Preuß verlässt den Heeßeler SV

Trainer Pascal Preuß will den Heeßeler SV zum Saisonende verlassen. (Foto: Klaus Depenau)

Der Trainer der 1. Herrenmannschaft hat das Angebot einer Vertragsverlängerung abgelehnt / Suche nach einem Nachfolger läuft

HEESSEL (kd). Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, dass sich der Heeßeler SV für die kommende Saison einen neuen Trainer suchen muss. Doch nun bestätigte auch Heeßels Manager Ralf "Robby" Rohden gegenüber dem Marktspiegel, dass die Tage des Fußballtrainers Pascal Preuß beim derzeitigen Tabellenachten der Fußball-Landesliga gezählt seien. Doch war es diesmal nicht der Verein, der die Zusammenarbeit zum 30. Juni dieses Jahres aufkündigte, sondern der Trainer höchstpersönlich.
"Wir hätten gerne mit unserem Trainer weitergearbeitet, mit dem wir seit annähernd zwei Jahren nach dem berufsbedingten Ausscheiden von Hendrik Großöhmichen erfolgreich zusammen gearbeitet haben", sagte Ralf Rohden. "Doch hat uns Pascal Preuß in einem Gespräch mit unserem 1. Vorsitzenden Rüdiger Zach, Andreas Schaper als Vorsitzenden des Heeßeler Fördervereins und meiner Person wissen lassen, dass er seine Tätigkeit als Trainer der 1. Herrenmannschaft zum Saisonende beenden möchte und er damit für die neue Saison nicht mehr als Coach des HSV zur Verfügung stehen würde."
Pascal "Kalle" Preuß hatte das Angebot zu einer Vertragsverlängerung seitens der Heeßeler Vereinsführung nach reiflicher Überlegung abgelehnt. "Es war ein richtig gutes, zielführendes Gespräch", sagte Heeßels Coach, der in erste Linie private Gründe für seinen Ausstieg nannte. "Als jetzt fünffacher Familienvater muss ich nun verstärkt meine Frau Marianne unterstützen", sagte der 36-jährige Vater. "Stand jetzt höre ich auf und lege eine Pause ein. Was in einem Monat ist, werden wir dann sehen. Ich bin nach wie vor für alles offen", lässt sich Heeßels Coach noch eine Hintertür offen.
Diese Hintertür könnte der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide sein, wo zum Ende der Saison ein Nachfolger für Bernd Krajewski gesucht wird, der nach seiner siebenjährigen Tätigkeit als Trainer, sportlicher Leiter und Berater beim Oberligisten Arminia Hannover sich aus Verbundenheit zum TSV Krähenwinkel/Kaltenweide bereit erklärte, nach der Winterpause für ein halbes Jahr die vom Abstieg aus der Landesliga bedrohten "Krähen" zu trainieren, um dann den Trainerstuhl für einen Nachfolger frei zu machen.

Auch Aydemir verlässt Heeßel

Es gibt nicht wenige unter den sogenannten Fußballexperten, die der Meinung sind, dass in Krähenwinkel die Entscheidung zu Gunsten von Pascal Preuß als neuem Trainer bereits gefallen sei. "Das ist Blödsinn", sagte "Kalle" Preuß. "Es wird immer viel geredet. Mir ist allerdings auch schon so etwas zugetragen worden. Doch müsste ich dann wohl mit dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide gesprochen und verhandelt haben. Das ist nicht der Fall", so Heeßels Coach.
Wie dem auch sei. Unabhängig von den Zukunftsplänen von Pascal Preuß, muss sich der Heeßeler SV für die kommende Saison auf der Suche nach einem neuen Trainer machen. "Noch haben wir kein Zeitproblem. Allerdings gebe ich zu, dass ich am liebsten bereits einen neuen Trainer präsentiert hätte. Schließlich müssen wir der Mannschaft nicht nur den neuen Trainer bekannt geben, sondern auch Gespräche mit den Spielern aufnehmen, damit sie uns sagen können, wie es mit ihnen weitergeht", sagte "Robby" Rohden.
Mit Halil Aydemir, dem mit elf Treffern erfolgreichsten Torschützen des Heeßeler SV, braucht Heeßels Koordinator für den Leistungsbereich nicht mehr zu verhandeln. "Halil hat mir mitgeteilt, dass er nach dem TuS Garbsen, SV Türkay Spor Garbsen und dem Heeßeler SV nun den nächsten Schritt machen will und es in der kommenden Saison ein oder zwei Ligen höher versuchen möchte", sagte Ralf Rohden.

Wer macht das Rennen?

"Wir sind ein Verein, der durchaus auf Interesse bei ambitionierten Trainern stößt", verriet Heeßels Manager, der sich ansonsten, bis auf die Mitteilung, dass die Gespräche auf Hochtouren laufen, bedeckt hielt, wer zum erweiterter Kreis der Traineranwärter zählt. Nach Informationen des Marktspiegels soll Patrick Heldt vom FC Lehrte einer der Kandidaten für die Nachfolge sein. Der 38-jährige Kotrainer und trotz seines fortgeschrittenen Alters mit 23 Treffern auch Torjäger der Bezirksliga 2, spielte bereits vor 14 Jahren fünf Jahre lang für den Heeßeler SV, bevor es ihn über den SV Ramlingen/Ehlershausen vor sechs Jahren zum FC Lehrte zog.
Weitere Kandidaten auf den Trainerposten sollen Heeßels Kotrainer Nils Poelmeyer und auch A-Juniorentrainer Timo Struckmeier sein. Auch Krähenwinkels bis zum Oktober tätiger ehemaliger Trainer Ralf Przyklenk soll ebenso in der Verlosung sein wie auch Marcus Kallmeyer vom TSV Sievershausen, der als Spieler ebenso eine Heeßeler Vergangenheit hat. Keine leichte Ausgabe für Ralf Rohden, den idealen Nachfolge für Pascal Preuß zu finden.
Mit der Arbeit von Preuß und dem derzeitigen Abschneiden des Heeßeler SV zeigt sich der Manager nach der Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison trotzdem zufrieden. "Wir sind derzeit Achter und damit voll im Soll. Nach dem Umbruch zum Ende der Saison und den zahlreichen Abgängen von absoluten Leistungsträgern zu höherklassigen Vereinen hätte es auch schlimmer kommen. Man musste auch befürchten, dass wir in der Tabelle noch tiefer platziert sind", betonte er.
Ab sofort muss die Mannschaft auch auf Jan-Henrik Matthes verzichten, der berufsbedingt zum Hamburger Bezirksligisten SV Uhlenhorst Adler wechselt. Als Neuzugänge kehrten in der Winterpause Emmanuel Thamm und Konstantin Kutz von der TSV Burgdorf zu ihrem ehemaligen Verein zurück. Außerdem schloss sich der offensive Mittelfeldspieler Volkan Ates vom Ligagefährten OSV Hannover dem Heeßeler SV an. Alle drei Akteure sind ab sofort spielberechtigt.