Lehrter SV ist mit der Platzierung zufrieden

Auch im Kampf gegen zwei Abwehrspieler behält Till Dreißigacker vom Lehrter SV die Übersicht und Lufthoheit. (Foto: Holger Staab)

Absteiger aus der 3.Liga erreichte sein Ziel in der Spitzengruppe

LEHRTE (hs). Nach dem Abstieg aus der 3. Liga wollte der Lehrter SV in der Oberliga Niedersachsen einen Neuanfang starten, gut abschneiden und sich gefestigt präsentieren. Das ist der Mannschaft um Trainer Lutz Ewert rundherum gelungen. Mit dem 4. Platz im Endklassement haben Spielmacher Marcel Wendt und seine Mitspieler ihr Saisonziel Vizemeisterschaft zwar knapp verpasst, aber hinter dem souveränen Meister TSV Burgdorf II konnten sie sich in einem Dreikampf mit VfL Hameln und dem Northeimer HC in der Verfolgergruppe halten.
Nach dem Abstieg in die Oberliga blieb in Lehrte eigentlich alles in alten Strukturen und das war auch gut so. Der Kader konnte im Kern erhalten bleiben, obwohl mit Hendrik Benckendorf, Timo Wegner, Jan-André Block, Mark Dahl, Cordt Ziemer und Jonas Zimmermann sechs Abgänge zu verzeichnen waren. Nicolas Baris, Mario Appel und Fabian Dönitz füllten die Lücken zwar nur zum Teil auf, aber das Ziel Wiederaufstieg wurde auch nicht in den Mund genommen. Der LSV wollte in der höchsten Spielklasse in Niedersachsen einfach nur gut mithalten und einen vorderen Tabellenplatz belegen.
Das eigene Saisonziel von Coach Ewert wurde mit Platz 2 bis 6 sehr realistisch angegeben. Nach einem Auftakterfolg mit 23:19-Toren gegen TuS GW Himmelsthür und der ersten Saisonniederlage im zweiten Spiel beim VfL Hameln (26:30), einem Mitfavoriten auf einen vorderen Tabellenplatz, schaffte der LSV eine beeindruckende Erfolgsserie. Den Auftakt mit sechs Siegen in Folge machte der starke 32:22-Sieg gegen Meisterschaftsfavorit Northeimer HC.
Erst bei der TSV Burgdorf II (34:37) und gleich darauf beim SV Alfeld (22:26) mussten wieder negative Erfahrungen gemacht werden. Bis zum Ende der Hinrunde konnte mit 22:8-Punkten der vierte Tabellenplatz gehalten werden. Die Lehrter lagen voll im Trend und Ewert gab jetzt das Ziel Vizemeisterschaft heraus. Zu diesem Zeitpunkt war die Meisterschaft zugunsten der TSV II bereits so gut wie entschieden, denn der Spitzenreiter hatte noch keinen Verlustpunkt und strebte dem Aufstieg in die 3. Liga entgegen.
Der Kampf um den Vizetitel wurde zu einem Dreikampf zwischen Hameln, Northeim und Lehrte. Trotz einer 29:31-Niederlage im Rückspiel beim Northeimer HC behaupteten die Ewert-Schützlinge den vierten Platz, denn fünf Siege in Serie vergrößerten den Abstand zu Platz 5 und der enge Kampf um den 2.Platz wurde beibehalten. Erst der designierte Niedersachsenmeister TSV II stoppte den LSV mit einer 26:29-Niederlage. Drei weitere Punktverluste im Anschluss warfen die Lehrter im Dreikampf zurück.
Im Endspurt konnten Till Dreißigacker und Co nicht mehr aufschließen, ein 29:32 bei MTV Vorsfelde und ein 31:31-Unentschieden gegen MTV Großenheidorn beendeten die Serie und letztlich reichte es nur noch zum 4. Rang. Der LSV kann aber erhobenen Hauptes aus der Saison herausgehen, denn die Abgänge vor der Spielzeit führten doch zu einer Schwächung im Team. Die verbliebenen Akteure meisterten die Situation aber bravourös und sorgten für tolle Mannschaftsleistungen und letztlich mit 42:18-Punkten und 908:798-Toren für eine verdiente Platzierung, die genau in das Saisonziel Platz 2 bis 6 passt, auch wenn zwischenzeitlich die Vizemeisterschaft angepeilt wurde, die aber nicht zu einer Qualifikation für höhere Aufgaben gereicht hätte.
In der kommenden Saison in der Oberliga wird sich für den Lehrter SV einiges ändern. Nach sechs Jahren erfolgreicher Trainertätigkeit hat Lutz Ewert sein Amt zur Verfügung gestellt, er will eine Handballpause einlegen. Sein Nachfolger steht bereits seit einigen Wochen fest. Es wird Maik Bodenburg, der auf eine starke Mannschaft hofft, aber auch eine schwere Aufgabe als Nachfolger von Ewert haben wird. Mit Marc Tönnies und Julian Ziert verlassen zwei Akteure den Verein. Bodenburg hat selbst für Neuzugänge gesorgt, denn aus der A-Jugend des TSV Anderten, die Bodenburg coachte, kommen Philipp Obrock, Phil Hornke und Patrick Kassner. Zudem haben vom HSV Hannover Jonas Schepker, von HSG Hatten-Sandkrug Torben Kolback und Philipp Kuba in Lehrte zugesagt. Alle Spieler sind nicht älter als 22 Jahre und damit wird das LSV-Team erheblich verjüngt
„Ich denke die Oberliga wird in der nächsten Saison wesentlich stärker werden. Die sechs Neuzugänge müssen erst einmal integriert werden. Ich hoffe trotzdem, dass wir in der Spitzengruppe mitspielen können“, meinte Bodenburg zu den Chancen seines Teams bei der Vorstellung als neuer Coach des LSV.