Topfavorit Wilhelmshaven kommt nach Burgwedel

Carl Philipp Seekamp überspringt die Deckung des Gegners mit Leichtigkeit und kann sich eine Wurfvariante aussuchen. (Foto: st)

Gegen Spitzenreiter Wilhelmshavener HV ist die TSG krasser Außenseiter

BURGWEDEL (st). Im letzten Spiel des Jahres steht der Turnerschaft Großburgwedel in der 3. Liga Nord eine fast unlösbare Aufgabe bevor. Aus anderer Sicht betrachtet, ist es für die Handballfans aber auch ein echter Leckerbissen in der Vorweihnachtszeit. Mit dem Wilhelmshavener HV kommt die Topmannschaft und der Aufstiegsfavorit Nummer eins in die Burgwedeler Halle am Schulzentrum „Auf der Ramhorst“. Nach den zuletzt zwei Siegen hoffen Trainer Bätjer und die Mannschaft trotz der Außenseiterrolle auf einen Punktgewinn.
Am Sonnabend, 13. Dezember, ab 19 Uhr will die abstiegsbedrohte TSG dem noch verlustpunktfreien WHV die erste Niederlage beibringen.
Das wäre zum Abschluss des Handballjahres noch einmal eine kleine Sensation. Die Turnerschaft hat in den zwei letzten Begegnungen gezeigt, dass in der Rückrunde mit ihnen zu rechnen ist und der letzte Tabellenplatz konnte verlassen werden. Steffen Dunekacke und seine Mitspieler sind zuversichtlich und wollen im Heimspiel gegen den Topfavoriten alles versuchen, um ein Zeichen des Kampfes an die anderen Teams zu senden.
Bei der Spitzenmannschaft der SG Flensburg/Handewitt (32:33) reichte es trotz starker Leistung nicht ganz zu einem Punktgewinn, gegen SG Achim/Baden (33:23) und beim THW Kiel II (27:26) überzeugte das Bätjer-Team aber und holte sich verdient vier Punkte. Damit wurde der Anschluss an das breite und bis in die Abstiegszone reichende Mittelfeld geschafft. Und zum Ende der Hinrunde kommt jetzt der Spitzenreiter nach Burgwedel – die Halle dürfte am Sonnabend gut gefüllt sein.
Der Wilhelmshavener HV kommt mit einer bundesligareifen Mannschaft zur Turnerschaft und will seine weiße Weste ohne Punktverlust verteidigen. Nach dem Abstieg aus der 2.Liga hat sich der WHV den Wiederaufstieg als Ziel genommen und steuert gerade darauf zu. Trainer Christian Köhrmann musste nur wenige Leistungsträger ziehen lassen und mit dem ehemaligen polnischen Nationaltorwart und Ex-Spieler der TSV Hannover-Burgdorf, Adam Weiner, sowie Kreisläufer Steffen Köhler von SV Henstedt-Ulzburg gelangen zwei wichtige Neuverpflichtungen.
Die Wilhelmshavener haben im Laufe der Hinrunde durchweg überzeugt, haben zwar einen kleinen Kader, sind aber selten richtig gefordert worden. Die Erfolgsserie könnte auch in Burgwedel anhalten, aber der Gastgeber hat etwas dagegen und will die Liga trotz schlechter Vorzeichen wieder spannend machen.
Gerade die vermeintliche Unterlegenheit des Tabellenvorletzten TSG gegen den Primus könnte eine Chance für Burgwedel sein. Die letzten Partien haben gezeigt, dass die Mannschaft um Andrius Stelmokas nicht in die Abstiegszone gehört. Mit dem Kampfgeist, dem Miteinander und dem unbedingten Willen zum Erfolg können die TSGer Berge versetzen. Das ist auch gegen eine Topmannschaft möglich. Gelingt es, eine fast fehlerfreie Angriffsvorstellung zu bieten, in der Abwehr gut zu harmonieren, die Angreifer zu Fehler zu zwingen und durch eine gute Torwartleistung zu Ballgewinnen zu kommen, dann können die Bätjer-Schützlinge die Partie bis in die Endphase offen gestalten. In den letzte Minuten eines Spieles würde dann ein wenig Glück und eine gute Torquote sogar die Chance auf einen doppelten Punktgewinn erhalten. Verdient hätte sich das Team einen Sieg aufgrund der zuletzt gezeigten Spiele in jedem Fall. Erst am 10. Januar geht für die TSG dann die Saison mit dem ersten Spiel der Rückrunde in eigener Halle gegen HF Springe weiter.