TSV Burgdorf will auch gegen SC Magdeburg punkten

Er will gegen seinen ehemaligen Trainer Frank Carstens eine gute Figur abgeben und viele Treffer erzielen – Lars Lehnhoff. (Foto: Holger Staab)

Lehnhoff und Co wollen ehemaligem Trainer Frank Carstens großen Kampf bieten

BURGDORF (hs). Die TSV Hannover-Burgdorf hat es in der Hand. Der Klassenerhalt kann mit einem Heimsieg gegen den SC Magdeburg sichergestellt werden. Bei noch vier ausstehenden Spielen und damit acht zu vergebenen Punkten ist der Vorsprung auf den Relegationsplatz 15 schon beträchtlich. Zwei weitere Punkte am Sonntag, 15. Mai, würden alle Sorgen wegwischen und die Planungen für eine dritte Spielzeit in der TOYOTA Handball-Bundesliga könnten intensiviert werden. Allerdings wird es keine einfache Aufgabe, denn der SC Magdeburg ist nicht irgendein Gegner, sondern in dieser Saison zu einer Spitzenmannschaft herangewachsen.
Die Erfolge des TSV-Gegners am Sonntag ab 15 Uhr haben einen Namen: Frank Carstens. Und wer sich erinnert, dieser Name steht auch bei der TSV Hannover-Burgdorf ganz hoch im Kurs. Der Aufstiegcoach der TSV wechselte erst zum Serienstart an die Börde und hat bisher großartige Arbeit geleistet. Von einem schwachen 11. Platz in der Spielzeit 2009/2010 mit großem Abstand zu höheren Zielen sind die Magdeburger zu einem ernsthaften Europapokalanwärter gewachsen, haben viele Topfavoriten straucheln lassen und können augenblicklich von einer Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb ausgehen.
Allerdings will die TSV dem SCM einen kleinen Dämpfer verpassen. Zum einen möchte sich die Mannschaft um Jacek Bedzikowski ihrem alten Trainer in Topform präsentieren und einen großen Kampf liefern. Zum anderen ist der endgültige Klassenerhalt in Reichweite und könnte drei Spieltage vor dem Saisonschluss festgezurrt werden. Ein Ziel, dass sich die TSV nach der schwierigen Serie mit vielen Verletzten, mit dem Trainerwechsel und auch einigen schwachen Auftritten sehnlich wünscht. Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt für alle Spieler ein Segen, denn in der nächsten Woche kommt der THW Kiel in die AWD-Hall nach Hannover und dann reist die TSV zum TuS Nettelstedt-Lübbecke. Zum Saisonabschluss kommt Absteiger DHC Rheinland nach Hannover, dieses Spiel könnte aber schon ohne Druck und ohne Bedeutung sein.
Wer allerdings denkt, der SCM ließe sich locker von seinem Europapokalplatz vertreiben oder diesen in Gefahr kommen lassen, der irrt. Trainer Carstens wird sein Team akribisch auf die TSV vorbereiten, wird seine Spieler vor der individuellen Stärke der TSV-Spieler warnen und seinen Kader auf die tolle Stimmung in der AWD-Hall vorbereiten. Carstens weiß, was Torge Johannsen und seine Mitspieler leisten können, wenn es erst läuft. Das haben sie in den vergangenen Spielen und insbesondere bei Frisch Auf Göppingen gezeigt.
So wird sich die TSV wütenden Angriffen der Magdeburger erwehren müssen. Besonders auf den Toptorschützen Robert Weber, der in dieser Saison bereits 221 Treffer für sein Team erzielte, ist zu achten. Allerdings wird er wohl kaum neutralisiert werden können, denn bei schnellen Gegenstößen und von der 7 Meter-Linie ist er eine Klasse für sich. Da könnten nur Nenad Puljezevic oder Jendrik Meyer im Tor den schnellen Rechtsaußen stoppen.
Mit Jure Natak aus dem Rückraum verfügen die Gäste über einen weiteren starken Akteur. Er ist für die leichten Treffer aus dem Rückraum zuständig und wurde erst von Carstens vor der Saison ins Team geholt. Weitere torgefährliche Spieler sind Fabian von Olphen von der linken Rückraumseite und Kreisläufer Bartosz Jurecki. Auch Yves Grafenhorst auf der linken Außenbahn ist immer für Tore gut und wird von seinen Rückraumspielern in Szene gesetzt.
Nach dem Trainerwechsel zu Carstens blühte der SCM richtig auf und die mannschaftliche Geschlossenheit und die Möglichkeit, von jeder Position Torgefahr auszustrahlen, macht das Team unberechenbar.
Dennoch will die TSV dagegen halten. Die Chance auf den Klassenerhalt könnte der Mannschaft Flügel verleihen.