Trainer Volker Herfort lässt die TSV Burgdorf gegen den Heesseler SV rotieren

Keinen leichten Stand wird der Heeßeler Tobias Schmitt gegen die favorisierte TSV Burgdorf im Derby haben. Im letzten Spiel der beiden Burgdorfer Rivalen setzten sich die Heeßeler aber mit 2:1 durch. (Foto: Kamm)

TSV Burgdorf ist nach Imposanter Siegesserie gegen den kleinen HSV der Favorit

BURGDORF (de). Der Spielplan der Fußball-Landesliga wollte es so, dass es am vorletzten Spieltag der Hinrunde am morgigen Sonntag von 14 Uhr an im Burgdorfer Stadion an der Sorgenser Straße noch zu einem fußballerischen Leckerbissen kommt. Treffen doch mit der TSV Burgdorf und dem Heesseler SV zwei Mannschaften aufeinander, die große Rivalität auszeichnet. Erst recht, weil der „kleine HSV“ in der abgelaufenen Saison in den Derbys die Nase vorne hatte. So ging der Heesseler SV nach dem 1:1 im Hinspiel am 29. August im Rückspiel am 18. Mai dieses Jahres als 2:1- Sieger vom Platz. Da ist es mehr als verständlich, dass die TSVer alles daran setzen wollen, diese Schmach zu tilgen.
Doch ist nach dem Trainerwechsel bei der TSV Burgdorf vieles anders geworden im Verhältnis, das beide Übungsleiter untereinander pflegen. Während Heeßels Trainer Niklas Mohs zum ehemaligen Burgdorfer Coach und heutigen Manager Ulrich Pigulla keinerlei Kontakt pflegte, habe „ich heute zu Volker Herfort ein gutes, kollegiales Verhältnis“, wie es Niklas Mohs ausdrückte. Das unterstreicht auch die Tatsache, dass Heeßels Trainer dem Wunsch von Volker Herfort bereits nachkam und seine Teilnahme an der anschließenden Pressekonferenz zusagte, was noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre.
Nichtsdestoweniger wird die sportliche Rivalität auf dem gepflegten grünen Rasen mehr denn je vorhanden sein. So auch morgen, zumal es für beide Mannschaften um viel geht. So benötigen die Gäste bei derzeit nur 16 Zählern als aktueller Tabellenzwölfter jeden Punkt, um aus dem Tabellenkeller zu kommen, wo die Mannschaft von Trainer Niklas Mohs derzeit einen Relegationsplatz einnimmt.
Die TSV Burgdorf darf sich als Tabellendritter hingegen keinen weiteren Punktverlust erlauben, um den Abstand von sieben Punkten zum Tabellenführer 1. FC Egestorf/Langreder nicht noch größer werden zu lassen. „Wir sind zum Siegen verdammt“, gab dann auch der neue TSV-Coach zu, dessen Bilanz sich sehen lassen kann, nachdem er alleiniger sportlicher Leiter ist. So sprangen für Volker Herfort mit seiner Burgdorfer Mannschaft nach der Übernahme stolze 26 Punkte von möglichen 30 Zählern heraus.
Einer der Bausteine der Burgdorfer Erfolgsserie ist sicherlich im ständigen Rotieren zu suchen. So verändert Volker Herfort seine Anfangsformation nahezu von Spiel zu Spiel. „Damit halte ich alle Spieler auf dem gleichen Level. Außerdem hat es den Vorteil, dass wir schwerer auszurechnen sind.“ Erbhöfe auf einen Stammplatz angesichts früherer Verdienste sind für den TSV-Trainer ohnehin ein Fremdwort. So wurde jetzt nach Daniel Trochymiuk mit Cetin Özgen ein weiterer Spieler aus dem Kader gestrichen. “Cetin spielt bei mir in der 1. Mannschaft keine Rolle mehr“, stellte Burgdorfs Trainer unmissverständlich fest, der mit einer weiteren Personalie überraschte. „Im Tor wird diesmal Alexander Homann für Jan-Hendrik Kaffeya stehen. Das ist mit beiden bereits abgesprochen.“ Noch ein dickes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Fabian Hoheisel und Richard Becker, die beide an einer Sprunggelenkverletzung laborieren.
Vorsichtiger Optimismus macht sich auch beim Heesseler SV nach dem überzeugenden 5:0- Sieg über den OSV breit, obwohl Niklas Mohs um die Schwere der Aufgabe weiß, die seine Mannschaft am Sonntag erwartet. „Über die Favoritenrolle brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Das belegt allein das Tabellenbild. Um gegen diese TSV-Mannschaft von Volker Herfort bestehen zu können, muss es uns gelingen, mit schnellem Spiel in die Spitze, verbunden mit hoher Laufbereitschaft, zum Erfolg zu kommen“, verriet Niklas Mohs. Der HSV-Coach schloss nicht aus, dass sein mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze Jannis Iwan, wie bereits im Spiel gegen den OSV geschehen, erneut auf der Bank als Einwechselspieler vorlieb nehmen muss. „Jannis ist zur Zeit nicht so gut drauf“, räumte Niklas Mohs ein, der mit Pavel Peszek (Darmoperation), Moritz Peithmann (Kreuzbandriss) und Lukas Straßburg (Schambeinentzündung) drei Spieler ersetzen muss und daher ein oder zwei A-Juniorenspieler in Aussicht stellte, sie in den Kader zu berufen.