Recken verpassen Finale knapp

Timo Kastening war vor seiner Roten Karte sechsmal erfolgreich, konnte die Niederlage gegen den SC Magdeburg im Halbfinale aber nicht verhindern. (Foto: Holger Staab)

Im Halbfinale des DHB-Pokals unterliegt die TSV Hannover-Burgdorf dem SC Magdeburg mit 29:30

BURGDORF/HAMBURG (st). Im Halbfinale des REWE Final Four war für die TSV Hannover-Burgdorf in diesem Jahr der Pokalwettbewerb beendet. Die Recken mussten sich nach überraschend starker Leistung dem scheinbar übermächtigen SC Magdeburg mit 29:30-Toren geschlagen geben. Die Mannschaft um Trainer Carlos Ortega versuchte alles, um dem SCM Paroli zu bieten und kämpfte verbissen, schaffte es in der 1. Hälfte aber nicht, die Qualität des Gegners einzuschränken und konnte den SCM erst nach der Pause in Gefahr bringen.
Es war wieder eine atemberaubende Stimmung in der Barclaycard-Arena in Hamburg und die TSV Hannover-Burgdorf war zum zweiten Mal nacheinander in der Endrunde des DHB-Pokals dabei. Mehr als 1500 Fans aus Hannover und Umgebung waren dabei und drückten Kai Häfner und seinen Mitspielern nicht nur die Daumen, sondern bereiteten ihnen einen grandiosen Empfang. Die Atmosphäre in der 13.000 Zuschauer fassenden Halle war überwältigend - das macht das Final Four in jedem Jahr aus.
Die Magdeburger konnten den Titel bereits zweimal erringen und legten sich, wie es für einen Favoriten gehört gleich zu Spielbeginn so richtig ins Zeug. Die schnelle 4:1-Führung gelang ihnen prompt. Torwart Jannik Green vernagelte sein Tor und so hatten es die Burgdorfer schwer, den Anschluss zu halten. Dass die TSV nicht aufsteckte und dranblieb, hatte sie Timo Kastening zu verdanken, der gut aufgelegt war und in der 19. Spielminute auf 5:6 verkürzte.
Auch die Fanlager aus Kiel und Berlin, die das zweite Halbfinale am Abend spielten und bereits in der Halle waren, unterstützten den Außenseiter aus Hannover. Aber der Außenseiter hatte wenig Glück mit den Entscheidungen der Unparteiischen und bei der Chancenverwertung. Große Chancen wurden leichtfertig vergeben und in der Deckung war die notwendige Stabilität nicht vorhanden. So stand zur Pause ein 11:15-Rückstand auf der Anzeigentafel.
Besonders das Fehlen von Abwehrchef Ilija Brozovic machte sich bemerkbar und so kam keine Stabilität in die Defensive. Im Angriff hatten die Recken keine Alternativen und so war es für Magdeburg leicht, die Angriffsbemühungen zu stoppen. Mit Cristian Ugalde, Lars Lehnhoff und dem Langzeitverletzten Mait Patrail fehlten weitere wichtige Spieler.
Die TSVer kämpften im 2. Spielabschnitt aber grandios und fanden jetzt mit Unterstützung der Fans zu ihrem Spiel. Morten Olsen und Kai Häfner kamen verändert und aggressiv aus der Kabine und als Timo Kastening die Rote Karte erhielt, gab es eine Initialzündung im gesamten Team. Die Recken glichen beim 18:18-Zwischenstand erstmals aus und gingen sogar mit drei Toren in Führung (24:21). Aber der SCM blieb dran und konnte beim 25:25 wieder ausgleichen. Die Halle kochte und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Michael Damgaard die Recken-Abwehr mit Schlagwürfen düpierte. Er erzielte letztlich 15 Treffer und war von Häfner und Co nie zu stoppen. Den finalen Treffer zwei Sekunden vor Schluss netzte aber Christian O`Sullivan ein und besiegelte so die unglückliche Niederlage von Hannover-Burgdorf.
Den Recken blieb die Antrittsprämie von 90.000 Euro und die Erfahrung wieder an einer Endrunde teilgenommen zu haben. Noch mehr aber wird die Erinnerung an diese tolle Atmosphäre in den Köpfen der Spieler bleiben, die in dieser Saison ihr Ziel Final Four erreicht haben. Vielleicht gibt das den nötigen Schwung für die weiteren Aufgabe, denn in den kommenden Wochen wird Hannover-Burgdorf in der Punktrunde der DKB Handball-Bundesliga und im Europapokal gefordert sein. Wenn die Verletzten dann wieder spielfähig sind, können Evgeni Pevnov und seine Kollegen noch viel erreichen.