Mittelfeldplatz ist mit jungem Team realistisch

Noch kann er in der A-Jugend spielen, in der Oberligamannschaft der TSV ist er aber schon eine wichtige Stütze – Marius Kastening. (Foto: Holger Staab)

TSV Burgdorf II ist als Ausbildungsteam auf einem guten Weg

BURGDORF (hs). Kurz vor dem Ende der Hinserie in der Handball-Oberliga Niedersachsen steht die TSV Burgdorf II auf einem Mittelfeldplatz. Die Mannschaft konnte in einigen Spielen überzeugen, in anderen Begegnungen wurden aber auch Erfahrung und Konstanz vermisst. Insgesamt hat die Mannschaft noch deutlich Steigerungspotenzial und will sich in der Rückserie verbessert präsentieren. Dass die Bundesligareserve keinen Spitzenplatz in der höchsten Spielklasse in Niedersachsen erreichen kann, war erwartet worden, dazu war die TSV II auch nicht angetreten.
Die TSV will ihre jungen Talente fördern und fordern. Dazu ist die Oberliga genau die richtige Spielklasse. Deshalb versteht sich das Team auch als Ausbildungsmannschaft. Damit die Oberliga aber erhalten bleibt, hat Burgdorf Spieler wie Stefan Domizlaff oder Robin Kothe. Beide Akteure sollen die jungen Spieler führen und in kritischen Situationen ihre Erfahrung ausspielen. Die Mitspieler sind gerade aus dem Jugend- in den Seniorenbereich gewechselt oder noch in der A-Jugend aktiv.
Torwart Malte Semisch oder Marius Kastening, die beiden Jugendnationalspieler, sind aber schon wichtige Faktoren im Spiel der Burgdorfer. Die Zusammensetzung des Kaders ist zudem ganz entscheidend, denn es wird attraktiver, schneller Handballsport geboten - etablierte Teams haben damit echte Probleme. So werden in den Begegnungen der Oberliga die Gegner schon mal überlaufen und mit schnellen, überfallartigen Gegenstößen in eine Niederlage gezwungen.
In den ersten fünf Saisonspielen kamen die TSVer aber noch nicht optimal zurecht. Alle drei Auswärtsspiele bei SG Zweidorf/Bortfeld (27:32), bei MTV Vorsfelde (38:43) und bei HSG Northeim (33:38) wurden mit Niederlagen beendet. In den Heimspielen gegen MTV Großenheidorn (34:33) zum Saisonauftakt und gegen TV Stadtoldendorf (34:30) konnten Siege gefeiert werden. Mehr als der 11. Platz war aber nicht möglich.
Den ersten Auswärtspunkt sicherten sich Niko Blanke und Co beim 38:38-Unentschieden bei der HG Rosdorf-Grone. Der Beweis, dass die jungen Talente in dieser Liga durchaus mithalten können, zeigte auch das nächste Remis gegen den Favoriten SV Alfeld mit 28:28-Toren. Nach zwei weiteren Erfolgen bei MTV Eintracht Celle (37:28) und gegen SV Aue Liebenau (43:41) und einem 32:32-Unentschieden bei TV Eiche Dingelbe war mit 11:11-Punkten ein sicherer Mittelfeldplatz erreicht.
Zum Jahresende gab es gegen MTV Soltau (29:30) und beim Topfavoriten TS Großburgwedel (28:37) aber noch zwei Niederlagen und ein Erfolg gegen MTV Post Eintracht Celle (27:19). Gerade das Spiel gegen den Tabellennachbarn aus Soltau zeigte auf, dass die TSV-Talente noch viel lernen müssen. Die Kraft in der Defensive fehlte, um den robust vorgehenden Gegner in Bedrängnis zu bringen. Die Soltauer traten gut eingestellt in Burgdorf an und hatten letztlich auch das Glück, das die TSVer keine optimale Chancenauswertung vorweisen konnten.
Letztlich ist der augenblicklich 10. Tabellenplatz aber ein achtbares Ergebnis, das, ginge es nach dem neuen Trainer Carsten Schröter, der Ende des Jahres 2010 das Amt von Thomas Engler übernahm, noch verbessert werden kann. Auch wenn die Mannschaft körperlich noch Defizite aufweist, ist sie doch technisch besser als viele Oberligateams. Den Beweis können sie schon am 16. Januar bringen. Dann steht das letzte Hinrundenspiel gegen VfL Hameln auf dem Spielplan. Eine Woche später, am 22. Januar, startet dann die Rückserie mit der Begegnung beim MTV Großenheidorn.
Der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt acht Punkte, das reicht noch nicht für den sicheren Klassenerhalt, aber die „Zweite“ aus Burgdorf wird in der Rückrunde noch einige Partien für sich entscheiden können und mit jugendlichem Elan und Spritzigkeit den Spaß am Handball und die Oberliga erhalten.