Lehrter SV ist mit der Hinrunde zufrieden

Manchmal benötigt auch der Trainer einen kräftigen Schluck aus der Pulle – Lutz Ewert vom Lehrter SV. (Foto: Holger Staab)

Trainer Lutz Ewert will in der Rückrunde keine Punkte mehr abgeben

LEHRTE (hs). Der Lehrter SV musste im zu Ende gehenden Jahr 2011 den bitteren Abstieg aus der 3. Liga schlucken. Trotz einer guten Saison mit 15 Pluspunkten und dem 12. Tabellenplatz ging der Weg in die Oberliga Niedersachsen. Aber die Mannschaft blieb in der Stammformation zusammen, spielt seit September eine gute Serie und steht auf dem 3.Platz der höchsten Spielklasse in Niedersachsen. Wenn es nach Trainer Lutz Ewert geht, soll das auch so bleiben, denn der Aufstieg in die 3. Liga ist nicht das Ziel des LSV.
Gleich im zweiten Spiel in neuer Umgebung kassierte der Lehrter SV beim VfL Hameln (26:30) die erste Niederlage. Dann wurde die Mannschaft um Coach Ewert aber von Spieltag zu Spieltag gefestigter und kletterte in der Tabelle bis auf den 2. Platz empor. Das Team entwickelte sich zum ersten Verfolger des souveränen Spitzenreiters TSV Burgdorf II und musste erst gegen die TSV mit 34:37-Toren in Burgdorf die zweite Niederlage in der 9. Spielrunde hinnehmen. Leider folgte wiederum auswärts gleich eine nicht einkalkulierte 22:26-Niederlage beim SV Alfeld. Das Team um Marcel Wendt gab sich aber nicht auf und will nun den Platz in der Verfolgergruppe des Tabellenführers behalten. Bisher stehen 20:6-Punkte auf dem Konto des LSV. Bis zum Ende der Hinrunde sind noch die Partien gegen den MTV Vorsfelde (13. Januar) und beim MTV Großenheidorn (21. Januar) zu absolvieren. Bis zum Abschluss der Spielzeit am 2. Juni 2012 will sich der LSV weiter als Spitzenclub in Niedersachsens Handballszene behaupten.
Über die Chancen in der laufenden Serie und den Blick auf das Jahr 2012 sprach der MARKTSPIEGEL mit Lutz Ewert, Trainer des Oberligisten Lehrter SV:
MARKTSPIEGEL: „Guten Tag Herr Ewert, ihre Mannschaft steht als Absteiger aus der 3.Liga in der Oberliga Niedersachsen auf einem vorderen Tabellenplatz, ist das für sie zufriedenstellend?“
Lutz Ewert: „Ich bin mit dem Verlauf dieser Saison zufrieden. Ausgenommen den beiden Niederlagen gegen Hameln und vor allem Alfeld.“
MARKTSPIEGEL: „Ihr Team hat sich nach dem Abstieg stabilisiert, sie haben wenig Abgänge zu verzeichnen gehabt und wollten sich in der Oberliga erst einmal wieder etablieren, ist das bisher gelungen?“
Ewert: „Die Handballabteilung und ich können uns nur glücklich schätzen, eine Mannschaft zu haben, die nicht nach Abstiegen auseinanderfällt, wie das bei anderen schon passiert ist. Vom Potential her brauchen wir uns sicherlich in dieser Liga nicht lange etablieren.“
MARKTSPIEGEL: „Steht mittelfristig ein erneuter Aufstieg in die 3. Liga als Ziel auf dem Programm des LSV?“
Ewert: „Mein Ziel ist es nach wie vor, das Bestmögliche aus unserer Mannschaft rauszuholen. Leider sind bekanntermaßen die finanziellen Mittel in Lehrte sehr begrenzt, sodass es eher hier dran scheitern könnte.“
MARKTSPIEGEL: „Was sagen sie zum souveränen Spitzenreiter TSV II, ist der Tabellenführer von einem Verfolger noch abzufangen und welcher Verfolger könnte das sein?“
Ewert: „Die junge Burgdorfer Mannschaft hat eine tolle Hinrunde gespielt und zu Recht den ersten Tabellenplatz vereinnahmt. Sollte Ihre Kontinuität beibehalten werden, wird keine Mannschaft Sie mehr abfangen. Sie besitzen sicherlich die Fähigkeit (sportlich und wirtschaftlich) auch in der 3.Liga mit zu halten.“
MARKTSPIEGEL: „Sie haben zusammen mit Hendrik Edeler (21 Jahre) und Fabian Kieslich (22 Jahre) nur wenige junge Spieler in ihrer Mannschaft, wird es hier in Zukunft eine Veränderung in der Altersstruktur des Teams geben?“
Ewert: „Ich habe in den letzten 5 Jahren immer wieder versucht, junge Spieler nach Lehrte zu holen, um Ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Leider ist das nicht immer so einfach, aber dafür gibt es viele Gründe, die ich nicht weiter erläutern möchte.“
MARKTSPIEGEL: „Marcel Wendt als Spielmacher ist eine Integrationsfigur in Lehrte, welche Bedeutung hat er für ihre Mannschaft?“
Ewert: „Marcel hat sich in den letzten Jahren in Lehrte menschlich und sportlich sensationell entwickelt. Er hat sich seinen Status als Vorbild und Leader durch Fleiß erarbeitet. Eine Mannschaft ohne Marcel könnte ich mir in Lehrte schlecht vorstellen.“
MARKTSPIEGEL: „Gibt es bereits neue Ziele und Personalentscheidungen für die Saison 2012/2013?“
Ewert: „Nein.“
MARKTSPIEGEL: „Was ist ihr Ziel für die Rückrunde der laufenden Saison?“
Ewert: „Keine Punkte mehr abzugeben!“
MARKTSPIEGEL: „Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Spiele des LSV im Jahr 2012.“