Saison für die TSV Hannover-Burgdorf geht jetzt richtig los

Den ersten Auswärtssieg schaffte die TSV in dieser Saison beim MT Melsungen, hier mit Aivis Jurdsz und Vignir Svavarsson. Am Wochenende soll wieder ein Erfolg gelingen. (Foto: Holger Staab)

TSVer gastieren bei TSG Ludwigshafen-Friesenheim

BURGDORF (hs). Wer erinnert sich nicht an den 6. Juni 2009? An diesem Tag schaffte die TSV Hannover-Burgdorf in dem wohl bisher spannendsten Relegationsspiel zur TOYOTA-Handball-Bundesliga den nicht mehr erwarteten Aufstieg. Gegner war damals die TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Am Sonnabend, 16. Oktober, treffen beide Mannschaften wieder aufeinander. Nachdem die TSG in diesem Jahr den Aufstieg schaffte, begegnen sich beide Teams jetzt zum ersten Punktspiel nach dem dramatischen Kampf wieder. Der Treffer von Jacek Bedzikowski in letzter Sekunde und damit auf der einen Seite die unendliche Freude, auf der anderen Seite die Tiefe Ratlosigkeit, sind jetzt verflogen. Die Erinnerungen an diese Begegnung sind aber noch frisch.
Bei der TSG Friesenheim kam die TSV im ersten von zwei Relegationsspielen mit sieben Toren Unterschied unter die Räder. Das soll am Sonnabend ab 19 Uhr nicht passieren. Im Gegenteil, denn für Hannover-Burgdorf geht jetzt die Saison erst richtig los. Nach sieben Saisonspielen - davon sechs Spielen gegen die Topteams der Liga - wird am Sonnabend ein Spiel gegen einen wohl gleichwertigen Gegner angepfiffen. Damit geht die Serie für Trainer Aron Kristjánsson und seine Spieler erst so richtig los.
Das untermauerte auch der grandiose Kampf am vergangenen Sonnabend mit dem 30:29-Erfolg gegen den VfL Gummersbach. Die TSV hat sich durch diesen Sieg auf 4:10-Punkte und den 11. Tabellenplatz verbessert. Die Abwehr stand klasse und Torwart Nenad Puljezevic hielt knapp 20 Bälle. Das könnte auch am Sonnabend die Grundlage zu einem weiteren doppelten Punktgewinn sein.
Die TSG Friesenheim konnte bisher kämpferisch überzeugen, schaffte zwei Unentschieden und einen Sieg bei den Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Bei der HSG Ahlen-Hamm gelang ein 23:23, bei HBW Balingen-Weilstetten ein 30:30 und bei HSG Wetzlar ein 27:23-Erfolg. Damit liegt das Team von Coach Thomas König auf dem 13. Tabellenplatz. Gerade in Heimspielen müssen sie aber noch punkten, damit am Ende der Saison der Verbleib in der Bundesliga gesichert werden kann.
Nach dem Aufstieg wurde die Mannschaft nur punktuell verändert. Mit Nachwuchstorwart Maximilian Bender von den Rhein-Neckar Löwen, Rechtsaußen Marco Hauk vom TV Bittenfeld, Spielmacher Andrej Kogut von der HSG Düsseldorf und Rückraumspieler Stefan Bonnkirch von der HSG Frankfurt gab es vier Neuzugänge. Bekanntester Spieler ist sicherlich Keeper Kevin Klier, der ein wichtiger Rückhalt für die TSG ist.
Der Neuling in der Bundesliga spielt in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen und hat wohl, in der mit 2250 Zuschauern ausverkauften Halle, kräftige Unterstützung. Die TSV wird sich schon von ihrer besten Seite präsentieren müssen, um einen Punktgewinn zu erzielen. Die Abwehr wird besonders gegen Veta Mindaugas von der rechten Rückraumposition stabil und sicher stehen müssen. Auch Philipp Grimm auf der Linksaußenposition ist ein ständiger Unruheherd und verwandelt schnelle Gegenstöße eiskalt. Am Kreis steht mit Evgeni Pevnov ein 1,98 Meter großer schwergewichtiger Kreisläufer. Der Russe schirmt nicht nur seine Mitspieler ab, sondern kann bei guten Anspielen selbst für Treffer sorgen. Andrej Kogut spielte in der letzten Saison in Düsseldorf eine gute Rolle und hilft der TSG im Aufbauspiel und mit gefährlichen Distanzwürfen.
Vermutlich werden die Defensivreihen für die Entscheidung sorgen. Beim Aufeinandertreffen von Teams aus den unteren Tabellenregionen der Bundesliga fallen selten viele Treffer, denn die Spieler sind einer hohen Belastung ausgesetzt und legen viel Wert auf die Deckungsarbeit.
Gelingt es der TSV, aus einer verstärkten Abwehr mit abgefangenen Bällen schnelle Gegenstöße ins Ziel zu bringen und auch im Aufbauspiel konstruktiv zu arbeiten, dann ist der zweite Auswärtssieg in Reichweite.