TSG Ahlten muss mit der Reserve die Saison beenden

Wohin führt der Weg der TSG Ahlten? Leistungsträger, wie hier Kapitän Dominic Riebling, verließen reihenweise den Verein. (Foto: Kamm)

Eine ganze Mannschaft und ihr Trainer verlassen den Kreisligisten

AHLTEN (mj). Vor einer Zerreißprobe steht die TSG Ahlten. So droht dem einstigen Bezirksligisten nicht nur der Abstieg aus der Kreisliga, sondern auch der Rutsch in die Bedeutungslosigkeit, sofern es der neuen Ahltener Führungsspitze um Spielausschussobmann Nico Adebahr und Manager Stefan Hebel nicht gelingen sollte, das sinkende Schiff vor dem Untergang zu bewahren. Unverschuldet gerieten die heutigen Ahltener Verantwortlichen in die negativen Schlagzeilen. Und dies nicht nur in den Internetforen, wie Stefan Hebel (43) zugeben musste.
„Leider ist an den Meldungen etwas dran“, gab der ehemalige Manager zu, der sich zusammen mit Spielausschussobmann Nico Adebahr (32) in die Pflicht nehmen ließ, um ein völliges Chaos zu verhindern. „Es sind zu viele Dinge passiert, an der mehrere Personen beteiligt waren.
Angefangen hat die Misere mit der Entlassung von Trainer Karl-Heinz Rübensaat vor drei Jahren. Die Gesamtsituation war zuletzt einfach nicht befriedigend. Es muss jetzt unser Ziel sein, alles zu ordnen, um die Saison mit Anstand zu Ende zu bringen“, sagte Stefan Hebel, der ansonsten nichts zu den Ereignissen sagen wollte, die vor allem die 1. Mannschaft der TSG Ahlten an den Rand eines totalen Zusammenbruchs führten.
Nur zwei Spieler bleiben
So verließen in der Winterpause bis auf Torhüter Tobias Faust (24) und Mittelfeldspieler Timo Ewert (23) alle Spieler der 1. Mannschaft den Verein, der in der Kreisliga mit nur neun Punkten den vorletzten Platz belegt. „Es war wie eine Kettenreaktion. Der eine Spieler trat an uns heran, die anderen folgten“, sagte Obmann Nico Adebahr, der in den letzten Tagen mehr mit der Herausgabe der Pässe beschäftigt war, als ihm lieb sein konnte. Zumal er sich mit seinem Manager auch noch auf die Suche nach einem neuen Trainer machen musste, da sich mit Frank Sledz nach Marcus Kallmeyer (TSV Krähenwinkel/Kaltenweide) bereits der zweite Trainer innerhalb eines halben Jahres vorzeitig verabschiedete.
Wohin der Weg von Frank Sledz führt, konnte Stefan Hebel nicht sagen. „Es wird gemunkelt, dass er mit der Vielzahl der Spieler zum FC Stern Misburg wechselt“, sagte Ahltens Manager. Prompt mussten die Flüchtlinge bereits Hohn und Spott ertragen, da auch die Misburger mit nur vier Punkten in der Stadtliga Hannover vor dem Abstieg in die 1. Kreisklasse stehen. So lautete eine der „Botschaften“ eines Internetusers. „Die Spieler, die zum Tabellenletzten nach Misburg gehen, können dann nach der Saison sagen: Wow, wir sind innerhalb einer Saison mit zwei Vereinen abgestiegen. Das können nicht viele von sich behaupten."
Abstieg wird in Kauf genommen
Fest stehen die Wechsel von Tony Heidenreich (31) zum Bezirksligisten Sportfreunde Anderten, Dino Mendola (32) zum TSV Haimar/Dolgen sowie von Maximilian Belka (24) und Timm Kunkel (26), die beide zu den Sportfreunden Aligse wechseln. Alle vier erhielten bereits die Freigabe. Als neuer und damit dritter Übungsleiter wird nun Mike Limburger, der Trainer der in der 4. Kreisklasse spielenden Reserve, den Tabellenvorletzten der Kreisliga coachen. „Ich werde die Erste mit Spielern aus der Reserve wie Nils Weber, Tobias Lange, Thomas Gebhardt oder Jens Pawletta und Altherrenspielern wie Florian Wagler und Steffen Groß auffüllen. Auf Neuzugänge von außerhalb dürfen wir angesichts unserer brisanten Situation nicht hoffen. Wunderdinge wird man von mir ebenfalls nicht erwarten dürfen“, weiß der 35-jährige um die Schwere der Aufgabe, die ihm bevorsteht.
Dabei kann Ahltens neuer Trainer auf die Unterstützung seines Spielausschussobmannes zählen. „Wohin unsere Reise führt, wird man sehen. Erst einmal müssen wir uns sammeln. Der Klassenerhalt ist nicht die Vorgabe des Vorstandes an den Trainer und die Mannschaft. Wenn wir absteigen sollten, ist das auch kein Todesurteil. Wie es zuletzt bei uns lief, konnte es nicht weitergehen. Es hat einfach keinen Sinn mehr gemacht, mit einem Dutzend Söldnern so weiterzumachen", sagte Nico Adebahr, der Wert auf die Feststellung legt, dass es keineswegs finanzielle Gründe waren, die bei der TSG Ahlten zu der prekären personellen Lage führten. „Bei uns wird ohnehin außer Fahrtkosten nichts bezahlt.“