Saisonabbruch für die Recken

Wo ist er denn? Evgeni Pevnov versucht sich gegen zwei Gegenspieler einen Weg zum Tor zu suchen. (Foto: Holger Staab)

Wegen der Corona-Epidemie werden die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf frühestens im September wieder Pflichtspiele absolvieren / Profis halten sich zur Zeit zu Hause fit

BURGDORF (st). In allen Sportarten das gleiche Spiel! Außer im bezahlten Fußball, der noch um eine Wiederaufnahme ringt, reagieren fast alle Sportarten mit Saisonabbrüchen auf die Corona-Epidemie und die deshalb geltenden Kontaktbeschränkungen. Auch die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf sind bekanntermaßen davon betroffen. Seit Anfang März nach der 30:32-Heimpleite der Recken gegen FrischAuf! Göppingen wurde die Saison in der Liqui Moly Handballbundesliga ausgesetzt.
Seit einigen Wochen haben es die Vereine der Liga auch schriftlich. Der Spielbetrieb in der stärksten Liga der Welt wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen. Die Handball-Bundesliga GmbH (HBL) hat mit deutlichem Mehrheitsvotum ihrer Clubs der 1. und 2. Bundesliga den Abbruch der Spielzeit 2019/20 beschlossen. Eine Fortsetzung ohne Zuschauer und Fans wollten die Handballer nicht, denn gerade diese Sportart lebt von der Atmosphäre in den Hallen und der Begeisterung von den Rängen.
„Diese Entscheidung ist unter den gegebenen Umständen aus unserer Sicht alternativlos gewesen“, sagte Recken-Geschäftsführer Eike Korsen, kurz nach dem die HBL den Saisonabbruch bekannt gegeben hatte. „Trotzdem hat sie natürlich auch für uns einen traurigen Beigeschmack. So bemerkenswert die Saison 2019/20 aus sportlicher Sicht für die Recken war, so unerwartet wurde sie auch beendet und damit unweigerlich als außergewöhnlich in Erinnerung bleiben“, schloss Korsen.
Die Endtabelle wurde anhand der Quotientenregel festgelegt. Dabei wurden die Pluspunkte am 12. März 2020 dividiert durch Anzahl absolvierter Spiele geteilt, das Ergebnis mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Hannover-Burgdorf beendete damit die Saison als Vierter, mit der besten Platzierung der Vereinsgeschichte und erhält dadurch eine Startberechtigung für den neu geschaffenen europäischen Wettbewerb, der European League in der nächsten Spielzeit. Zudem ist auch das DHB-Pokalfinalwochenende abgesagt worden. Dafür war die TSV qualifiziert und die Spieler hatten das Event mit Spannung erwartet.
Aber nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich wirkt sich die Corona-Epidemie und der deshalb beschlossene Saisonabbruch für die Recken aus: Der Verein hat Kurzarbeit beschlossen und die Spieler verzichten auf Teile ihres Gehaltes. Zudem hat der Verein eine große Welle der Solidarität erhalten, von Sponsoren, aber auch von den Anhängern. Die Unterstützung wird die TSV gebrauchen können, denn der finanzielle Rahmen lässt wenig Spielraum zu.
Deshalb hofft Hannover-Burgdorf auf die neue Saison 2020/2021 und den Start im September. Darüber hinaus soll Ende des Jahres auch das Final4 um den DHB-Pokal stattfinden. Ob das alles bereits realistisch ist, bleibt wegen des Verbotes von Großveranstaltungen abzuwarten. Die Profis halten sich derzeit zu Hause fit und können noch nicht in die Hallen.
Die Mannschaft für eine neue Spielzeit steht. Zwar verlassen leider ohne gebührenden Abschied die Spieler Morten Olsen (zum dänischen Verein Gudme), Timo Kastening (MT Melsungen), Joshua Thiele (GWD Minden) und Cristian Ugalde (Ziel unbekannt) die Recken, aber mit dem dänischen Nationalspieler Jóhan Hansen von Bjerringbro-Silkeborg und dem mazedonischen Auswahlspieler Filip Kuzmanovski vom Ligarivalen SC Magdeburg kommt doppelter Ersatz nach Burgdorf.
Die TSV Hannover-Burgdorf bietet den Dauerkarteninhabern und denen, die Einzelkarten für die abgesagten Spiele erworben haben eine Gutschein-Lösung und als Dankeschön dafür auch Prämienpakete mit Rabatten und Verlosungen an. Alle Infos dazu gibt es auf der Vereinshomepage unter www.die-recken.de.