TSV Burgdorf schafft nur mit viel Mühe den Sprung ins MARKTSPIEGEL Cup-Endspiel

Nicht nur in dieser Szene wirkten die Engenser ein wenig orientierungslos. (Foto: Georg Bosse)
 
Erst in einem spannenden Elfmeterschießen konnte sich die TSV Burgdorf gegen den FC Lehrte durchsetzen. (Foto: Georg Bosse)
 
Mit Klaus Hoffmann und Thomas Preuhs (v.li.) stellte Walter Eckhoff (re.) den neuen Namensgeber des TSV Stadions (MARKTSPIEGEL-Arena) bzw. den aktuellen Trikot-Hauptsponsor "Möbel WALLACH" aus Celle offiziell der fußballaffinen Öffentlichkeit vor. (Foto: Georg Bosse)

TSV Engensen wird im Halbfinale mit einer historischen 1:10-Niederlage vom Heesseler SV abgefertigt

BURGDORF (de). Nach spannenden zwölf Vorrundenspielen bei dem mit insgesamt 2.400 Euro dotierten Marktspiegel-Cup ging es am Donnerstagabend vor 300 Zuschauern auf der Anlage der TSV Burgdorf im Halbfinale nicht nur aufgrund der äußeren Temperaturen heiß her. Standen in der Marktspiegel-Arena doch die Halbfinalspiele zwischen der TSV Burgdorf und dem FC Lehrte sowie zwischen dem Heesseler SV und dem TSV Engensen auf dem Programm, um die Endspielteilnehmer für das am heutigen Sonnabend von 18 Uhr stattfindende Finale zu ermitteln. Mit der TSV Burgdorf und dem Heesseler SV wurden die klassenhöchsten Teams zwar ihrer Favoritenrolle gerecht und konnten sich für das Endspiel qualifizierten, doch war es vor allem der FC Lehrte, der dem Pokalverteidiger aus Burgdorf das Leben sehr schwer machte und erst nach Elfmeterschießen mit 5:6 gegen die TSV Burgdorf den Kürzeren zog, nachdem die Partie nach regulärem Spielverlauf mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden zu Ende ging. In der zweiten Halbfinalpartie hatte der Heesseler SV allerdings keine Mühe, sich gegen den TSV Engensen mit 10:1 (8:1) durchzusetzen.

TSV Burgdorf -
FC Lehrte 6:5 (1:1/0:0) n.E.

Trainer Volker Herfort von der TSV Burgdorf konnte es lange nach Spielschluss noch nicht so recht fassen, dass seine Mannschaft das Finale beim Marktspiegel-Cup erreicht hatte. „Wir haben heute Glück gehabt, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Es war heute nach einer insgesamt guten Vorbereitung wohl unser mit Abstand schwächstes Testspiel“, glaubt Burgdorfs Trainer und lag mit seiner Mutmaßung dabei wohl richtig. Zu viele Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft erlaubten dem klassentieferen Gegner aus Lehrte Einschussmöglichkeiten in Hülle und Fülle, so dass TSV-Manager Ulrich Pigulla mit seiner Meinung zum FC Lehrte wohl recht hatte, als er sagte: „Wer so viele Chancen auf dem Silbertablett serviert bekommt und sie dann nicht verwerten kann, darf sich nicht wundern, wenn er dann als Verlierer den Platz verlassen muss.“ Der verpassten Finalteilnahme trauerte auch Frank Neumärker nach, doch tröstete sich der Kotrainer des FC Lehrte mit der Tatsache: „Uns ist es wenigstens gelungen, dass wir die TSV Burgdorf nervös gemacht haben."
Das reichte aber für die Lehrter Fehlschützen Patrick Heldt, Dennis Schnepf und vor allem Michael Fitzner mit gleich drei Möglichkeiten nicht aus, die sich bereits in der 1. Halbzeit im Auslassen der Chancen überboten. Die größte Einschussgelegenheit vergab Patrick Heldt in der 30. Minute, als er bereits Torhüter Jan-Hendrik Kaffeya ausgespielt hatte, doch Hüseyin Yüksel seinen Heber über den Torhüter noch vor Überqueren der Torlinie retten konnte. Es passt zum Spiel der vergebenen Torchancen, dass es bei zwei fragwürdigen Foulelfmetern wenigstens im regulären Spielverlauf etwas zu feiern gab. So glich Sebastian Ernst (48.) per Foulelfmeter die 1:0-Führung der TSV Burgdorf durch das Elfmetertor von Patrick Hiber zum 1:1 aus. Burgdorfs Torschütze wurde kurz darauf nach einem Disput mit Schiedsrichter Gordon Eckert aus Wunstorf nach einer gelb-roten Karte vorzeitig unter die Duschen geschickt.
Spannend ging es dann im folgenden Elfmeterschießen zu, wo ausgerechnet mit Sebastian Ernst dem sichersten Elfmeterschützen beim FC Lehrte die Nerven einen Streich spielten, als er die Chance vergab, nach dem Elfmetertor von Patrick Heldt zum 2:1 auf 3:1 zu erhöhen, nachdem Burgdorfs Danijel Majstorovic das mögliche 2:2 vergab. In der Folge konnten auf Seiten der TSV Burgdorf Marvin Omelan, Nico Eccarius, Hüyeyin Yüksel und Marc Omelan die jeweilige Führung der Lehrter durch die Tore von Florian Augsten, Sage Post, Antonio Marotta und Mark Omelan jeweils ausgleichen, ehe der FCer Helmut Kezer seinen Strafstoß vergab. Christopher Reinecke nutzte dagegen seine Chance und sorgte mit seinem Tor zum 6:5 für den Einzug seiner Elf von der TSV Burgdorf ins Finale.

Heesseler SV -
TSV Engensen 10:1
Außer Rand und Band präsentierte sich im zweiten Halbfinale der TSV Engensen bei der 1:10 (1:8)-Niederlage im Spiel gegen den Heesseler SV. „Das einzige Positive im Spiel ist die Tatsache, dass wir in der 2. Halbzeit nur noch zwei Tore kassiert haben“, sagte ein sichtlich enttäuschter Engenser Trainer Egon Möller, dessen Elf in der Vorrunde immerhin den Landesligisten OSV Hannover und den MTV Ilten hinter sich lassen konnte und zum Ausscheiden zwang. Dabei verlief der Auftakt durchaus verheißungsvoll. So konnte Kevin Rufaioglu nach sechs Minuten die frühe Führung der Heeßeler durch Jannik Meck (3.) mit einem Heber zum 1:1 egalisieren „Da hatte ich noch die Hoffnung, dass bei uns die Welt noch in Ordnung ist“, gab Egon Möller zu, dem es danach förmlich die Sprache verschlug. So kassierte der TSV Engensen innerhalb von nur 26 Minuten gleich sieben Tore durch Kesip Karan (8.), Julian Rackl (11.), Mark Wielitzka (14., 17., und 25.), Moritz Peithmann (23.) und Jan Hendrik Matthes (33.) zur 8:1-Halbzeitführung des Heesseler SV. Nach der Halbzeit war der TSV Engensen auf Schadenbegrenzung bedacht und kassierte nur noch zwei Tore des Gegners aus Heeßel durch Kesip Karan (42.) und Moritz Peithmann (57.) zum 10:1-Endstand.
Für Engensens Fußballchef Holger Laue ein schwarzer Tag in der Vereinsgeschichte. „Ich stehe beim TSV Engensen seit 1996 in der Verantwortung. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir jemals so hoch verloren haben und das bei einer Spielzeit von nur 70 Minuten.“
Für den TSV Engensen besteht nun am heutigen Sonnabendnachmittag in der Burgdorfer Marktspiegel-Arena von 14.30 Uhr an im Spiel um den 3. Platz gegen den FC Lehrte Gelegenheit, sich bei einer auf zweimal 35 Minuten verkürzten Spielzeit für das Debakel gegen Heeßel zu rehabilitieren. Auf zweimal 35 Minuten verkürzt wurde auch das von 16 Uhr an stattfindende Endspiel um den Marktspiegel-Pokal zwischen dem TuS Altwarmbüchen und dem SV 06 Lehrte. Die verkürzte Spielzeit ist nicht nur der zu erwartenden Hitze geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass alle vier Mannschaften am Sonntag auch noch ein Pflichtspiel im Kreispokal austragen müssen. Dagegen findet das Endspiel zwischen der TSV Burgdorf und dem Heesseler SV, für den Gelegenheit besteht, sich für die 0:8-Schlappe gegen die TSV Burgdorf beim PORTA-Pokalturnier zu rehabilitieren, wie vorgesehen von 18 Uhr an über eine Spielzeit von zweimal 45 Minuten statt.