Nach dem Klassenerhalt will die TSV Hannover-Burgdorf in der nächsten Saison mehr

Morten Olsen in typischer Manier – mit dem Drang zum Tor machte der Däne viele wichtige Treffer in der abgelaufenen Spielzeit. (Foto: Holger Staab)

In der dritten Saison in der Handball-Bundesliga hatte die Mannschaft mit vielen Verletzungen zu kämpfen

BURGDORF (hs). In der dritten Saison in der TOYOTA Handball-Bundesliga konnte die TSV Hannover-Burgdorf starke Spiele zeigen, musste viele Tiefschläge hinnehmen, stand wieder auf, hatte mit vielen Verletzungen seiner Spieler zu kämpfen und schaffte letztlich dennoch sicher den Klassenerhalt. Eine Serie mit vielen Höhen und Tiefen also, die aber zeigte, dass das Team um Trainer Christopher Nordmeyer in die stärkste Handballliga der Welt gehört. Das zeigt auch die Kaderplanung für die nächste Spielzeit, denn da will die TSV mehr als jetzt erreichen und in das gesicherte Mittelfeld vorstoßen.
Das Ziel war vor der Serie 2011/2012 eigentlich klar gesteckt. Etwas mehr als der Klassenerhalt durfte es schon sein, die TSV wollte mit dem bösen Wort „Abstieg“ nicht in Kontakt kommen. Es kam aber anders, obwohl die Mannschaft im Kern zusammenblieb und gezielt verstärkt wurde. Der neue Geschäftsführer Benjamin Chatton und Trainer Nordmeyer holten die Neuzugänge Csaba Szücs vom TV Großwallstadt und Mario Clößner von der HSG Ahlen-Hamm in das Team. Zudem wechselte mit Torwart Adam Weiner ein erfahrener Keeper zu den Niedersachsen, da mit Nikolas Katsigiannis einem Torwart eine langwierige Verletzung nicht erspart blieb.
Der Saisonstart gestaltete sich schwierig und sollte schon ein Spiegelbild der gesamten Serie bleiben. Das das erste Heimspiel gegen die Füchse Berlin nach einer guten Vorstellung mit 28:31-Toren verloren wurde, war sicherlich kein Beinbruch. Dann musste sich die TSV aber auch noch dem Aufsteiger Bergischen HC auswärts mit 28:29-Toren geschlagen geben. Zum Glück konnte dann eine Überraschung für Entspannung sorgen, denn der haushohe Favorit Rhein-Neckar Löwen wurde in der AWD-Hall mit 33:32 bezwungen. Nach fünf Spielen standen dennoch nur 2:8-Punkte auf dem Konto der TSV und damit nur ein 15. Tabellenplatz.
In den folgenden Partien gab es aber Auftrieb, denn gegen TV Großwallstadt (34:27), bei MT Melsungen (26:31), gegen HSG Wetzlar (30:24) und gegen TV Hüttenberg (30:30) konnten wichtige Pluspunkte erkämpft werden. Trotz einiger zwischenzeitlichen Rückschläge und Niederlagen schaffte es Hannover-Burgdorf dennoch, einige gute Leistungen abzurufen. Bis zum Jahresende, auch bedingt durch starke Auftritte, wie beim 30:26-Auswärtssieg bei TuS Nettelstedt-Lübbecke, erspielten sich die Nordmeyer-Schützlinge den 14. Platz mit beruhigenden sechs Punkten Abstand zu den Abstiegsplätzen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Kapitän Hannes Jon Jonsson und seine Mitspieler 14 Punkte gesammelt, mehr als in den vorherigen Spielzeiten. Aber sie mussten mit vielen verletzten Spielern leben und immer wieder neue Alternativen erarbeiten. Bis zum Saisonende sollte das so bleiben und keine Begegnung konnte mit dem kompletten Kader bestritten werden. So mussten neben dem ohne Einsatz gebliebenen Torwart Nikolas Katsigiannis auch Gustav Rydergard, Piotr Przybecki, Adam Weiner, Hannes Jon Jonsson und Morton Olsen kurzfristig für wenige Spiele passen. Langwierige Verletzungen zogen sich Mario Clößner, Jan-Fiete Buschmann, Csaba Szücs und Aivis Jurdzs zu. Für ein Team wie die TSV Burgdorf bedeutete das immer wieder eine Schwächung und so war Coach Nordmeyer in dieser Saison nicht zu beneiden.
Das Jahr 2012 begann für die TSV-Mannschaft gleich mit einer bitteren 31:35-Niederlage gegen den Aufsteiger Bergischer HC. Die Mannschaft rutschte wieder in den Abstiegssog, denn die Teams aus der Abstiegszone sammelten fleißig Punkte. Durch den 31:26-Auswärtssieg bei TV Großwallstadt und das 28:28-Remis gegen TBV Lemgo verschafften sich Lars Lehnhoff und Co aber wieder Luft. Nach Tiefschlägen konnte sich die TSV zum Glück immer wieder aufrichten und Punktgewinne erzielen. Das zeichnet eine intakte Mannschaft aus und war in dieser Serie sehr wichtig.
Nach einer beeindruckenden, kämpferischen Leistung beim 25:23-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen und dem 29:24-Derbysieg bei Eintracht Hildesheim hatten es die Landeshauptstädter dann endlich geschafft. Drei Spieltage vor Saisonende war der Klassenerhalt perfekt und die Planungen für die vierte Saison in der TOYOTA Handball-Bundesliga konnten intensiviert werden.
Mit Vignir Svavarsson, Hannes Jon Jonsson und Asgeir Örn Hallgrimsson werden alle drei Isländer den Verein verlassen. Zudem werden Piotr Przybecki, Nikolas Katsigiannis und Adam Weiner nicht mehr im Bundesligateam stehen. Weiner wird Torwarttrainer bei der TSV. Aber Geschäftsführer Benjamin Chatton und Trainer Christopher Nordmeyer haben bisher sechs Neuzugänge verpflichtet und hoffen, die Lücken damit mehr als schließen zu können. Von der SG Flensburg-Handewitt kommt Tamas Mocsai zur TSV, Mait Patrail wechselt nach einem zwischenzeitlichen Engagement in Qatar und zuvor beim TBV Lemgo nach Hannover und auch Kreisläufer Joakim Hykkerud, Torwart Martin Ziemer, Rückraumspieler Jannis Fauteck und Kreisspieler Juan Andreu (Real Ademar Leon) werden der TSV neue Impulse geben.
Insgesamt endete die Bundesligasaison aufgrund der vielen personellen Probleme mit einem sehr zufriedenstellenden 13. Platz mit 24:44-Punkten und 980:1050-Toren. Das ist neuer Punkterekord für Hannover-Burgdorf und auch die beste Platzierung, die bisher erreicht wurde. Jetzt können alle Weichen für die Spielzeit 2012/2013 gestellt werden. Die Vorbereitungsphase auf die neue Saison startet am 9. Juli. Die TSV will sich dann einen guten Mittelfeldplatz sichern, vielleicht einen einstelligen Tabellenplatz oder sogar noch ein bisschen mehr heran arbeiten.