TSV Burgdorf freut sich auf das Gastspiel des 1. FC Magdeburg

Co-Trainer Markus Wysocki und Trainer Volker Herfort (v.l.) machen Werbung für das Spiel gegen den 1. FC Magdeburg. (Foto: Kamm)

Ehemaliger Europapokalsieger gehört seit Jahren zu den schillerndsten Figuren im Fußball

BURGDORF (de). Hohen Besuch erwartet am heutigen Mittwochabend die Landesligamannschaft der TSV Burgdorf. Der 1. FC Magedeburg gibt sich von 18 Uhr an im Burgdorfer Stadion die Ehre.
Über den Europapokalsieger der Pokalsieger, der 1974 im Endspiel den AC Mailand mit 2:0 besiegte, viele Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Eine zu dominierende Rolle spielte der Klub zu DDR-Zeiten, wo die Magdeburger nicht nur dreimal Meister, sondern auch noch siebenmal Pokalsieger wurden. Auch auf europäischer Bühne sorgten so bekannte Magdeburger Spieler wie Torhüter Dirk Heyne, Manfred Zapf, Wolfgang Seguin, Wolfgang Steinbach, Joachim Streich, Jürgen Sparwasser und Martin Hoffmann für positive Schlagzeilen. Wer erinnert sich nicht noch an die sportlich erfolgreichsten Jahre des Magdeburger Fußballs, der 1972 begann und nahezu ein Jahrzehnt andauerte.
Der Zufall sorgte dafür, dass im Europapokal der Landesmeister 1974/75 im Achtelfinale der DDR-Meister 1. FC Magdeburg auf den deutschen Meister FC Bayern München traf. Ein Ereignis, das damals nicht nur in Deutschland für Schlagzeilen sorgte. Im Hinspiel im Münchner Olympiastadion führten die Magdeburger zur Halbzeit mit 2:0, doch konnten die Bayern das Spiel in der zweiten Halbzeit noch drehen und gewannen mit 3:2. Die 1:2-Niederlage im Rückspiel sorgte dann für das Aus der Magdeburger, deren sämtliche Spieler übrigens ausschließlich aus dem Bezirk Magdeburg kamen, was europaweit seinesgleichen suchte.
Abschwung des FCM folgte
Dem goldenen Jahrzehnt folgte dann der Abschwung. Zwar mischte der FCM noch auf der europäischen Bühne mit, doch konnten die Blau-Weißen nicht mehr an die großen Erfolge aus den vergangenen Jahre anknüpfen. Nach dem Karriereende der erfolgreichen Generation der 70er Jahre wurden viele junge Spieler in den Oberligakader integriert. Sie schafften es aber nicht, an die sportlichen Erfolge von Sparwasser & Co anzuknüpfen.
Durch Managementfehler verloren die Magdeburger in der Zeit nach der Wende den Anschluss an den Spitzenfußball. In den letzten Qualifikationsspielen zur zweiten Bundesliga wurde kein Sieg errungen, was zur Folge hatte, dass der FCM 1991 in der drittklassigen Oberliga Nordost/Staffel Mitte spielen musste. 2002 wurde sogar ein Insolvenzverfahren beantragt, was mit dem Zwangsabstieg aus der Regionalliga verbunden war. Alle Spieler verließen nach dem Zwangsabstieg den Verein und die zweite Mannschaft rückte aus der Verbandsliga auf. In den folgenden Jahren wurde der Verein einer Neustrukturierung unterworfen. So beschloss der Magdeburger Stadtrat im Jahr 2004 den Abriss des Ernst-Grube-Stadions und den Neubau eines modernen Fußballstadions an gleicher Stelle. Die Heimspiele werden nun in der 27.250 Zuschauer fassenden MDCC-Arena ausgetragen. Dort befinden sich das Trainingsgelände und das Nachwuchsleistungszentrum.
FCM peilt 3. Liga an
Nachdem zweimal in Folge der Aufstieg in die 3. Liga verpasst wurde, sollte die Regionalliga-Saison 2010/2011 zu einem Neuaufbau der Mannschaft unter dem neuen Trainer Ruud Kaiser genutzt werden. Doch statt den Neuaufbau zu nutzen, machte der Verein nur noch durch häufige Trainerwechsel und Spielerabgänge von sich reden, die in der abgelaufenen Saison mit einem Negativrekord endeten. So wurde der 1. FC Magdeburg in der Regionalliga nur Letzter und konnte von Glück sagen, dass es in der abgelaufenen Saison keinen Absteiger gab. Um so bewundernswerter, dass trotz der Rückschläge die Liebe und Anhänglichkeit der Fans zu ihrem FCM ungebrochen ist und sich der Zuschauerschnitt von 5000 Besuchern nur unwesentlich verändert hat. So kamen trotz einer völlig verkorksten Saison in der abgelaufenen Saison 69.075 Zuschauer in die MDCC-Arena.
Nach einer sehr erfolgreichen Vorbereitung, in der die Magdeburger in allen Testspielen Siege davontrugen, ehe sie sich am Sonntag mit einem 1:1 gegen den Regionalligisten VfB Oldenburg zufrieden geben mussten, gibt der mit einem drei Millionen-Etat ausgestattete FCM nun am heutigen Mittwoch seine Visitenkarte bei der TSV Burgdorf ab. Bekannteste Spieler der Gäste aus der Regionalliga Nordost sind neben dem 33-jährigen Kapitän Marco Kurth, Fabian Burdenski, der Sohn des früheren Nationaltorhüters Dieter Burdenski, sowie die ehemaligen Spieler aus dem hiesigen Raum, wie Ali Moslehe vom TSV Havelse, sowie Torjäger Florian Beil (Hannover 96 II). Noch bekannter ist der neue 52-jährige Trainer Andreas Petersen, der Vater des jetzigen Werder Bremen Profis Nils Petersen, der vom FC Bayern München an die Bremer ausgeliehen wurde.
Ein mehr als interessanter Gegner, den sich die TSV Burgdorf für heute eingeladen hat. „Wir hoffen auf eine stattliche Kulisse von mindestens 500 Zuschauern, in der unsere Mannschaft mit allen Neuzugängen gegen einen ambitionierten Regionalligisten zeigen kann, wie weit wir in der Vorbereitungsphase derzeit sind“, sagte TSV Vorstandsmitglied Christian Wedig, durch dessen Initiative das Spiel zu Stande kam.