Lehrter SV schaffte frühzeitig das Meisterstück

Ein Spieler mit Zukunft: Der 20jährige Hendrik Edeler vom Lehrter SV kann sich durchsetzen und einen Treffer erzielen. (Foto: Holger Staab)

Regionalligaaufstieg bedeutet viel Arbeit für Mannschaft, Trainer und Verantwortliche

LEHRTE (hs). Was der Lehrter SV in der Handball-Oberliga in der vergangenen Saison geleistet hat, war in dieser Form nicht vorhersehbar. Der Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft und der damit verbundene Aufstieg ist allerdings der Lohn für kontinuierliche Aufbauarbeit von Trainer Lutz Ewert und den Verantwortlichen im Hintergrund, für ein eingespieltes Team ohne Stars und für eine Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren.
„Die 3. Liga ist ein mittelfristiges Ziel im Dreijahresplan, das vor einem Jahr aufgestellt wurde“, sagte Coach Ewert während der Serie, „in dieser Saison ist der Aufstieg noch nicht das Ziel, weil wir möglicherweise für die Regionalliga noch nicht reif sind.“ Er hätte sich noch ein weiteres Entwicklungsjahr gewünscht, aber jetzt ist der Aufstieg Realität und der LSV schaffte ihn mit Bravour und mit immerhin sechs Punkten Vorsprung vor dem ärgsten Verfolger und Meisterschaftsfavorit VfL Hameln.
Die positiven Akzente für eine erfolgreiche Spielzeit wurden schon vor Beginn gelegt. Die Mannschaft, die in der vergangenen Saison den 3. Platz belegen konnte, blieb komplett zusammen. Nur Patrick Dienelt und während der Serie Torwart Mark Dahl vervollständigten den Oberligakader des Lehrter SV. Das Team sollte sich weiterentwickeln, eingespielt in die Oberliga starten und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nach sechs Spieltagen hatten die Ewert-Schützlinge mit sechs Siegen einen optimalen Start erwischt.
Den ersten Punktverlust musste der LSV beim 30:30-Unentschieden beim selbst ernannten Favoriten VfL Hameln einstecken. Das schockte die Mannschaft aber wenig. Bedenken kamen erst nach der völlig überraschenden 26:30-Niederlage beim damaligen Tabellenletzten MTV Eyendorf auf. Der LSV bot eine desolate Leistung und musste die Tabellenführung an Hameln abgeben. Bin zum Ende der Hinrunde wurde aber wieder konstanter gespielt und die Niederlage hatte somit keine weiteren Folgen, im Gegenteil sie war für das Team lehrreich und das der LSV ohne Punktverlust durch die Saison fegt, hatte niemand erwartet. Da auch Hameln eine Schwächephase einlegte übernahmen Marcel Wendt und seine Mitspieler wieder die Spitzenreiterrolle und konnten mit 24:6-Punkten in die Rückrunde starten.
Trotz einer zwischenzeitlichen 35:38-Niederlage gegen die TSV Burgdorf II nahm der Lehrter SV jetzt Kurs auf die Meisterschaft. Spätestens nach dem hart erkämpften 35:34-Sieg gegen Verfolger Hameln war die Richtung klar vorgegeben. Die Regionalliga war in Sichtweite. Dabei konnte die Mannschaft immer wieder von ihren Qualitäten leben. Die Leistungen in der Defensive inklusive der Keeper Moritz Meyer, Timo Wegner und Mark Dahl wurde konstanter und sicherte letztlich mit nur 838 Gegentreffern den 1. Platz. Trainer Ewert konnte sich aber auch auf seinen Angriff verlassen und hatte mit Marcel Wendt, Hendrik Benckendorf, Till Dreißigacker und Tobias Schmidt gleich vier echte Torjäger. Auch Philipp Tillmanns, Jonas Zimmermann, Cordt Ziemer und Fabian Kieslich standen kaum im Hintergrund und so war die Offensive für Lehrtes Gegner schwer einzuschätzen. Die Konstellation ohne echten Star mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu agieren, erwies sich als Erfolgsgarant.
Spätestens nach dem 37:36-Sieg am 24. Spieltag gegen das starke Team des MTV Post/Eintracht Celle und der gleichzeitigen 30:32-Niederlage des VfL Hameln bei TV Stadtoldendorf war die Meisterschaft für Lehrte in Reichweite, denn bei vier Punkten Vorsprung konnte in den letzten sechs Partien wenig passieren. Der LSV blieb aber weiter souverän und leistete sich erst am vorletzten Spieltag, als der Aufstieg bereits perfekt war, eine Niederlage beim MTV Großenheidorn. Letztlich war das aber nur noch Bilanzkosmetik, denn mit 49:11-Punkten ging eine erfolgreiche Oberligasaison zu Ende und beschert dem Lehrter SV für die Saison 2010/2011 einen Platz in der 3. Liga.
Jetzt wird die Planung für die nächste Spielzeit im Fokus der Verantwortlichen im Hintergrund stehen. An der Mannschaft sollen nicht viele Veränderungen vorgenommen werden, denn das Konzept, mit dem Kader auch in der Regionalliga eine gute Rolle spielen zu können, steht. Einige personelle Veränderungen hat Trainer Ewert aber schon bekanntgegeben. So wird mit Marc Tönnies von der TSV Burgdorf ein junger Spieler für den rechten Rückraum zum Lehrter SV stoßen. Mit dem 32-jährigen Leonardo Meomartino wechselt ein Rechtsaußen vom Oberligakonkurrenten SG Zweidorf/Bortfeld an die Schlesische Straße. Auch Arne-Peter Launig vom SV Alfeld hat bereits zugesagt. Weitere Neuzugänge stehen noch nicht fest. Die Regionalliga hat sicher eine andere Leistungsstärke als die Oberliga, das musste der LSV bereits in den Spielzeiten 2005/2006 und 2006/2007 feststellen, als sie bereits in der 3. Liga mitspielen durften, trotz harter Gegenwehr aber 2007 den Abstieg hinnehmen mussten.