Nur engagierte Vorstellungen können Saison retten

Florian Freitag ist einer der Aktivposten im Angriff von Handball Hannover Burgwedel. (Foto: Holger Staab)
 
HHB-Trainer Claas Wittenberg konnte den Drittligisten nicht aus der Abstiegszone herausführen und stellte seinen Posten jetzt zur Verfügung.  (Foto: Holger Staab)

HHB trennt sich kurz vor dem Jahreswechsel von Trainer Claas Wittenberg

BURGWEDEL (st). Die Mannschaft des Handball-Vereins Hannover Burgwedel pausiert seit dem 22. Dezember auf einem Abstiegsplatz in der 3. Liga Nord. Nach sieben Spielen ohne Erfolg in Serie ist das Team bis auf den 15. Tabellenplatz abgerutscht und das ist ein Abstiegsplatz, der am Ende der Saison den Weg in die Oberliga bedeuten würde. Das wollen die Burgwedeler aber schnellstmöglich korrigieren und haben dazu kurzfristig ihren Trainer Claas Wittenberg freigestellt.
Der Start in die Spielzeit 2018/2019 sollte erfolgreich werden. Darauf hofften die Spieler des HHB und arbeiteten in der Vorbereitung intensiv. Leider kam es anders und in vier Spielen konnte nur beim 29:29-Remis gegen die Füchse Berlin II ein Punktgewinn realisiert werden. Die Spieler um Florian Freitag schienen sich anschließend nach zwei Siegen gegen MTV Braunschweig (29:23) und bei DHK Flensborg (26:25) aber stabilisieren zu können. Das Mittelfeld war erreicht. Allerdings kam nicht wirklich Ruhe ins Team und auch der Trainerwechsel, Claas Wittenberg kam für Jürgen Bätjer, brachte nicht den erhofften Umschwung. Die Mannschaft rutschte durch teilweise vermeidbare Niederlagen wieder in die Abstiegszone und beim 29:29-Unentschieden Ende November konnte der letzte Punkt des Jahres eingespielt werden. Danach folgte eine Niederlagenserie, die HHB jetzt in arge Abstiegsnot gebracht hat. Das finale Spiel des Jahres ging unglücklich mit 23:24-Toren ebenfalls an den Gegner, der in diesem Fall HSV Hannover hieß. Mittlerweile stehen 8:26-Punkte auf dem Konto und der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt bereits drei Zähler.
Trainer Claas Wittenberg konnte die Burgwedeler Abwehr scheinbar nicht stabilisieren. Die Defensive ist eindeutig die Schwachstelle des HHB, obwohl auch im Angriff noch viel Luft nach oben ist. Im Schnitt haben die Spieler um Kapitän Kay Behnke in den 17 bisherigen Saisonspielen 29,2-Gegentore hinnehmen müssen. Das unterstreicht die aktuellen Probleme im Team. Wenn hier nicht schnell eine Verbesserung eintritt, wird HHB die Abstiegszone zeitnah nicht verlassen können. Das Torhüterduo Mustafa Wendland und Pascal Kinzel trifft dabei wohl noch die geringste Schuld. Die Keeper sind oft nur so gut wie ihre Vorderleute in der Abwehr und gegen frei zum Wurf kommende Gegner, sind Paraden schwer.
In nächster Zeit zählen nur Siege und da ist es egal, ob HHB auswärts oder in Heimspielen antritt. Leider sieht es gerade vor heimischem Publikum nicht gut aus. Von den zehn Heimspielen in dieser Saison konnte nur die Partie gegen Braunschweig gewonnen werden und gegen die Füchse Berlin spielten die Wittenberg-Schützlinge unentschieden. Um die Abstiegsplätze zeitnah verlassen zu können, ist hier eine deutliche Leistungssteigerung erforderlich.
Die Spieler um Philip Reinsch und Artjom Antonevitch haben sicherlich die Qualität, um im oberen Mittelfeld der Tabelle in der 3.Liga mitzuhalten, leider konnten sie das in den vergangenen Wochen nicht umsetzen. Das soll im neuen Jahr jetzt anders werden. Christian Hoff, Julius Mücke, Marius Kastening, Lennart Koch, Nenad Bilbija, Steffen Dunekacke, das gesamte Team will an einem Strang ziehen, die Defensive stabilisieren und in der Offensive mit einer starken Torquote überzeugen.
Damit das gelingt haben sich die Verantwortlichen des HHB um Teammanager Friedrich Kastening kurz nach Weihnachten zusammengesetzt und die vergangenen Spiele analysiert.
Als Resultat stellte Coach Wittenberg seinen Posten zur Verfügung. Das Trainingspensum soll erhöht werden, das kann Wittenberg aber aus persönlichen Gründen nicht mehr leisten. „Vielleicht brauchen die Jungs ja nur einen kleinen Anstoß, um die Blockaden zu lösen und befreiter aufspielen zu können. Da will ich nicht im Wege stehen. Leider kann ich den erforderlichen Mehraufwand aus unterschiedlichen Gründen nicht leisten“, begründete Wittenberg seine Entscheidung.
Der HHB will es jetzt mit einem Spielertrainertrio versuchen. Kapitän Kay Behnke, Rückraumspieler Nenad Bilbija und Spielmacher Marius Kastening werden als Team die Rolle des Spielertrainers übernehmen und dabei von Friedrich Kastening unterstützt. Der HHB ist überzeugt, mit dieser Konstellation und einem höheren Trainingsaufwand, den Klassenerhalt zu schaffen. Vorbereitungsstart in 2019 ist der heutige Sonnabend, 5. Januar. HHB startet beim 35. Harz Energie Silvester CUP bei der HSG Rhumetal. Mit dabei sind die Mannschaften des TuS Vinnhorst, Füchse Berlin II, MT Melsungen II, AMTV Hamburg und des Gastgebers. Es folgen dann noch, neben zahlreichen Trainingseinheiten, weitere Vorbereitungsspiele bei TuS Spenge, gegen die HSG Schaumburg-Nord und bei der HSG Nienburg.
Gleich in den ersten Partien gegen Eintracht Hildesheim (25. Januar) und bei den beiden Auswärtsbegegnungen bei Füchse Berlin II (2. Februar) und MTV Braunschweig (9. Februar) sind die HHB-Akteure um das neue Spielertrainertrio dann gefordert, ihre Außenseiterrolle anzunehmen und mit Kampf und Herzblut in eine bessere Zeit zu starten.



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