TSV Burgdorf II und TS Großburgwedel Handball spielen getrennt

Jonathan Semisch und sein Team der TSV II wollen nicht wieder gegen den VfL Fredenbeck um den Abstieg kämpfen. (Foto: st)

Staffeleinteilungen für die 3. Liga sorgen für Unmut

ALTKREIS (st). Was ist denn das für eine Staffeleinteilung? Diese Frage mag sich so mancher Handballfan denken, der Anfang Juni gehört hat, dass die Turnerschaft Großburgwedel und die TSV Burgdorf II, Entfernung zwischen den Teams sind 12 Kilometer, in zwei unterschiedliche Staffeln eingeteilt wurden und somit die Nachbarschaftsderbys und damit beträchtliche Zuschauereinnahmen wegfallen. Darüber hinaus wurden auch der HSV Hannover und HF Springe in unterschiedlichen Staffeln eingeteilt.
Die Einteilung ist wie folgt: In der Staffel Nord spielen die TS Großburgwedel, HF Springe, SG Achim/Baden, OHV Aurich, SV Beckdorf, VFL Fredenbeck, HSG Varel-Friesland, Wilhelmshavener HV aus Niedersachsen. Aus Schleswig-Holstein TSV Altenholz, SG Flensburg-Handewitt II und THW Kiel II und aus Berlin die Füchse Berlin-Reinickendorf II. Der Oranbienburger HC und der 1. VfL Potsdam kommen aus Brandenburg und der SV Mecklenburg-Schwerin und der Stralsunder HV aus Mecklenburg-Vorpommern.
In der Staffel Ost spielen neben der TSV Burgdorf II und HSV Hannover noch der Northeimer HC aus Niedersachsen. Daneben der SV Anhalt Bernburg, Dessau-Roßlauer HV, SC Magdeburg II und HG Köthen aus Sachsen-Anhalt und aus Bayern der HC Bad Neustadt. Der TV Groß-Umstadt, TV Kirchzell, HSG Rodgau-Nieder-Roden und MSG Groß-Bieberau kommen aus Hessen und der HSV Bad Blankenburg aus Thüringen. Vervollständigt wird die Staffel mit den Sachsen SG LVB Leipzig, HC Elbflorenz Dresden und ESV Lok Pirna-Dresden.
In einer Pressemeldung äußerten sich die betroffenen Vereine aus der Region Hannover und teilten ihren Protest gegen die Einteilung auch dem Spielausschuss-Vorsitzenden, Michael Kulus mit. Demnach fallen nicht nur die einträglichen Einnahmen für die Derbys zwischen den Teams HF Springe, HSV Hannover. TSV Burgdorf II und TS Großburgwedel weg, sondern die Fahrtkosten zum Beispiel der Burgdorfer steigen enorm an. Die Mehrkosten (nur Reisekosten) für die TSV betragen allein nach Angaben von Carsten Schröter, 1. Vorsitzende der Burgdorfer, etwa 4000 Euro.
"Wir sind fassungslos" so kommentierten die beiden Abteilungsleiter Carsten Schröter und Dirk Schroeter (HSV Hannover) die neue Staffeleinteilung der 3.Ligen. Für Burgdorf und Hannover kommen zudem 2.500 Kilometer mehr an Reisekilometern dazu. Da gleichzeitig aber die Füchse Berlin II, Oranienburg und Potsdam in die Nordstaffel integriert wurden, ist es für beide Abteilungsleiter nicht nachvollziehbar, da alle Berliner Vereine in der Nordstaffel sogar je Verein fast 400 Kilometer mehr zurück legen müssen als bei einer Eingliederung in die Oststaffel.
Stellvertretend für beide Vereine hat die TSV Burgdorf denn auch einen Antrag auf Überarbeitung der Einteilung gestellt. Würden Berlin, Potsdam und Oranienburg in der Oststaffel und dafür Burgdorf, Hannover und Magdeburg in der Nordstaffel spielen, hätten alle Vereine in Summe fast 5.000 Kilometer weniger zu fahren und alle Derbys wären erhalten.
Die Handballfreunde Springe und die TS Großburgwedel schlossen sich dieser Erklärung an und brachten ihre große Unzufriedenheit auf Grund des Wegfalls der Nachbarschaftsderbys zum Ausdruck, warten aber bis heute auf Änderung oder zumindest eine Erklärung der Einteilung und glauben auch nicht, dass der Spielausschuss reagieren wird. Zumal sich Kulus einen Tag nach Veröffentlichung der Einteilung bis zum 22. Juni in den Urlaub verabschiedete.
Nach einem erneuten Protest direkt beim Deutschen Handballbund soll nun in dieser Woche über die endgültige Staffeleinteilung entschieden werden, noch können die hannoverschen Vereine also auf eine bessere Einteilung hoffen.