SV Ramlingen/Ehlerhausen hielt gegen den Bundesligisten Hannover 96 gut mit

2596 begeisterte Zuschauer verfolgten das „Spiel des Jahres“ im Ramlinger Waldstadion gegen die „Roten“. (Foto: Kamm)
 
Der Ramlinger Benjamin Schubert wird von „Adler“ Jan Schlaudraff „eingekreist“. (Foto: Kamm)
 
Jan Schlaudraff gibt Autogramme sogar auf einem Gartenzwerg. (Foto: Kamm)

2.596 Zuschauer sahen ein gutes Spiel des Landesligisten gegen die 96-Profis

RAMLINGEN (de). Das angekündigte Unwetter blieb am Freitagabend zum Glück aus, so dass bei Temperaturen von bis zu 28 Grad nicht nur die Spieler bei der Traditionsveranstaltung zwischen dem SV Ramlingen/Ehlershausen und dem Bundesligisten Hannover 96 ins Schwitzen kamen, sondern auch 2.596 Zuschauer, die am Freitagabend den Weg nach Ramlingen fanden.
Es war wieder einmal ein Event, das seinesgleichen sucht und mit der großen Ramlinger Helferschar perfekt organisiert war. Auch die Sponsoren, an der Spitze die TUI, die maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Spiels hatte und durch ihren Marketingchef Michael Lambertz beim Spiel vertreten war, sowie die ortsansässigen Kreditinstitute Sparkasse Hannover, Stadtsparkasse Burgdorf und Hannoversche Volksbank waren vertreten und erfreuten die Gäste mit Gewinnspielen sowie den Gastgeber mit gesponserten Trikots für die Auflaufkinder und Spenden für die Jugendabteilung. Auch das Möbelhaus Wallach sorgte mit einer Lounge mit Gartenmöbeln und Strandkörben für Farbtupfer.
Das hinterließ auch bei 96-Trainer Mirko Slomka und seinen Spielern Eindruck, die nun bereits zum elften Male zum Saisonauftakt in Ramlingen gastierten. Auch im elften Anlauf reichte es für den RSE erwartungsgemäß nicht zum erhofften Remis. Am Ende siegten die „Roten“ standesgemäß mit 6:1 (2:1), obwohl es lange nicht danach aussah, da die 96er vier ihrer sechs Treffer erst in der Schlussviertelstunde erzielen konnten. Damit wiederholte der Europa League-Teilnehmer exakt das Ergebnis wie vor zwei Jahren beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine. Doch deutete zunächst nichts darauf hin, dass es den 96ern gelingen würde, wieder das halbe Dutzend Tore voll zu machen.
Auftakt nach Maß
So begann die völlig ausverkaufte Partie mit einem Paukenschlag, als es Mark Wielitzka bereits in der 11. Minute gelang, für die 1:0-Führung der Ramlinger zu sorgen. Sowohl Christopher Avevor als auch Karim Haggui gelang es nicht, Christopher Blaschke am Flanken zu hindern. Aber auch 96-Keeper Samuel Radlinger sah bei dem Führungstreffer des Sechstligisten nicht gut aus und konnte den Ball nur noch aus dem Tor holen. Nur wenig später war es erneut Mark Wielitzka, der völlig freistehend das Spielgerät über den 96-Keeper und das Tor hob und damit eine Riesenmöglichkeit vergab, auf 2:0 zu erhöhen.
Ohne den angeschlagenen Lars Stindl und die verletzten Neuzugänge Felipe und Adrian Nikci, sowie den japanischen Neuzugang und Olympiateilnehmer Hiroki Sakai, fanden die Roten in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zum Spiel und glänzten eher mit Ungenauigkeiten im Zuspiel und durch zahlreiche Missverständnisse.
So konnten die 96er von Glück sagen, das noch zwei Standardsituationen herhalten mussten, um ihnen eine 2:1-Halbzeitführung zu bescheren. Nach einem Handspiel von Sevkan Bulut in der 23. Minute (Trainer Kurt Becker: „Das war angeschossen!“) legte sich „Moa“ Abdellaoue den Ball zurecht und versenkte den Freistoß aus 18 Meter direkt zum 1:1-Ausgleich im Ramlinger Tor. Nur vier Minuten später wurde Konstantin Rausch unsanft vom Cihan Kuru im Strafraum von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter, den der RSE-Trainer als unberechtigt ansah, jagte Didier Ya Konan flach unhaltbar ins linke Eck (27.). Auch nach diesen Rückschlägen spielte der Landesligist bis zum Halbzeitpfiff munter mit und ließ sich nicht anmerken, dass er ansonsten fünf Klassen tiefer um Punkte spielt. Mit der knappen 2:1-Führung für die 96er ging es dann für beide Teams in die Kabinen. „Wir haben in der 1. Halbzeit ein überragendes Spiel gemacht. Ich behaupte sogar, dass wir bis zur Halbzeit die bessere Mannschaft waren“, fand nicht nur Ramlingens Coach.
Starker 96-Endspurt
Fünf Auswechslungen auf Seiten der Roten sowie sieben Wechsel bei den Ramlingern sollten dann frischen Wind in die Begegnung bringen. Doch fiel der Klassenunterschied weiterhin geringer aus als mancher der 2596 Zuschauer es für möglich gehalten hätte. Die Ramlinger ließen nicht locker und tauchten immer wieder gefährlich vor dem Tor von Samuel Radlinger auf, der zwischenzeitlich einen Schuss von Robert Hauk gerade noch vor der Linie retten konnte. Es bedurfte in der 75. Minute schon eines Geniestreichs von Jan Schlaudraff, der zu einem sehenswerten Solo ansetzte und gleich mehrere Ramlinger Abwehrspieler wie Slalomstangen stehen ließ, um dann durch sein Tor zur 3:1-Führung für eine Vorentscheidung zu sorgen.
Danach ließ die Konzentration und die Kraft der Ramlinger nach. Der in der 75. Minute für Leon Andreasen eingewechselte Sascha Schünemann erhöhte in der 82. Minute mit einem Flachschuss ins rechte Eck auf 4:1. Nur eine Minute später war es Deniz Aycicek, der sich nicht lange bitten ließ und sich in der 83. Minute mit seinem Tor zum 5:1 in die Torschützenliste eintrug. Den Schlusspunkt setzte erneut Jan Schlaudraff, der in der 86. Minute mit dem Tor zum 6:1-Endstand für den Bundesligisten das halbe Dutzend Tore voll machte. Trotz der Niederlage war RSE-Trainer Kurt Becker mit der Leistung seines Teams zufrieden. „Wir haben es den 96ern bis auf die letzte Viertelstunde schwer gemacht.“ Auch 96-Coach Mirko Slomka lobte die Ramlinger. „In der 1. Halbzeit haben die Ramlinger gut gestanden. Da haben wir kein taktisches Mittel gefunden, um sie in Verlegenheit zu bringen. Trotz der Unkonzentriertheiten im Kurzpassspiel bin ich aber mit der Leistung meiner Mannschaft in dieser frühen Vorbereitungszeit zufrieden“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka.
VIP-Karten ausverkauft
„Ich bin froh, dass die Veranstaltung wiederum ohne Probleme über die Bühne ging. Besonders gut wurde unser von den VW-Nutzfahrzeugen zur Verfügung gestellter Shuttle-Service angenommen“, freute sich Rüdiger Solisch als Cheforganisator. Während es an der Tageskasse noch einige Restkarten für das Spiel gab, waren bereits zwei Tage vor dem Event alle VIP-Karten ausverkauft. „Wir hätten sogar noch mehr Karten verkaufen können“, sagte Rüdiger Solisch. Wieder einmal hatte es sich die Prominenz aus nah und fern nicht nehmen lassen, bei dem Ereignis dabei zu sein. Aber nicht nur die Prominenten wurde standesgemäß versorgt, sondern auch wichtigste Kundschaft kam auf ihre Kosten. Die Fans und die zahlreichen Kids, die ihre Stars trotz beängstigender Enge einmal aus nächster Nähe erleben konnten, traten zufrieden den Heimweg an, da die 96-Spieler sich noch lange nach Spielschluss nicht zu schade waren, die zahlreichen Autogrammwünsche zu erfüllen.
Hannover 96 spielte mit folgenden 19 Spielern:
Radlinger - Chahed (46.Pander), Avevor (46.Eggimann), Haggui, Rausch (46.Aycicek) - Andreasen (75.Gießelmann), Hauger (46. Schmiedebach), Da Silva Pinto (75. Schünemann), Schulz - Ya Konan (75.Schulze), Abdellaoue (46.Schlaudraff)
SV Ramlingen/Ehlershausen setzte folgende 20 Spieler ein:
Maluck (78. Dieser) - Kuru (46. Weindl), Ernst (46. Freerk Miener), Bulut, Blaschke (46. Kiehn) - Tim Niklas Becker (46. Tjark Miener), Karak (46. Duyar), Rodriguez (46. Edeling) - Marc Robin Becker (78. Richter), Hauk (46. Davran) - Wielitzka (78. Schubert).