Lehrter SV konnte sich nicht retten

Rückraumspieler Jan-André Block verlässt den Lehrter SV in Richtung MTV Großenheidorn. (Foto: Holger Staab)

LSV erlebte das Abenteuer 3. Liga nur eine Saison

LEHRTE (hs). Der Lehrter SV war vor der Saison zuversichtlich. Der 9. Platz wurde angestrebt und die Mannschaft um Trainer Lutz Ewert hatte das Ziel „Klassenerhalt“ zwischenzeitlich auch nicht aus dem Auge verloren. Letztlich muss der LSV nach einjähriger Zugehörigkeit zur 3. Liga aber den Weg in die Oberliga antreten und in der nächsten Spielzeit einen Neuanfang machen. Auf Platz 12 der Endabrechnung einlaufend, enttäuschte die Mannschaft aber nicht und scheiterte letztlich an der Neueinteilung der 3. Liga, die für sechs Mannschaften in der abgelaufenen Serie den Abstieg bedeutete.
Der Lehrter SV schaffte nach dem souveränen Aufstieg aus der Oberliga in die 3. Liga leider nicht den erhofften guten Start in die Spielzeit 2010/2011. Mit fünf Niederlagen und 0:10-Punkten, bei einem allerdings auch knallharten Anfangsprogramm, war der vorletzte Tabellenplatz zunächst eine Enttäuschung. Aber die mannschaftliche Geschlossenheit blieb erhalten. Coach Ewert konnte beruhigend einwirken und sein Team von Woche zu Woche an die schweren Aufgaben heranführen.
Am sechsten Spieltag gelang beim 26:21-Erfolg gegen Bad Neustadt der Durchbruch der Negativserie. Nach zwei weiteren Pleiten bei SV Bernburg (30:32) und gegen GSV Baunatal (22:36) gelang beim SVH Kassel mit 33:24-Toren dann auch der erste Auswärtssieg. Das Team um Marcel Wendt war gefestigt und wollte jetzt einen kleinen Endspurt bis zum Ende der Hinrunde schaffen. Das gelang durch Erfolge gegen HSG Pohlheim (31:26), gegen HSG Nieder-Roden (33:24) und beim TV Gelnhausen (27:24). Am 13. Spieltag war der ersehnte 9. Platz erreicht und der LSV hatte das Feld von hinten aufgeräumt.
Dieser 9. Platz hätte in der Endabrechnung für den Klassenerhalt gereicht, denn durch die Neustrukturierung der Ligen ab der 2.Bundesliga würden sechs Teams aus der 3.Liga den Weg in die Oberligen antreten müssen. Leider konnte gegen den direkten Konkurrenten HG Köthen am letzten Spieltag der Hinrunde kein Sieg geschafft werden. Die 31:38-Niederlage in eigener Halle war ernüchternd und brachte den Ewert-Schützlingen zur Saisonhälfte den 10. Platz mit 10:18-Punkten ein.
Kein Grund für die Mannschaft, die Köpfe hängen zu lassen, denn die letzten Spiele im Jahr 2010 gaben Grund zu Optimismus, dass der Abstieg vielleicht verhindert werden kann. Zu Beginn der Rückrunde und des neuen Jahres begann aber das gleiche Drama wie zu Beginn der Hinrunde. Gegen die starken Teams der Liga war einfach kein Kraut gewachsen. Eine Niederlage löste die andere ab und nach acht Pleiten in Folge fiel Lehrte auf den vorletzten Platz zurück und hatte bei zehn Punkten Rückstand eigentlich keine Chance mehr auf das Erreichen des angestrebten Zieles.
Die Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte der 3. Liga waren einfach zu stark für den LSV und so fielen die Niederlagen oft auch sehr hoch aus. Nur beim Primus SC Leipzig (26:31) und gegen TV Jahn Duderstadt (23:26) zogen sich die Lehrter gut aus der Affäre und zeigten ansprechende Leistungen. Cordt Ziemer, Jan André Block und ihre Mitspieler steckten dann allerdings nicht den Kopf in den Sand, sondern versuchten in den letzten Partien der Serie, eine Verbesserung der Tabellenposition zu erreichen. Das gelang mit engagiertem Spiel und so konnte gegen SVH Kassel ein 30:17-Erfolg sichergestellt werden.
Vor den verbliebenen fünf Partien war die Entscheidung über den Abstieg in die Oberliga bereits gefallen und der LSV konnte befreit aufspielen. Mehr als ein 29:29-Unentschieden gegen HCE Halle, ein für die Lehrter Fans wichtiger 31:28-Heimsieg und im letzten Spiel eine 26:28-Niederlage bei HG Köthen sprang dabei aber nicht heraus. Mit 15:41-Punkten und einem Torverhältnis von 740:823-Toren wurde im Endklassement der 12.Platz erreicht.
Insgesamt war das Abenteuer 3. Liga für den Lehrter SV kein verlorenes Jahr. Der Verein und die Mannschaft hatten von vornherein einen schweren Stand, obwohl der Kader stark genug schien, den Klassenerhalt zu schaffen. In der 3.Liga wird schon oft unter Profibedingungen trainiert und das trifft auf den LSV nicht zu. Mit den bescheidenen finanziellen Mitteln haben Trainer Lutz Ewert und seine Mannschaft wohl das Optimale aus der Saison herausgeholt und deshalb sollte nicht von einer enttäuschenden Spielzeit gesprochen werden.
Mit Cordt Ziemer (Ziel unbekannt), Jan-André Block (MTV Großenheidorn), Timo Wegner (SG Hohnhorst/Haste) und Hendrik Benckendorf (HSV Hannover) werden vier Spieler den Verein verlassen. Bisher steht mit Nicolas Baris vom MTV Post/Eintracht Celle ein Neuzugang fest. Die Lehrter werden in der Oberliga Niedersachsen einen Neuanfang machen und das Ziel wird sein, um die Meisterschaft ein Wörtchen mitsprechen zu können.