. Schon das Hinspiel hat gezeigt, dass der TBV starke Spieler in den eigenen Reihen hat, auf die sich die TSV-Abwehr, trotz der kurzen Spielabstände in dieser Woche, intensiv vorbereiten sollte.
Mit dem erwähnten Strobel steht ein ganz wichtiger Baustein im TBV-Kader. Er ist nicht nur Spielmacher, sondern erzielt auch wichtige Treffer für sein Team. Mit Hendrik Pekeler und Sebastian Preiss haben sie sehr bewegliche Kreisläufer, die immer wieder gesucht und gefunden werden. Gustav Rydergard und Csaba Szücs müssen im Abwehrzentrum viel Arbeit leisten, damit die beiden nicht angespielt werden können.
Aus dem Rückraum sorgen Rolf Hermann und Gunnar Dietrich für Gefahr und auch der erfahrene Florian Kehrmann auf Rechtsaußen sollte nicht unbewacht bleiben. Hermann erzielte im Hinspiel zehn Treffer gegen die Recken, stand allerdings damit noch im Schatten von TSV-Spielmacher Morten Olsen, der es auf sagenhafte 17 Tore in diesem Spiel brachte.
In jedem Fall kann die TSV dieses Heimspiel nicht ohne einen Kraftakt bewältigen. Nach den beiden Spielen bei den Löwen und dem 29:29-Remis gegen Wetzlar muss das Nordmeyer-Team die letzten Reserven mobilisieren und sich mit konsequentem Defensivspiel und wenigen Fehlern im Angriff belohnen. Zusammen mit der Unterstützung der Zuschauer in Hannover könnte der Blick dann weiter in Richtung Europapokal schweifen und die Mannschaft kann ihrem Trainer zwei Pluspunkte als Ostereier ins Nest für Sonntag legen. Die nächste Bundesligapartie wird erst wieder am 17. April bei der SG Flensburg-Handewitt angepfiffen.