THW Kiel - jetzt in der zweiten Auflage!

TSV-Kapitän Hannes Jon Jonsson mit angespanntem Gesichtsausdruck. Gegen den THW Kiel will sein Team sich achtbar aus der Affäre ziehen. (Foto: Holger Staab)

Nach dem Pokalspiel gastiert der Rekordmeister wieder in der AWD-Hall in Hannover

BURGDORF (hs). Das Spiel der TSV Hannover-Burgdorf gegen den THW Kiel findet am Sonntag, 4. März, ab 17.30 Uhr in der zweiten Auflage statt. Nach dem DHB-Pokalspiel am vergangenen Dienstag führt es beide Teams in der AWD-Hall wieder zusammen. Diesmal im Punktspiel der TOYOTA Handball-Bundesliga. Während das Interesse an den Weltklassespielern beim Pokalspiel allerdings eher mäßig war, wird die hannoversche Heimspielhalle der TSV am Sonntag sehr gut gefüllt sein.
Bisher wurden bereits über 3700 Tickets abgesetzt. In allen bekannten Vorverkaufsstellen sind aber noch genug Karten vorhanden und auch an der Abendkasse wird es für diese Partie sicher noch Karten für Kurzentschlossene Handballfans geben. Und das sich das Kommen lohnt, liegt auch an der engagierten Spielweise von Hannover-Burgdorf. Im Punktspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten (30:24) haben sich Piotr Przybecki und seine Mitspieler in guter Form präsentiert und konnten die Begegnung sicher für sich entscheiden. Damit hat die TSV mit 16 Pluspunkten bereits ein kleines Polster zu den Abstiegsplätzen geschaffen.
Die TSV braucht sich auch am Sonntag nicht zu verstecken. Die Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer hat sich auch in dieser Spielzeit weiterentwickelt, liefert gute Leistungsbeweise ab und hat sich langsam bis an den Rand des Mittelfeldes vorgeschoben. „Wir wollen für die TSV mit einem Sieg gegen den THW Geschichte schreiben“, versprach Nordmeyer in der Pressekonferenz nach dem Erfolg gegen Balingen. Die Mannschaft wird gegen den Rekordmeister befreit aufspielen und selbstbewusst agieren.
Das wird aber vermutlich auch am Sonntag nicht reichen, um den THW Kiel zu bezwingen. Nordmeyer hat sich gegenüber dem Pokalspiel sicher etwas Neues ausgedacht und lässt nichts unversucht, um den Kieler Torwart Thierry Omeyer und sein Team an den Rand einer Niederlage zu bringen. In Omeyer wird vielleicht schon der wichtigste Knackpunkt im Spiel liegen. Ist der THW-Keeper gut aufgelegt, dann kann er eine Mannschaft und deren Angreifer mit seinen Reaktionen und Rettungstaten zur Verzweifelung bringen. Er hat aber auch schwächere Momente und die gilt es zu finden, um eine Chance auf einen Punktgewinn oder zumindest ein knappes Ergebnis zu haben.
Neben Omeyer und der kompakten Abwehr ist aber auch der Angriff der Kieler in bestechender Form. Nicht umsonst hat der Spitzenreiter einen neuen Bundesligarekord mit dem besten Saisonstart aller Zeiten aufgestellt und steht bisher ohne Verlustpunkt an der Tabellenspitze. Außenspieler Dominik Klein und seine Mitspieler sind auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft wohl kaum noch aufzuhalten. Die Kieler profitieren oft von den Fehlern der Gegner, erzielen viele Treffer durch schnelle Gegenstöße und haben einen konstruktiven Spielaufbau. Die Rückraumspieler Filip Jicha, Kim Andersson, Christian Zeitz, Daniel Narcisse und Momir Ilic, oder auch Aron Palmarsson und Daniel Kubes, sind alles Klassespieler, die dem von Nenad Puljezevic gehüteten Burgdorfer Tor gefährlich werden können.
Auch die Außenspieler Klein, Henrik Lundström und Christian Sprenger haben selten Fehlversuche und dürfen erst gar nicht zum Wurf kommen. THW-Trainer Alfred Gislason hat also ein Luxusproblem, jede Position ist doppelt gut besetzt und kann deshalb auch Schwächephasen eines Spielers jederzeit mit einem anderen Akteur kompensieren. Wenn die Kieler also Ernst machen, die TSV nicht unterschätzen und von Beginn an konzentriert agieren, dann wird es schwer für Hannover-Burgdorf, das Spiel ausgeglichen zu gestalten.